12.01.2012, 08.37 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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CDU Cronenberg: Rücktritt II, aber „mit Gewitter“!

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Nächster Paukenschlag in der CDU Cronenberg: Nach dem Rücktritt des Vorsitzenden Andreas Weigel (die CW berichtete online) erklärte am gestrigen 11. Januar 2012 auch Thomas Kittler seinen Rückzug aus dem Vorstand der Dörper CDU und stellte sein Amt als Schriftführer zur Verfügung. „Nach eingehender und reiflicher Überlegung habe ich für mich keine Alternative zu diesem Schritt gesehen“, schreibt Kittler in einem Brief an die kommissarische CDU-Vorsitzende Claudia Schmidt, den er auch der CW zukommen ließ.

Wie bereits im CW-Bericht zum Rücktritt von Andreas Weigel angeklungen, scheint es im Zuge der Spaltung in der CDU-Ratsfraktion tatsächlich zu einem Bruch in der CDU Cronenberg gekommen zu sein. In der Begründung für seinen Rückzug fährt Thomas Kittler jedenfalls scharfes Geschütz gegen Claudia Schmidt und Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky auf: „In der vergangenen Woche wurde innerhalb des Vorstandes der CDU ein Umgang gepflegt, der zum Einen meinen persönlichen Werte- und Moralvorstellungen, aber auch den Grundprinzipien einer christlich-demokratisch geprägten Partei deutlich widerspricht“, erläutert Kittler: „Zum Anderen war durch private Befindlichkeiten einzelner Mitglieder eine konstruktive und kreative Zusammenarbeit nicht mehr möglich.“ So behaupte Claudia Schmidt Dinge, die nachweislich nicht der Wahrheit entsprächen; als „geradezu unerträglich“ bezeichnet Kittler die Äußerung von Michael-Georg von Wenczowsky gegenüber der CW, dass die Neuwahl eines Vorsitzenden zeitlich nicht drängte. Damit werde der Antrag verschiedener Mitglieder auf der letzten Mitgliederversammlung im Dezember 2011, noch im Januar 2012 eine neue Versammlung durchzuführen, hemmungslos nicht berücksichtigt. Kittler weiter: „So werden Mitgliederanliegen schlichtweg ignoriert. Eine durch Mitglieder mitbestimmte und bürgernahe Politik stelle ich mir ganz anders vor.“

Als weiteren Grund für seinen Rücktritt führt Kittler an, dass er auf ein E-Mail-Schreiben an den Kreisverbandsvorsitzenden und dessen Stellvertreter keine Antwort erhalten habe. „Wenn ein Zeitraum von deutlich mehr als 24 Stunden nicht ausreicht, um eine entsprechende Rückantwort zu erstellen, zeigt mir dieses Verhalten recht deutlich die Wertschätzung der Parteiführung gegenüber ihren nachgeordneten Mandats-­ bzw. Funktionsträgern“, kritisiert Thomas Kittler CDU-Chef Jürgen Hardt sowie dessen Stellvertreter Angela Priggert und Rainer Spiecker: „Aus diesen vorgenannten und noch weiteren, hier nicht zu nennenden Gründen, kann ich eine Fortführung meiner Vorstandstätigkeit nicht mit meinem Gewissen, aber auch nicht mit meinem Politikverständnis vereinbaren“, so Kittler abschließend.

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Lesermeinungen zu diesem Artikel

  1. Ralf Messelken
    12.01.2012, 15:56 Uhr   |   Direktlink

    Herr Kittler hat das einzig richtige getan. Werte- und Moralvorstellungen scheinen dieser CDU nichts mehr zu bedeuten! Es ist sehr bedauernswert, wenn sich die Politik nur noch mit sich selber beschäftigen muss und kann. Ein Herr Simon hier, eine Intriege da. Es wird in Rotweinrunden geschachert was das Zeug hält. Strafanzeigen gegen Politiker gehören schon zum traurigen Alltag, Werte- und Moralvorstellungen werden auf Neuzeit getrimmt. Vergünstigungen, gutes Gehalt mit Urlaub für Lau und eine Altersversorgung vom Feinsten sind eine Selbstverständlichkeit. Wozu noch Moral, dass wäre doch zu viel des Guten. Die CDU der Stadt Wuppertal sollte sich mal von aussen betrachten, denn so wird sie vom Wähler wargenommen. Ich danke Herrn Kittler für den Schritt, den er gehen musste , in eine christlichen Partei!

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