31.07.2012, 16.16 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Unterkirchen: „Ramps“ sind weg – wann gibt’s Ersatz?

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"Die Ramps müssen wieder her!", fordern Thomas Müller-Gaffkus (li.), Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky (2.v.li.), Ratsherr Dirk Kanschat (mi. hi.), Biker Benjamin Müller sowie Claudia Schmidt (2.v.r.), Vorsitzende der CDU-Fraktion in der BV Cronenberg.

In einem Antrag zur September-Sitzung der Bezirksvertretung Cronenberg forderten die Dörper Christdemokraten jüngst den Einsatz von Streetworkern sowie Projekte der Jugendhilfe, wie zum Beispiel „Basketball bei Nacht“, in Cronenberg. Hintergrund war die neuerliche „Vermüllung“ eines Kinderspielplatzes in Sudberg und rund um eine Bank an der sogenannten „Fliegerwiese“ sowie Zerstörungen in einem Feld durch einen Treff von Jugendlichen (die CW berichtete). „Wir müssen die Jugendlichen dort abholen, wo sie sind“, lautete die Anregung der CDU Cronenberg in diesem Zusammenhang.

Zum Skater-Platz in Unterkirchen müssen mögliche Streetworker aktuell nicht mehr hin – „hier fährt keiner mehr!“, berichten Peter Lütz, Kai Brizewski und Benjamin Müller. Der Grund: Auf dem Skater-Platz wurden zwei Rampen abgebaut, die beiden übrig gebliebenen „Ramps“ haben nach Angaben der drei Cronenberger Mountainbiker kaum noch einen Nutzen für Biker und Skater. Bedauerlich: Nach Worten des „reifen“ Dörper Biker-Trios, das zwischen 26 und 32 Jahre alt ist, nutzten bislang bis zu 20 Skater und Biker regelmäßig die Ramps in Unterkirchen, die meisten davon im Alter zwischen sieben und 16 Jahren. Darunter zum Beispiel auch Peter Lütz‘ Sohn Janosch, obwohl erst fünf Jahre alt, schon ein begeisterter Biker: „Wo soll man denn jetzt hin“, verweisen Peter Lütz und Kai Brizewski darauf, dass die nächsten Skater-Plätze erst in Ronsdorf, Langerfeld oder am Viehhof sind: „Wenn die Kinder und Jugendlichen hier einen Platz haben, kommen sie nicht auf die Idee, Blödsinn zu machen.“

„Jetzt ist dieses Angebot auch noch weg!“

Vor dem Hintergrund des ohnehin schwachen Angebotes für Jugendliche in Cronenberg geht das gar nicht“, kritisiert Thomas Gaffkus-Müller, Vorsitzender der CDU Cronenberg, den Abbau der Rampen: „Jetzt ist dieses Angebot auch noch weg!“ Erstaunt zeigen sich auch Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky („Wir haben zu wenig Angebote für ältere Jugendliche!“) und Ratsherr Dirk Kanschat. In einer Mitteilung vom Juli 2011 sei der Bezirksvertretung für 5.500 Euro der Austausch einer Rampe wegen Unfallgefahr zugesagt worden; dass die beiden anderen Rampen offensichtlich bereits seit Februar abgebaut sind, sei dem Stadtteilparlament nicht mitgeteilt worden.

Ärgerlich ist das aus der Sicht des CDU-Stadtverordneten Dirk Kanschat nicht nur, weil für „sportliche“ Radfahrer eine Dirt-Bike-Strecke in Cronenberger Wäldern nicht möglich scheint; bedauerlich findet Kanschat, der den Skater-Platz als damaliger Leiter des Jugendhauses Cronenberg mit initiierte, den Abbau auch, weil die rund 20.000 D-Mark teuren Ramps Anfang des Jahrtausends unter anderem mit Sponsorengeldern finanziert worden seien. Gemeinsam mit Benjamin Müller, einem Nutzer der ersten Stunde, ist Dirk Kanschat sich daher einig: „Das muss wieder her!“

„Abbau war der Bezirksvertretung bekannt!“

Frank Zlotorzenski vom zuständigen Grünflächenamt der Stadt zeigte sich auf CW-Nachfrage überrascht von der Reaktion der Cronenberger CDU: Der Bezirksvertretung Cronenberg sei vorab bekannt gemacht worden, dass die Ramps marode gewesen seien und abgebaut werden mussten. „Bei Unterkonstruktionen aus Holz ist das so, dass sie nach 10 Jahren hin sein können“, berichtet Zlotorzenski: „Wir haben eine Verkehrssicherungspflicht und der müssen wir nachkommen!“ Wann die laut Angeboten rund 10.000 Euro teuren Ramps ersetzt werden, vermochte Zlotorzenski nicht zu sagen, das städtische Budget für Kinderspielplätze sei vollkommen ausgereizt: „Was irgendwie geht, machen wir auch – wenn Geld übrig ist, dann auch noch in diesem Jahr“, versichert Frank Zlotorzenski. Der Sommer dürfte für sie zwar gelaufen sein, die Biker und Skater von Unterkirchen würden sich darüber aber sicherlich freuen…

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Lesermeinungen zu diesem Artikel

  1. Katja de Groot
    31.07.2012, 19:18 Uhr   |   Direktlink

    was mich hier in Wuppertal generell stört ist,das für Kinder immer kein Geld übrig ist. Alles wird gekürzt oder gestrichen oder wie im Beitrag abgebaut aber das morgens um halb sechs sämtliche Ampeln geschaltet sind (was vor kurzen nicht so war) dafür ist Geld übrig. Da kann man mal sehen wo hier die Privilegien gesetzt werden. Bloß nicht für die unsere Kinder, die Erwachsenen von morgen!!! Traurig

  2. Dirk Heinrichs
    01.08.2012, 11:37 Uhr   |   Direktlink

    Sie können die jungen Erwachsenen gern freitags und samstags
    zwischen 22.00 Uhr und 02.00 Uhr am Ehrenmal abholen, dann kann ich vielleicht meine Nachtruhe ohne Gegröle abhalten.

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