16.03.2011, 20.18 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Kohlfurth: “Das ist ja wie eine Enteignung”

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So viele Zuhörer hatte eine Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Cronenberg schon länger nicht mehr: Die geplante Hochwasserverordnung für die Wupper „spülte” zahlreiche Kohlfurther Anwohner am Mittwochabend in das Treffen des Cronenberger Stadtteilparlaments. Der Grund: Die Verordnung, die aufgrund einer EU-Richtlinie bis Ende 2013 fertig gestellt sein muss, kann tiefgreifende Auswirkungen auf Grundstücksnutzungen haben. Ein Kohlfurther brachte es in der BV-Sitzung auf den Punkt: „Es kommt mir vor, als würde man Knall auf Fall enteignet”, kritisierte der Dörper Wupper-Anrainer die geplante Verordnung: “Wer kommt dafür auf?”

Wie Wilfried Wächter von der Stadt der Bezirksvertretung berichtete, hat die Hochwasserverordnung im Stadtgebiet Auswirkungen auf Beyenburg, Flächen im Bereich Rutenbeck/Buchenhofen sowie die Kohlfurth. Wächter bestätigte, dass Eigentümer in den betroffenen Gebieten einschneidende Eingriffe zu befürchten hätten. Beispiel: Wolle ein Grundstücksbesitzer in einem als Überschwemmungsgebiet festgesetzten Areal ein Haus errichten, müsse er für die bebaute Fläche auf seinem Grundstück eine entsprechende Ausgleichsfläche einrichten. Wie das zu geschehen habe, wollte Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky wissen – “zum Beispiel durch eine Abgrabung”, antwortete der städtische Hochwasser-Experte. Soll heißen: Betroffene Häuslebauer in der Kohlfurth müssten in ihrem Garten ein Loch buddeln.

Dass Wilfried Wächter selbst bei einem 100-Jahre-Hochwasser nicht damit rechnet, dass die Wupper in der Kohlfurth großflächig über die Ufer treten könnte, konnte die Betroffenen nicht sonderlich beruhigen. Bezirksbürgermeister von Wenczowsky ermunterte die Kohlfurther, ihre Einwendungen im Rahmen der Offenlegung der Pläne einzubringen. Das kann noch bis zum 31. März im Rathaus Barmen geschehen.

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