14.02.2013, 11.48 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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CDU Cronenberg verlieh diesmal gleich vier Kanzler-Medaillen

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CDU-Chef Thomas Gaffkus-Müller (2.v.li.) sowie Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky (2.v.re.) mit den diesjährigen Preisträgern der CDU-Kanzlermedaille: Helmut Pathe (li.), Hans-Peter Mühlhoff (3.v.li.), der die Auszeichnung für den erkrankten Heinz Vitt entgegen nahm, sowie Edmund Tschense (mi.) und Stefan Alker (re.).

„Der wahre Nabel“ der Politischen Aschermittwoch-Veranstaltungen war auch in diesem Jahr nicht in Passau oder in Vilshofen zu suchen, sondern in Cronenberg – zumindest aus dem Dörper Blickwinkel betrachtet, natürlich! Die CDU Cronenberg hatte den Saal der Lebenshilfe Wuppertal angemietet und lud bei Heringsstipp und Kölsch oder Frikadellen und Weißbier zum alljährlichen Aufgalopp ein – wobei: Auf einigen Tellern wurden Heringsstipp und Frikadelle gesichtet – die Fastenzeit steht ja auch vor der Tür! Neben mehr oder minder launigen Reden von CDU-Politikern aus Stadt, Land und Bund (mehr dazu demnächst online), hatte der Cronenberger Polit-Aschermittwoch auch diesmal einen besonderen Höhepunkt: die Verleihung der Kanzler-Medaille für besonderes Engagement.

Am gestrigen Mittwoch, 13. Februar 2013, lagen indes gleich vier Medaillen und gerahmte Urkunden parat: In diesem Jahr ehrten die Dörper Christdemokraten zwei Urväter der Cronenberger Werkzeugkiste, den Werkzeugkisten-Verein sowie den ehemaligen Oberstaatsanwalt und engagierten Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Küllenhahn, Helmut Pathe. Für die Laudatio an die Adresse der Werkzeugkisten-Preisträger bat CDU-Vorsitzender Thomas Gaffkus-Müller zunächst Cronenbergs Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky ans Mikrofon.

Von Wenczowsky erinnerte im Lebenshilfe-Saal daran, dass ein Feuerwehr-Einsatz bei der Lebenshilfe, Anfang 1970, den Anstoß für das große Cronenberger Benefizfest gab: Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Cronenberg kehrten beeindruckt von den damals einfachen Verhältnissen in den Behinderten-Werkstätten in ihr Löschhaus in der Kemmannstraße zurück. Heinz Vitt, der damalige Chef der Dörper Feuerwehr, beließ es nicht dabei: Gemeinsam mit dem damaligen Journalisten Hans Rötzel, dem seinerzeitigen Dorf-Sheriff Manfred Papschick sowie Edmund Tschense, dem damalige Bereitschaftsführer des DRK Cronenberg, „heckte“ man die Werkzeugkisten-Idee „aus“.

Cronenberger Werkzeugkiste:
„Sie fördern die Gemeinsamkeit!“

Unter der Überschrift „Einander verstehen – miteinander leben“ fand 1972 die Erstausgabe statt – durch die insgesamt 21 Ausgaben des alle zwei Jahre stattfindenden Benefizfests, das seit einigen Jahren durch den Verein „Cronenberger Werkzeugkiste“ veranstaltet wird, kamen bisher rund 900.000 Euro für Behinderte in Wuppertal und der Partnerstadt Schwerin sowie andere gemeinnützige Zwecke in Cronenberg zusammen. „Die Werkzeugkiste ist etwas Einmaliges, sie verbindet die Bürger“, würdigte Bezirksbürgermeister von Wenczowsky die Initiatoren und Organisatoren: „Ich bin ihnen dankbar, sie verbinden Behinderte und Nicht-Behinderte, sie fördern die Gemeinsamkeit in Cronenberg!“

Während Heinz Vitt aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnte, nahm in seiner Vertretung Hans-Peter Mühlhoff, „Urvater“ Edmund Tschense sowie Werkzeugkistenvereins-Vorsitzender Stefan Alker aus den Händen von Michael-Georg von Wenczowsky sowie CDU-Chef Thomas Gaffkus-Müller die Kanzler-Medaillen und Urkunden entgegen. Nach einem weiteren musikalischen Intermezzo durch zwei Schülerinnen der Musikhochschule Wuppertal trat dann nicht ohne Grund Pfarrer i.R. Horst Jedan ans Mikrofon: Der frühere Pastor der Evangelischen Kirchengemeinde Küllenhahn hielt die Laudatio auf den weiteren Medaillen-Empfänger des Abends – Helmut Pathe.

Helmuth Pathe: „Um Gemeinde verdient gemacht
und für Rechtsstaat den Kopf hingehalten“

Horst Jedan, 35 Jahre lang Pfarrer der kleinsten selbstständigen Gemeinde des Kirchenkreises Wuppertal, stellte den Vorsitzenden des Presbyteriums der Küllenhahner Gemeinde als jemanden vor, „der sich um Küllenhahn verdient gemacht hat“. In seiner Eigenschaft als Mitglied des Küllenhahner Verhandlungsausschusses habe der heute 73-Jährige in den Jahren 2003 und 2004 entscheidend dazu beigetragen, dass die kleine Gemeinde im Cronenberger Norden ihre Selbstständigkeit behalten durfte: „Sonst wäre Küllenhahn heute eine Schlafstadt Elberfelds“, betonte Horst Jedan.

Der frühere Küllenhahner Pastor unterstrich aber auch das aufrechte berufliche Wirken des Juristen, der im Jahre 2003 als Oberstaatsanwalt in den Ruhestand ging: Pathe habe in den Jahrzehnten seiner Tätigkeit für Recht und Ordnung „den Kopf hingehalten“, was insbesondere in den 1970er Jahren des RAF-Terrors nicht ungefährlich gewesen sei: „Er hat mit Leib und Seele Einsatz gezeigt“, würdigte Horst Jedan den Kanzler-Medaillen-Preisträger: „Helmut Pathe hat dagegen gehalten und das Recht hochgehalten!“

Der so Geehrte erwiderte die flammende Laudatio und die folgende Auszeichnung mit einen „Danke, danke, danke“, um dann auch einige Kostproben von dem Esprit und Witz zu geben, die Pfarrer Horst Jedan ihm zuvor attestiert hatte. Ganz ernst gemeint bekannte Pathe aber, dass er die CDU-Auszeichnung gerne annehme, zumal: „Man muss als kleine Gemeinde immer aufpassen, nicht übersehen zu werden.“ Schade nur, dass dies einige Gäste „überhörten“: Insbesondere die Schlussphase des CDU-Aschermittwochs litt unter der sich anbahnenden „Aufbruchsstimmung“ – um den jeweiligen Preisträgern besser gerecht zu werden, sollten die Christdemokraten vielleicht die „Dramaturgie“ ihres Abends überdenken…

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