07.11.2011, 12.55 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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„Die Küche“: „Es kocht“ in der Kohlfurth

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Lassen sich nicht unterkriegen: Auf einem Aushang informieren Monika und André Fischbach an ihrer Ausgabe-Theke darüber, das ihr Raum wegen einer Anwohner-Anzeige derzeit nicht mehr nutzbar ist.

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt“, befand Friedrich Schiller bereits vor mehr als 200 Jahren. Die Schillersche Weisheit wird auch heute noch gern zitiert, denn Nachbarschaftsstreitigkeiten sind keineswegs ausgestorben, wie aktuell ein Fall in der beschaulichen Kohlfurth zu beweisen scheint.

Hier ist aber nicht nur der Friede gestört, Monika und André Fischbach fühlen sich auch geschäftlich geschädigt: Weil ein Nachbar sie „angeschwärzt“ habe, dürfen die Inhaber des Imbisses „Die Küche“ einen Raum nicht mehr für die Bewirtung ihrer Gäste nutzen. „Sicher habe ich es versäumt, den Raum für die gewerbliche Nutzung anzumelden“, räumt Monika Fischbach ein. Allerdings, so berichtet die Kohlfurtherin, habe das betreffende Amt ihr seinerzeit telefonisch auch erklärt, dass der etwa 30 Quadratmeter große Raum gar nicht genehmigungspflichtig sei, als sie „Die Küche“ vor rund zweieinhalb Jahren eröffnete. Eigentlich nur bei schlechterer oder kalter Witterung nutzten die Fischbachs den 12 Plätze bietenden Raum, damit ihre Gäste hier „geschützt“ essen konnten.

Damit ist es nun vorbei: Nachdem die Anzeige beim Bauordnungsamt eingegangen war, wurde die Nutzung des Raumes untersagt. Das trifft Monika und André Fischbach hart: Da sie ansonsten nur über einen Pavillon im Freien vor der Essenstheke verfügen, werden sie ihre „Küche“ schließen müssen, sobald es die Temperaturen nicht mehr zulassen, dass in dem Pavillon gegessen werden kann: „Wir müssen gucken, wie wir über den Winter kommen“, blickt Monika Fischbach auf den drohenden Einnahmeausfall: „Im nächsten Frühjahr machen wir aber ganz bestimmt wieder auf.“

Ihre Stammgäste würden sich freuen, denn der Kohlfurther Imbiss hat sich seit Eröffnung einen guten Ruf weit über Cronenberg hinaus erworben: Alle Gerichte „wie bei Muttern“ selbst gemacht, Schnitzel und Frikadellen frisch aus der Pfanne, neuerdings am Wochenende auch selbstgebackener Kuchen – „es hat sich in Windeseile herumgesprochen, dass man bei uns gut und günstig essen kann“, freut sich Monika Fischbach über den guten Kundenzuspruch: „Unsere weitesten Gäste kommen aus Oberhausen“, strahlt die 64-Jährige.

Aber eben dieser Erfolg, so sind sich die Fischbachs sicher, ruft in der Nachbarschaft Neid hervor: Nachdem es zunächst Ärger wegen ihrer parkenden Kundschaft gab, dann darum, dass die Gerichte außerhalb verzehrt wurden, sei die Anzeige beim Bauamt nun die nächste Eskalationsstufe. Monika und André Fischbach wollen sich jedoch nicht unterkriegen lassen – auch wenn sie in diesem Winter nicht nur auf Einnahmen verzichten, sondern auch einiges Geld in Architekt, Umbau und Genehmigung ihres Gastraumes stecken müssen. Zum Glück zeigte sich ja der Herbst bislang ungewöhnlich mild – wenn auch Nachbarn Ärger machen, zumindest der Wettergott scheint ein Herz für die Fischbachs zu haben…

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