09.10.2011, 13.53 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Gemeindezentrum Emmauskirche: Richtfest für 1,1-Millionen-Umbau

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Stießen an auf das Richtfest des Gemeindezentrums Emmauskirche: Das Presbyterium der Evangelischen Gemeinde Cronenberg sowie Architekt Josef Johannes Niedworok (hi. li.).

Bereits im Jahre 2002, so berichtete Finanzkirchmeister Winfried Straube, kamen in der Evangelischen Gemeinde Cronenberg die ersten Gedanken auf, die Emmauskirche in ein Gemeindezentrum umzubauen. Das ist bald zehn Jahre her, die meiste Zeit davon ging ins Land, ohne dass etwas von der Umnutzung sichtbar wurde. Das ist seit diesem Jahr anders, denn im Sommer begannen die Bauarbeiten. Und spätestens seit letzter Woche ist das, was an der Hauptstraße entstehen soll, auch offensichtlich: Mit einem kleinen Umtrunk wurde das Richtfest des modernen Glasbaus gefeiert, der ab Mai 2012 das neue Gemeindezentrum mit dem bisherigen Gemeindebüro verbinden soll.

Winfried Straube rief in Erinnerung, warum das Projekt nun schon fast ein Jahrzehnt „in Arbeit“ ist: „Wir wollten den Umbau seriös finanzieren und erst abwarten, bis unsere beiden Gemeindehäuser und das Pfarrhaus in der Karl-Greis-Straße verkauft sind“, erklärte der Finanzchef der Cronenberger Gemeinde. Ein begründeter Schritt: Schließlich war es auch die prekäre Finanzsituation, welche die Evangelische Gemeinde Cronenberg nach der Fusion mit der Reformierten Gemeinde im Jahre 2004 dazu zwang, sich vom Martin-Luther-Haus und dem Calvin-Haus sowie dem ehemaligen reformierten Pfarrhaus zu trennen. Schmerzhafte Schritte; die Gemeinde tat gut daran, sie nicht mit dem leichtfertigen Schultern von Neubauprojekten in die Diskussion zu bringen.

Durch die Erlöse aus den Immobilienverkäufen, aber nicht zuletzt auch Dank vieler größerer und kleiner Spenden sowie der Vorarbeiten von Thomas Gelbrich und seiner Helfer konnten die Bauarbeiter vor einigen Wochen loslegen. Zuvor tat sich für die Gemeinde aber noch eine unerwartete Hürde auf: Die notwendige Genehmigung der Bauordnungsbehörde erwies ich „als Bremse“, so Finanzkirchmeister Straube; die Ämtermühle mahlte so lange, dass sich schließlich auch die Gesamtbaukosten erhöhten: Auf acht Prozent schätzt Winfried Straube die Mehrkosten durch die Verzögerung – nicht unerheblich bei Projektkosten von rund 1,1 Millionen Euro und wenn die Gemeindekasse jeden Euro umdrehen muss. „Da hat man schon feuchte Augen bekommen“, berichtete Winfried Straube: „Und dann hat man uns auch noch für die Genehmigung die maximale Gebühr berechnet.“

Vergessen kann das ein Finanzkirchmeister wohl nicht, in seiner Rede warf Straube aber vor allem den Blick voraus: Ab der 41. Kalenderwoche 2011 haben die Dachdecker an dem neuen Verbindungsbau das Sagen, der Aufzugsschacht ist bereits in Arbeit, ab November soll die Glasfassade stehen: „Mit der transparenten Architektur wollen wir demonstrieren, dass wir offen sind für andere, auch für Nicht-Gemeindemitglieder“ – das künftige Kirchencafé in dem Glasbau solle ein Café für alle Cronenberger werden, so Finanzkirchmeister Straube.

Bis der neue Gemeinde-Treff und die umgebaute Emmauskirche voraussichtlich im Mai 2012 eingeweiht werden können, ist es noch ein knappes Dreivierteljahr. Dieses wird die Gemeinde auch dazu nutzen, um weitere Spenden für das Vorhaben einzuwerben – schließlich sind die Kücheneinrichtung oder auch das Mobiliar des Cafés noch nicht finanziert: „Wir hoffen auf Paten und weitere Spenden – dafür werden wir in ganz Cronenberg werben“, kündigte Winfried Straube an. Bei der Richtfest-Feier durften die Teilnehmer ihre Portemonnaies nicht zücken. Dafür konnten sie mit Architekt Josef Johannes Niedworok auf einen Rundgang über die Baustelle gehen – Bagger und Bauschutt in der Emmauskirche waren für einige sicher ein gewöhnungsbedürftiger Anblick. Aber bald schon kann die Gemeinde ja in ihre „Stamm-Kirche“ zurückkehren…

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