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Burgholz-Massaker: Gedenkfeier am 1.3.2012

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Hier findet die Gedenkfeier statt: die Gedenkstätte für ermordete Zwangsarbeiter auf dem ehemaligen städtischen Friedhof an der Schorfer Straße. (Foto: Archiv)

Der Verein „Spurensuche – NS-Geschichte in Wuppertal e.V.“ lädt am morgigen 01. März 2012 an das Cronenberger Denkmal für ermordete Zwangsarbeiter aus der ehemaligen Sowjetunion ein: Um 16 Uhr führt der Verein im Schatten des roten Sandstein-Obelisks auf dem Friedhof Schorfer Straße eine Gedenkveranstaltung durch.

Auf der Ehrengräber-Anlage sind nicht nur Zwangsarbeiter, darunter Frauen und Kinder, bestattet, die während der Nazi-Zeit ums Leben kamen. Im Schatten des von der sowjetischen Armee nach dem 2. Weltkrieg aufgestellten roten Obelisks liegen auch die sterblichen Überreste von 30 Personen, die in den letzten Kriegswochen in Wuppertal, Ende Februar/Anfang März 1945, hingerichtet wurden. Die Ermordeten, darunter sechs Frauen, wurden von der Gestapo auf dem damaligen Schießstand der Wuppertaler Polizei nahe dem Zimmerplatz im Burgholz erschossen.

Nach Kriegsende wurden die in Massengräbern im Burgholz verscharrten Leichen exhumiert, in einem Leichenzug zum Friedhof Schorfer Straße verbracht und dort bestattet. Von den hingerichteten Zwangsarbeitern aus der damaligen UdSSR konnte lediglich Helena Matrosova, eine ukrainische Lehrerin, identifiziert werden.

Interessierte sind zu der Gedenk-Veranstaltung herzlich willkommen.

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Lesermeinungen zu diesem Artikel

  1. Schulze
    02.03.2012, 15:55 Uhr   |   Direktlink

    Woher wollen Sie wissen, daß es sich bei den 30 Erschossenen wirklich um Zwangsarbeiter gehandelt hat? Haben Sie eine Erklärung dafür, daß die Sowjetbürger ihre Namen verschwiegen haben bzw. im Falle Matrosowa einen Kampfnamen angegeben haben? Deutet das Verschweigen der wahren Identitäten nicht darauf hin, daß niemand erfahren durfte, wer sie in Wirklichkeit waren?
    Wenn es sich nun in Wahrheit um hinter den feindlichen Linien eingesetzte Partisanen gehandelt hätte?
    Gruß
    Gunter Schulze

  2. Redaktion
    02.03.2012, 22:04 Uhr   |   Direktlink

    Sehr geehrter Herr Schulze,

    Auf dem Ehrenfriedhof an der Schorfer Straße in Wuppertal-Cronenberg sind unter anderem Kinder, junge Frauen und Männer beigesetzt – Kinder, die „als Partisanen hinter den feindlichen Linien eingesetzt“ waren? Eine Lehrerin, die sich aus der heutigen Ukraine nach Wuppertal aufmachte, um hier hinter den „feindlichen Linien“ das Nazi-Deutschland zu bekämpfen? Welche Erklärung könnte es dafür geben?

    Selbst wenn man Ihrer Logik folgte – entspricht es aus Ihrer Sicht rechtsstaatlichem Handeln, dass Menschen an einen Schießstand verfrachtet, dort erschossen und schließlich in Massengräbern im Wald verscharrt wurden?

    Und wenn es sich doch – wie Sie suggerieren – um „Partisanen hinter feindlichen Linien“ gehandelt hätte – nach allem, was über diese Zeit und dieses Deutschland längst bekannt ist, hätten diese Partisanen heute alle Sympathien des ganz überwiegenden heutigen, neuen Deutschlands. Da sind wir uns ganz sicher, Herr Schulze!

    Gedenkveranstaltungen, wie die des Vereins „Spurensuche“ am 01. März 2012 oder auch die des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins zum Volkstrauertag; das Erinnern an die Toten und das Leid aller Kriege, an die Gräuel der Nazi-Herrschaft und Gewaltherrschaft überall auf der Welt, dienen dazu, unser aller Zusammenleben ein Stück mehr vor Krieg und Diktatur zu feien – damit sich (dunkle) Geschichte nicht wiederholen kann!

    Bedauerlich, dass Sie das offenbar anders sehen; wir (als Stadtteilzeitung) werden (nach unseren Möglichkeiten) jedenfalls unseren Teil dazu beitragen, dass wir hierzulande nie wieder in Zeiten von Zwangsarbeitern, Erschießungskommandos, Partisanen,… zurückfallen!

    Ihre Cronenberger Woche

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