24.01.2012, 12.02 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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TiC-Casting: „Nicht gemein wie Bohlen…“

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TiC-Mitgeschäftsführer Stefan Hüfner (re.) mit Lara, Alina und Jens nach "überstandenem" Casting.

„Auf zum Casting, um vielleicht mal ein Bühnen-Star zu werden“, hieß es am vergangenen Sonntag, 22. Januar 2012. Das Theater in Cronenberg (TiC) sucht für seine künftigen Produktionen immer wieder neue Gesichter und lud daher zum Casting. Die Dörper Kult-Bühne öffnete in der Vergangenheit schon so manchem Talent die Türe zu einer Schauspiel-Karriere, Comedian Axel Stein, Schauspieler Christoph Maria Herbst und Musical-Star Patrick Stanke sind nur einige Beispiele – sie alle haben mal beim TiC „klein“ angefangen.

Die TiC-Leiter Ralf Budde und Stefan Hüfner sowie Choreografin Dana Großmann empfingen diesmal über 30 Kandidaten zwischen 16 und 44 Jahren aus ganz Wuppertal und sogar darüber hinaus, um ihnen in Einzel-Castings „auf den künstlerischen Zahn“ zu fühlen. Natürlich war bei vielen Nervosität und Lampefieber im Spiel: „Das gehört dazu, aber wir sind nicht so gemein wie Dieter Bohlen“, versuchte Ralf Budde manchen Anwärter zu beruhigen.

So glänzten dann einige in der Darstellung und andere im Gesang, als Stefan Hüfner in die Klaviertasten griff und beim Probegesang genau zuhörte. „Wir suchen Typen und wollen immer die Wirklichkeit auf einer unserer Bühnen abbilden“, erklärte Ralf Budde, der mit kleinen Scherzen das Nervenflattern einzelner Anwärter aufzulösen suchte: „Das ist auch wichtig, wenn das Publikum ganz nah am Bühnenrand sitzt und jede kleine Regung mitbekommt.“

Bei der Musik-Probe durften die Kandidaten ihr Lieblingslied singen, die Töne treffen mussten sie aber dennoch. Beim Tanz ging es in Gruppen eher locker zu und auf der Bühne gab es viel zu hören. Von Shakespeare über Schiller und Kleist bis zu Gedichten von Heinz Erhardt und anderen war die Bandbreite riesig.

Lara (18), TiC Praktikantin im Bühnenbau, hatte zuvor schon bei Pina Bauschs Stück „Kontakthof“ mitgespielt; ihr Wunsch ist das Musical und das TiC ist daher für den Anfang eben nah. Alina (20) kam mit Mutter und war von ihr auch zum Casting angemeldet worden. Sie trug „Die Made“ von Heinz Erhardt vor, brachte sogar eine Rinde mit, doch Ralf Budde wollte mehr: Eine Szene von Kleist und Improvisation. Jens, 37 Jahre alt und von Beruf Lehrer, sang aus dem Musical „Les Miserables“ und Stefan Hüfner bescheinigte ihm ein „sehr gut“, auch auf der Bühne lief es rund, bei der Improvisation gab es sogar Lacher: Denn Christian hatte sogar extra etwas zum Casting gedichtet…

Nach weit über drei Stunden hatten die Experten dann einige interessante Kandidaten für das TiC gesichtet, doch verraten wurde zumeist noch nichts. Näheres werden Budde, Großmann und Hüfner zunächst untereinander besprechen, um den einzelnen Anwärtern dann persönlich Zu- oder Absagen mitzuteilen. Für so manchen Newcomer dürfte jedoch schon bald eine ausgefüllte Freizeit mit Proben und 30 bis 50 Vorstellungen je Produktion winken. Die Zuschauer des TiC können sich jedenfalls schon heute freuen!

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