08.01.2013, 13.14 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Altlasten: Sanierung des Hösterey-Geländes noch in 2013?

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Seit Jahren setzt sich der Bürgerverein Sudbürger für eine Sanierung des belasteten Hösterey-Geländes an der Sudberger Straße ein. Der Eigentümer wird dazu nun wohl nicht mehr herangezogen werden können...

Am kommenden Montag, 14. Januar 2013, trifft sich der Bürgerverein „Sudbürger e.V.“ zu seiner alljährlichen Mitgliederversammlung. Während dazu immer noch offen ist, wer die Nachfolge von Sudbürger-Chefin Sabine Böttcher antreten wird, die nicht mehr kandidieren will, ist ebenso ein weiteres Thema ungeklärt: die Zukunft des Hösterey-Geländes.

Wie mehrmals berichtet, gab eine Altlast auf dem brach liegenden Firmengrundstück an der Ecke Schöppenberg/Sudberger Straße den Anstoß zur Gründung der „Sudbürger” im Jahre 2006. Ein Jahr zuvor war auf dem Hösterey-Gelände ein Schadstoff-Cocktail festgestellt worden, darunter Blei, Arsen und Nickel, in einer Ecke sogar Chrom VI,  das als stark krebserregend gilt. Zunächst sollte das Gelände mit bis zu 27 Häusern bebaut werden, zuletzt lag eine Genehmigung für zwei Doppelhäuser vor – Käufer fanden sich jedoch bislang offensichtlich nicht.

Sieben Jahre nach der Sudbürger-Gründung wird das Thema „Hösterey“ auch wieder am kommenden Montag auf der Tagesordnung des Bürgervereins stehen: Dass die Sanierung des belasteten Teils des Grundstückes noch immer aussteht, ist nichts wirklich Neues. Dass sich auch acht Jahre nach Feststellung der Verseuchung nichts an der Sudberger Straße getan hat, verwundert aber. Zumal eine Sprecherin der Stadt bereits vor fast einem Jahr gegenüber der CW zu Protokoll gab, dass „andere Maßnahmen” ergriffen würden. Ende Mai 2012 schien es soweit: Wie der Leiter des Umweltamtes der Stadt Wuppertal berichtete, hatte die Stadt eine so genannte „Ersatzvornahme“ durchgesetzt.

Mangels Masse: Insolvenzverfahren gegen Eigentümerfirma eingestellt

Soll heißen: Von nun an konnte die Stadt die auf circa 350.000 Euro geschätzte Sanierung selbst durchführen lassen, um sie dann der Kölner Eigentümerfirma des Hösterey-Geländes in Rechnung zu stellen. Zugleich stellte die Stadt einen Förderantrag bei der Bezirksregierung Düsseldorf mit dem Ziel, dass sich das Land NRW mit 80 Prozent an den Sanierungskosten beteiligt. Dass für die Sanierung Geld zu holen sei, stand im Sommer 2012 mehr denn je in den Sternen: Wie berichtet, wurde ein Insolvenzverfahren gegen die Kölner Firma eingeleitet. Wie Kathrin Camp von der Kölner Insolvenzverwalter-Kanzlei Niering-Stock-Tömp auf CW-Nachfrage berichtet, ist das Insolvenzeröffnungsverfahren mittlerweile eingestellt  – „das Verfahren ist mangels Masse abgewiesen worden“, so die Spezialistin für Insolvenzrecht gegenüber der CW. Etwas „Masse“ ist aber doch da: Nach CW-Informationen soll die Eigentümerfirma das Sudberger Grundstück wieder über ein Immobilienportal zu vermarkten versuchen – in Form einzelner Parzellen oder auch als „Gesamtpaket“.

Gute Chancen auf 80-Prozent-Förderung durch das Land

„Wir haben alle Register gezogen“, versichert derweil Georg Schmitz vom Umweltschutzressort der Stadt. Derzeit sei das Rechtsamt der Stadt dabei zu prüfen, ob sich im Zuge des Insolvenzverfahrens etwas an dem Eigentümerverhältnissen des Grundstückes geändert hat. Sollte das nicht der Fall sein, peilt die Stadt laut Schmitz die Sanierung der Altlast für Herbst/Winter an – 2013, wohlgemerkt! „Wenn das Insolvenzverfahren nicht gewesen wäre, dann wären wir jetzt schon dabei“, so der städtische Umweltschützer gegenüber der CW. Auf Landesförderung kann sich die Stadt offensichtlich berechtigte Hoffnungen machen: Der Förderantrag auf eine 80-Prozent-Förderung der Sanierung durch das Land  liegt nach CW-Infos bereits seit 2011 bei der Bezirksregierung auf Eis. Man warte auf  das notwendige Startsignal aus Wuppertal, erfuhr die CW; wenn das gegeben wird, werde man die Fördermittel beim Land beantragen – die Chancen, dass die 280.000 Euro noch in 2013 bewilligt werden, stünden gut, heißt es aus Düsseldorf.

Alle Jahre wieder besteht neue Hoffnung, dass das Kapitel „Altlasten-Sanierung“ an der Sudberger Straße geschlossen werden könnte – die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Mehr Infos zum Bürgerverein Sudbürger sowie eine Chronologie der Geschehnisse rund um das Hösterey-Gelände finden sich unter www.sudbuerger.de.

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