07.06.2012, 17.13 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Hösterey: Eigentümerfirma vor der Pleite

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Seit Jahren setzt sich der Bürgerverein Sudbürger für eine Sanierung des belasteten Hösterey-Geländes an der Sudberger Straße ein. Der Eigentümer wird dazu nun wohl nicht mehr herangezogen werden können...

Mal wieder Neuigkeiten zum „Dauerbrenner Hösterey“: Dem Eigentümer des schadstoffbelasteten Grundstückes an der Sudberger Straße droht die Pleite. Wie Kathrin Camp von der Kölner Insolvenzverwalter-Kanzlei Niering-Stock-Tömp auf CW-Nachfrage bestätigte, läuft das Insolvenzeröffnungsverfahren. Bereits seit einigen Wochen ist die Rechtsanwältin und Spezialistin für Insolvenzrecht damit beschäftigt, ein Gutachten dazu zu erstellen, ob und inwieweit „eine Insolvenzreife“ des Eigentümers des Sudberger Areals vorliegt. Dabei hat sich Kathrin Camp auch vor Ort in Sudberg ein Bild gemacht, Näheres dazu wollte die Kölner Anwältin nicht mitteilen.

Ansgar Toennes, Leiter des Umweltamtes der Stadt Wuppertal, berichtete, dass die Stadt erst im April die so genannte „Androhung der Ersatzvornahme“ durchgesetzt habe. Diese, so Toennes weiter, habe am 25. Mai Bestandskraft erhalten, damit hätte die Stadt die Sanierung in Angriff nehmen und die Kölner Firma dafür zur Kasse bitten können. Zugleich hat die Stadt für die auf 300.000 geschätzten Sanierungskosten einen Förderantrag bei der Bezirksregierung gestellt – gibt’s hierzu grünes Licht, übernimmt das Land 80 Prozent der Kosten.

Keine große Überraschung löste die CW-Nachricht von der drohenden Pleite bei Sabine Böttcher aus: „Das ist ja genau das, was wir immer gesagt haben – die Firma windet sich so lange, bis kein Geld mehr da ist“, äußerte sich die Vorsitzende der „Sudbürger“. Nun, so die Vorsitzende des Sudberger Bürgervereins, werde wohl das eintreten, was man stets befürchtet habe – dass die Stadt auf den Sanierungskosten sitzen bleibe. An den Sudbürger-Zielen ändere das nichts; Sabine Böttcher eindeutig: „Wir fordern weiterhin eine Sanierung und eine maßvolle Bebauung.“

Der Bürgerverein „Sudbürger e.V.” gründete sich im Jahre 2006 aus einer Initiative, die sich für eine Säuberung des Hösterey-Areals sowie gegen eine zu massive Bebauung des Geländes einsetzte. 2005 war auf dem Grundstück einer ehemaligen Schleiferei ein Schadstoff-Cocktail festgestellt worden, darunter Blei, Arsen und Nickel, in einer Ecke sogar das als stark krebserregend geltende Chrom VI. Immer wieder wechselnde Eigentümer wollten das Gelände zunächst mit bis zu 27 Häusern bebauen, zuletzt lag eine Genehmigung für zwei Doppelhäuser vor – Käufer fanden sich jedoch nicht.

Mehr Infos zum Bürgerverein Sudbürger sowie eine Chronologie des Gerangels um das Hösterey-Gelände finden sich unter www.sudbuerger.de.

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