24.04.2012, 10.52 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Stadtteilbibliothek: „Urgestein“ verabschiedet

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Renate Flasdieck war die dienstälteste Mitarbeiterin der Stadtteilbibliothek Cronenberg, die von Christa Klosterköther (mi.) geleitet wird. Die "Jüngste" ist nunmehr Christina Breidenbach-Kerber (re.), die Nachfolgerin von Christa Flasdieck.

Bei ihr haben Dörper Kinder die ersten Bilderbücher ausgeliehen, später die ersten Lese-Schritte unternommen, sich dann mit Kassetten und Jugendbüchern eingedeckt, bevor sie als mittlerweile ausgewachsene Bücherfreunde zu Romanen, Krimis, Reiseführern oder Biografien griffen – mit Renate Flasdieck von der Stadtteilbibliothek Cronenberg sind viele „Leseratten“ „im Dorf“ groß geworden. 1974 begann die Dörperin ihre Tätigkeit bei der Stadtteilbibliothek, am vergangenen Freitag, 20. April 2012, ging Renate Flasdieck nach 38 Jahren in den Ruhestand.

Noch in den Räumen der früheren Sparkasse Cronenberg an der Hauptstraße 1, in denen heute Foto-Media Hensel ansässig ist, begann Renate Flasdieck ihre Tätigkeit in der Dörper Stadtbibliothek. Die Cronenbergerin war „Quereinsteigerin“, denn sie ist gelernte Schneiderin – „aber ich habe schon immer Bücher geliebt und gerne gelesen“, so Renate Flasdieck zu ihrem „Umstieg“ vor 38 Jahren. Vier Mitarbeiter zählte die Dörper Bibliothek damals, zwischenzeitlich hat sich einiges verändert: So erfolgte 1986 der Umzug ins Kulturzentrum Borner Schule, das Personal ist mittlerweile auf zwei Mitarbeiter reduziert und statt Schallplatten und Kassetten geben längst auch in der Borner Straße CDs und DVDs sowie Internet den Ton an.

Das gute alte Buch ist jedoch nach wie vor gefragt, nur Sachbücher werden nach Worten von Renate Flasdieck weniger ausgeliehen – „Googeln“ lässt grüßen… Auch die Gesichter der Nutzer haben sich geändert, nicht wenige davon kennt die dienstälteste Mitarbeiterin der Dörper Stadtteilbibliothek seit Kindesbeinen an: „Einige Kinder aus den ersten Jahren kommen jetzt als junge Mütter oder Väter mit ihren Kindern zu uns“, lacht Renate Flasdieck: „Und viele wollen noch bei ihrem Vornamen genannt werden.“ Insofern gab es für das Urgestein“ der Cronenberger Bibliothek viele Hände zu schütteln, als die 61-Jährige Abschied feierte; aber: „Man sieht sich ja weiter im Dorf“, meinte eine Nutzerin zu Renate Flasdieck.

Auf den Ruhestand freut sich die Cronenbergerin übrigens: Hund, Haus, Garten, Wohnmobil, Mann, Kinder und Enkel sowie drei Ziegen – Langeweile wird bei Renate Flasdieck kaum aufkommen, „und nach 46 Jahren Arbeit habe ich mir den Ruhestand wohl auch verdient“. Übrigens: Vorzug ihrer Tätigkeit bei der Stadtbibliothek ist, dass Renate Flasdieck ihren Mitarbeiterstatus als Nutzerin auch im Ruhestand behält – da wird sicherlich auch das eine oder andere Buch gelesen…

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