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09.02.2012, 08.24 Uhr   |   Marcus Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Carl-Schurz-Straße: (K)Eine Zukunft für das Jugendzentrum?

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Kinder und Eltern wollen um das Jugendzentrum in der Carl-Schurz-Straße kämpfen, das von der GWG und der Caritas aufgegeben werden soll.

Es war ein Schock für die Eltern in der Carl-Schurz-Straße, als sie vergangene Woche Post von ihrem Vermieter bekamen. In einem Schreiben kündigte die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Wuppertal (GWG) gemeinsam mit dem Caritasverband Wuppertal/Solingen an, zum 31. März 2012 das „immerhin seit Bau der Siedlung“ bestehende Engagement in der Gemeinwesenarbeit in der Südstadt zurückzufahren. Das bedeutet: Die bisherigen Mitarbeiter werden aus dem Nachbarschaftstreff und dem städtischen Jugendzentrum „Area 21“ abgezogen.

„Unter den Anwohnern rumort es“, erzählt Peter Goldmann. Der Vater, dessen Sohn selbst den Jugendtreff besucht, drängt daher auf eine Mieterversammlung, bei der sich GWG, Caritas und Stadt zu den Planungen äußern sollen. Rund 80 Kinder besuchen die Einrichtung in der Carl-Schurz-Straße 21 jede Woche, die sich „ins alltägliche Leben integriert“ habe. Ob Hausaufgabenbetreuung, Feiern, Ausflüge, Feste, ein Ferienprogramm oder gemeinsame Spielstunden – das Angebot ist vielfaltig und werde überaus gut angenommen, so Goldmann.

Auch wenn die Anwohner erst recht kurzfristig informiert wurden, im Hintergrund laufen derweil bereits Gespräche über eine Fortfühung der Einrichtung unter städtischer Regie. Man werde die bisherigen Räume des Nachbarschaftstreffs ehrenamtlichen Initiativen weiterhin kostenfrei zur Verfügung stellen, bestätigt GWG-Pressesprecherin Gerhild Gössing. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Problemlage der Wohnungsbaugesellschaft müsse allerdings an einigen Stellen gespart werden. Die Carl-Schurz-Straße sei „kein problematischer Bereich“, sodass ein weitergehendes Engagement dort „nicht unbedingt vonnöten“ sei.

Dass sich die Siedlung positiv entwickelt habe, das sieht auch Anwohner Udo Bödecker so. „Wir sind extra hier hin gezogen, weil es dieses Angebot gab“, erklärt der Vater – und steht damit nicht alleine da. Man habe es in den letzten Jahren „vorbildlich hinbekommen“, dass Kinder einen Treffpunkt haben und die Älteren nicht auf der Straße stehen würden. Die Mitarbeiter der Caritas seien bislang immer Ansprechpartner und Vermittler bei Problemen gewesen. „Die Siedlung ist dank des Jugendzentrums wie eine große Familie“, berichtet Bödecker.

Diesen Zustand möchte auch der städtische Sozialdezernent Dr. Stefan Kühn weiter beibehalten und macht den Eltern berechtigte Hoffnungen. Er bestätigt gegenüber der CW, dass derzeit Gespräche stattfinden, allerdings aufgrund der kritischen Haushaltslage kein Geld da sei, die bisherige Arbeit einfach nahtlos fortzusetzen. „Relativ zuversichtlich“ zeigt sich Kühn hingegen darüber, Mittel für die Arbeit mit Kindern und die Hausaufgabenbetreuung zu generieren. Es sei die „oberste Priorität, das umzusetzen“, erklärt der Sozialdezernent, auch wenn es mit „Kraftanstrengungen“ verbunden sei. Der Erhalt des Jugendzentrums in der bisherigen Form sei derweil „deutlich schwieriger“. Bis spätestens Ende März wisse man allerdings, wie es weitergehe, verspricht Kühn.

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