09.03.2011, 17.17 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Kohlfurth: Millionen-Sanierung auf der Zielgeraden

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Seit Mai 2010 läuft die Sanierung eines ehemaligen Galvanik-Standortes in der Schulkohlfurth: Im Boden des rund 1.400 Quadratmeter großen Areals wurde ein Schadstoff-Cocktail unter anderem aus Nickel, Zink, PFT, LHKW und in erheblichem Maße auch Chrom VI festgestellt, das als stark krebserregend gilt. Nicht zuletzt, weil Chrom VI sehr gut wasserlöslich ist, wurden zwischenzeitlich nicht nur die Betriebsgebäude der früheren Galvanik abgerissen. Seit Januar läuft auch der Aushub des verseuchten Erdreichs: Bis in neun Meter Tiefe wird der Boden ausgekoffert und per Lkw zu Sonder-Deponien verbracht.

Wie am Mittwoch bei einem Vor-Ort-Termin des Umweltausschusses des Rates zu erfahren war, sind die Arbeiten nach Verzögerungen durch den harten Winter im Plan: Bis Ende April sollen die 15.000 Tonnen belasteter Boden aus der Kernzone des ehemaligen Galvanik-Standortes abtransportiert worden sein – zirka 750 Lkw-Ladungen werden dann von der Schulkohlfurth aus verbracht worden sein. Das alles läuft unter starken Sicherheitsvorkehrungen: Die Lkw fahren über eine Baustraße aus Stahlplatten, die mit einem Kunststofflies unterlegt ist. Dadurch soll gewährleistet sein, dass das Wasser zur Reinigung der Reifen der Transporter nicht ins Erdreich gelangt, sondern in einen Schacht geführt wird. Das Reinigungswasser wird in Container gepumpt und ebenso fachgerecht entsorgt.

Im Anschluss an den Aushub des verseuchten Bodens wird die Baugrube zum Teil wieder mit sauberem Bodenmaterial verfüllt, eine flache Mulde wird ab Mai an den ehemaligen Galvanik-Standort erinnern. Eine Bebauung des Areals ist nach Worten von Hubert Nobis vom städtischen Ressort Umweltschutz ausgeschlossen, vielmehr soll das Grundstück der Begrünung überlassen und später in das angrenzende Naturschutzgebiet integriert werden. Anwohner Rainer Schmidt äußerte sich bei dem Ortstermin lobend über die Sanierungsarbeiten: “Das läuft alles gesittet ab, auch wenn es wegen der Arbeiter in ihren weißen Schutzanzügen manchmal hochkriminell aussieht”, lobte Schmidt die Bauleitung: “Das geht alles reibungslos.”

Die Sanierung des früheren Galvanik-Standortes kostet insgesamt rund 3,2 Millionen Euro. Den Löwen-Anteil davon trägt mit rund 80 Prozent der Kosten der Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband NRW (AAV), 12 Prozent steuert die zuletzt ansässige Galvanik-Firma bei und die Stadt Wuppertal trägt rund 280.000 Euro.

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