10.11.2011, 09.43 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

1 Kommentar

Spenderherz gesucht: „Das kann jeden treffen“

Artikelfoto

Hofft nicht nur, dass sich bald ein geeignetes Spender-Herz für Angelo Pacifico (re.) findet, sondern auch, dass sich mehr CW-Leser einen Organspender-Ausweis ausstellen lassen: Chefarzt Professor Dr. Jan Gummert vom Herz- und Diabetes-Zentrum in Bad Oeynhausen. Foto: Armin Kühn

Hofft nicht nur, dass sich bald ein geeignetes Spender-Herz für Angelo Pacifico (re.) findet, sondern auch, dass sich mehr CW-Leser einen Organspender-Ausweis ausstellen lassen: Chefarzt Professor Dr. Jan Gummert vom Herz- und Diabetes-Zentrum in Bad Oeynhausen. Foto: Armin Kühn

Hofft nicht nur, dass sich bald ein geeignetes Spender-Herz für Angelo Pacifico (re.) findet, sondern auch, dass sich mehr CW-Leser einen Organspender-Ausweis ausstellen lassen: Chefarzt Professor Dr. Jan Gummert vom Herz- und Diabetes-Zentrum in Bad Oeynhausen mit seinem Cronenberger Patienten. Foto: Armin Kühn

Angelo Pacifico hat ein Herz aus Titan: Seit einem Jahr wartet der 37-jährige Cronenberger im Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen, auf ein Spender-Herz.

Eine ganz normale Erkältung war schuld: „Eine verschleppte Virusinfektion vor acht Jahren hat meinen Herzmuskel angegriffen“, erzählt Angelo Pacifico. Mitten im Leben traf den damals 29-jährigen Cronenberger eine Herzerkrankung, die zunächst mit Medikamenten behandelt wurde. Sein Herz erholte sich aber nicht mehr, sondern wurde immer schwächer. „Jahrelang litt ich unter schweren Herzrhythmusstörungen“, berichtet der Vater zweier Kinder, der im Familienbetrieb (Restaurant „Königshöhe“) tätig war. „Ich habe einen Defibrillator erhalten, aber am Ende konnte ich meinen Beruf nicht mehr ausüben.“

Im August 2010 versagte sein Herz. Von der Intensivstation des Wuppertaler Herzzentrums wurde Angelo Pacifico nach Bad Oeynhausen verlegt, Deutschlands Spezialklinik für Patienten, die unter schwerster Herzschwäche leiden. Die Herzchirurgen unter der Leitung von Prof. Dr. Jan Gummert retten Angelo Pacifico mit einer künstlichen Herzunterstützung das Leben. 40 Minuten lang stand sein Herz still, aber Oberarzt Dr. Latif Arusoglu gab ihn nicht auf und setzte ihm eine Herzpumpe aus Titan ein. Das System namens HeartWare zählt zu den modernsten und leistungsfähigsten Kunstherzsystemen, die zurzeit verfügbar sind. Zwei Kabel führen aus Angelo Pacificos Körper zu dem mobilen Antrieb seiner Herzunterstützung. Die Rotationspumpe sorgt für den lebensnotwendigen Druck, der seinen Körper mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Einen Pulschlag hat Angelo nicht mehr. Aber er lebt.

Über 2.000 künstliche Herzunterstützungssysteme wurden im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW) bereits eingesetzt, darunter auch bisher 178 Mal ein vollständiger Herzersatz. „Die Systeme helfen unseren Patienten, die Wartezeit auf ein Spenderherz zu überbrücken“, erläutert Prof. Gummert. Während der vergangenen Jahre wurden sie ständig verbessert – auch deshalb, weil in Deutschland viel zu wenig Spenderorgane zur Verfügung stehen. „Über 250 Patienten pro Jahr warten bei uns auf ein Herz“, so Gummert. Im Bad Oeynhausener größten deutschen Herztransplantationszentrum werden 60 bis 70 Herztransplantationen jährlich durchgeführt. Es könnten mehr sein. Aber Organspenden sind knapp.

„Jeder sollte sich einmal mit diesem Thema beschäftigen“, findet Angelo Pacifico, der nun schon seit über einem Jahr im HDZ NRW auf ein neues Herz wartet. Insgesamt 58 Kilogramm hat er während der langen Zeit seiner Erkrankung abgenommen. „Ich bin dankbar für die Unterstützung, die mir meine Familie und meine Freunde, Ärzte und Pflegekräfte geben.“ Nie hätte er gedacht, dass ein Schnupfen sein Leben so verändern kann. Im Restaurant seiner Familie liegen Organspendeausweise zum Mitnehmen bereit. „Ich will bald wieder zu Hause sein“, sagt Angelo. „Mit einem neuen Herzen.“

Organspendeausweise sind kostenlos über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) oder über hdz-nrw.de erhältlich.

Das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW) in Bad Oeynhausen ist ein international führendes Zentrum zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen. Mit über 37.000 Patienten pro Jahr, davon 15.000 in stationärer Behandlung, sowie medizinischen Spitzenleistungen und einer in allen Bereichen vorgehaltenen Hochleistungsmedizin und –technologie ist das HDZ NRW eines der größten Zentren seiner Art in Europa. Unter einem Dach arbeiten vier hochspezialisierte Universitätskliniken und –institute seit über 25 Jahren erfolgreich zusammen; weit über 100.000 herzchirurgische Eingriffe wurden bislang durchgeführt. www.hdz-nrw.de

Den Artikel teilen:

Lesermeinungen zu diesem Artikel

  1. davide pacifico
    12.03.2013, 15:21 Uhr   |   Direktlink

    papa wiene prego

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Veröffentlichte Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bitte achten Sie bei Ihrer Meinungsäußerung unbedingt auf einen respektvollen Umgang anderen gegenüber. Beleidigungen, werbliche Einträge sowie Kommentare ohne Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse werden nicht veröffentlicht.