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11.08.2011, 15.19 Uhr   |   Marcus Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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TiC: Ein Macho mit Spaß-Garantie

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Mit einer schauspielerischen Energieleistung brilliert Dennis Wilkesmann als "Macho-Man" auf der Bühne des TiC-Theaters.

Wer aktuell nicht in Urlaub fährt, dem sei ein Besuch im TiC-Theater ans Herz gelegt: Denn an der Borner Straße gibt es südländische Kultur, einen improvisierten Sandstrand und eine extra Portion Antalya obendrauf. Zweimal Deutschland – Türkei, hin und zurück, in gerade einmal gut zweieinhalb Stunden schafft „Macho Man“ Dennis Wilkesmann – eine wahre Marathonleistung!

Und das schon, bevor es eigentlich los geht: Denn während die Besucher ihre Plätze im „Podium“ an der Borner Straße suchen, rennt „Daniel“ auf der Bühne bereits verzweifelt seiner „Aylin“ hinterher. Würde er Kilometergeld erhalten, er wäre am Ende einer jeden Vorstellung ein reicher Mann. Auch im Anschluss geht es nicht weniger turbulent zu: Wilkesmann „hüpft“ von Rolle zu Rolle – bei „Macho Man“ handelt es sich um eine „One-Man-Show“, die Multitalent und Stimmenimitator Wilkesmann voll und ganz ausfüllt.

Dabei ist Daniel so gar nicht einer, der gerne im Mittelpunkt steht. Schüchtern, zurückhaltend, aber auch ein wenig „notgeil“. Ihn freut es schon, wenn er sich mit Kumpel Mark wie Udo Lindenberg begrüßen kann, ist aber traurig, wenn die Stewardess seinen Flirtversuch nicht als solchen wahrnimmt. Er ist sich bewusst, dass er bei der Kommunikation in romantischen Augenblicken wahrlich nicht der Beste ist; er hält sich für Kreisklasse, muss sich aber plötzlich mit der Champions League beschäftigen, als er im Türkei-Urlaub Aylin trifft. Er, der kleine Junge aus Berlin, erobert plötzlich die ganze Türkei.

„Macho Man“ ist ein Sprung zwischen den Kulturen. Moritz Netenjakob, der unter anderem auch als Autor für die Comedy-TV-Formate „Die Wochenshow“ und „Stromberg“ arbeitete, schafft es gekonnt, in seinem Bestseller die Unterschiede zwischen Deutschen und Türken herauszustellen, zu persiflieren und sogar noch auf die Spitze zu treiben. Der Humor ist zum Teil jugendlich derb – aber nie unter der Gürtellinie: Daniel kann ruhig ein „ungläubiger Griechenfreund“ mit einer „historischen Arschkarte“ sein, solange er Aylins Vater aus der Seele spricht und Trabzonspor gut findet.

Und all diesen spitzen Pointen weiß Regisseurin Julia Penner, selbst ausgebildete Schauspielerin und Tochter des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Dr. Willfried Penner, noch einen drauf zu setzen. Sie lässt das Bühnenbild ungewohnt schlicht und Dennis Wilkesmann darin zur Höchstform auflaufen. Dem rasanten Auftreten vor Beginn folgt ein Feuerwerk an witzigen Gegebenheiten, romantischen Momenten und kritischen Situationen. Wilkesmann agiert in sommerlichen Kostümen von Wiebke Fichte professionell, schlagfertig und genau – fast so, wie man es als Zuschauer auch erwartet. Manches erwartet man allerdings nicht, und das macht „Macho Man“ noch witziger – ein heißer Sommer-Tipp!

Karten für „Macho Man“ gibt’s unter TiC-Telefon 0202/47 22 11 oder auch online unter www.tic-theater.de.

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