26.04.2012, 10.15 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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DRK-Zentrum Mastweg: Vom Provisorium zur festen Institution

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Hier wird am 29. April 2012 groß gefeiert: das DRK-Kinder- und Jugendzentrum Mastweg und die benachbarte KiTa "Wilde 13".

Gleich drei gute Gründe zum Feiern gibt es am kommenden Sonntag, 29. April 2012, am Mastweg: Rund um das Kinder- und Jugendzentrum und den Rotkreuz-Kindergarten werden 40 Jahre DRK-Arbeit am Mastweg, 15 Jahre DRK-KiTa „Wilde 13“ sowie die Einweihung des neu gestalteten KiTa-Außengeländes mit einem märchenhaften Fest begangenen. Nach der Eröffnung um 13 Uhr folgen Aufführungen, die Einweihung des neuen Spielbereichs der „Wilden 13“, Spiel-Aktionen für Klein und Groß sowie um 15 Uhr eine Aufführung des Allegria-Figurentheaters; Kaffee und Kuchen, Waffeln und Grillwürstchen runden das DRK-Fest kulinarisch ab.

Im August 1972 begann das Deutsche Rote Kreuz mit seiner Arbeit im Neubaugebiet Mastweg: Im Büro des Architekten Steck eröffnete eine Spiel-Stube, ein Alten-Club wurde ins Leben gerufen, zudem bot eine Sozialarbeiterin Sprechstunden an. Auf Initiative von Beate Bremme wurde die DRK-Arbeit am Mastweg im Mai 1973 eine von nur drei bundesweiten Modellprojekten: Das DRK-Sozialzentrum ging als eine „Erste Hilfe“-Anlaufstelle für die Mastweg-Bewohner an den Start. Es gab ebenso Gruppenangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, wie Kinderbetreuung, Seniorenclub, Kurse der Volkshochschule oder auch Mieterberatung sowie die Organisation von Nachbarschaftshilfe. „An vier Vormittagen werden hier Kinder verwahrt, damit die Mütter dringende Besorgungen erledigen können“, beschrieb ein Zeitungsartikel zur Eröffnung in einem für heutige Ohren ungewöhnlichem „Jargon“ eine Aufgaben.

Der Jugend am Mastweg war das zu wenig: Rund 30 Jugendliche nutzten die Einweihungsfeier, um mit Plakaten ihren Unmut kund zu tun, dass nicht genug für Jugendliche am Mastweg getan werde: „Wir brauchen Platz, um unter uns zu sein“, hieß es in einem Aufruf der „Jugend vom Mastweg“ (JVM): „Helfen auch Sie uns, dass wir von der Straße wegkommen!“, appellierten die Demonstranten. Um ihre Forderung auf den Weg zu bringen, überreichten die Jugendlichen immerhin 155 Mark als „Grundstock“ für einen Jugendraum an den damaligen Bürgermeister Kurt Drees.

Nicht zuletzt, weil es Probleme mit der Baugenehmigung gab, aber sich auch Nachbarn in ihrer Ruhe gestört fühlten, wie die Presse damals berichtete, endete das Modellprojekt 1978 und das Gebäude am Entree zum Mastweg (Ende Schulweg) wurde schließlich abgerissen. Zwischenzeitlich hatten sich Stadt und DRK allerdings auf ein neues Kinder- und Jugendzentrum verständigt, das 1979 am heutigen Standort eingeweiht wurde. Schwerpunkte waren nun eine offene Kinder- und Jugendarbeit, aber auch ein Seniorenclub zählte zum Angebot, und Jugendliche kamen nun auch zu ihrem Recht! 1987/1988 folgte eine erste Erweiterung: Das DRK-Zentrum wuchs von 160 auf 240 Quadratmeter und erhielt eine große Küche, einen Werkraum und mehr Platz für sportliche Aktivitäten. Im April 1997 wurde das nächste Kapitel aufgeschlagen: Die Kindertagesstätte „Wilde 13“ mit insgesamt 45 Plätzen entstand.

Zwischenzeitlich gab es hochtrabende Pläne für einen Neubau an der Hastener Straße, die allerdings längst zu den Akten gelegt sind. Das zuvor als Übergangslösung geplante DRK Kinder- und Jugendzentrum hat daher immer noch Bestand – „nichts hält länger als ein Provisorium“, schmunzelt Anneliese Füssel, die das DRK-Zentrum bereits seit 1981 leitet. Würde an der Einrichtung im Herzen des Mastweg gerüttelt, es käme sicherlich erneut zu Protesten – das DRK-Zentrum ist nicht mehr wegzudenken: Rund 95 Kinder und Jugendliche schauen mindestens zweimal pro Woche bei Anneliese Füssel und ihrem Team rein und nutzen die Hausaufgaben-Betreuung, das Mittagessen-Angebot, das Schüler-Café, den offenen Kinder- und Jugendtreff oder auch die Ferienangebote. Das DRK-Zentrum ist aber nicht nur für Kinder da, sondern bietet auch immer mehr Angebote für die ganze Familie – der Seniorenclub oder der Sonntagstreff sind nur zwei Beispiele.

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