14.02.2013, 15.21 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Stadt will eine neue Cronenberger Sporthalle – aber wann?

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Hinter dem denkmalgeschützten Schulgebäude an der Berghauser Straße soll die neue Cronenberger Sporthalle errichtet werden - es fragt sich neuerdings wieder, wann damit begonnen wird...

„Gute Nachricht: Stadt will Sporthalle an der Berghauser Straße“, lautete die Überschrift zu dem CW-Artikel, der sich mit dem zweiten „Cronenberger Sportgespräch“ der CDU beschäftigte. Bei dem Treffen am 17. Januar 2013 machten Sport-Dezernent Matthias Nocke sowie Peter Keller, Leiter des Sport- und Bäderamtes, den anwesenden Vertretern aus Sport und Politik eine ziemlich klare Zusage: Auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule Cronenberg an der Berghauser Straße würde für etwa 4,8 Millionen Euro eine Dreifach-Sporthalle für rund 200 Zuschauer entstehen. Bereits 2016 könnten Planungsmittel für die geplante Cronenberger Sporthalle „locker gemacht“ werden, hieß es an diesem „denkwürdigen“ Januar-Abend und die Cronenberger Sport-Welt war in heller Vorfreude.

Hatte man sich zu früh gefreut? Es scheint so! Zählt man die Antworten des Sportamtes auf eine Große Anfrage der SPD-Fraktion zusammen, die in der Sportausschuss-Sitzung am heutigen Donnerstag, 14. Februar 2013, auf den Tisch kommen, dann „verschwimmt“ die „Frohe Botschaft“ im Rahmen der CDU-Sportgespräche zu einer „Zukunftsmusik“:  Es gebe zum Bau einer neuen Cronenberger Sporthalle keine konkreten Planungen, teilt das Sportamt mit; es sei zudem noch nicht klar, ob die Sporthalle am Standort Berghauser Straße überhaupt genehmigungsfähig wäre, und auch die veranschlagten 4,8 Millionen Euro Baukosten sind keineswegs in Sicht – darüber werde die Politik im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung (bis 2018) frühestens im Zuge der Aufstellung des städtischen Doppelhaushaltes 2014/15 entscheiden. Konkret: Vor dem Jahr 2020 dürfte es nichts mit einem Sporthallen-Neubau in Cronenberg werden!

Appell: SPD-Geschäftsführer Klebert fordert „Ehrlichkeit“

Entsprechend „erstaunt“ zeigt sich Ulf Klebert, Geschäftsführer der SPD-Ratsfraktion, über die „Hallen-Nachrichten“ aus Cronenberg: „Wir würden uns wünschen, dass alle Beteiligten mit der notwendigen Ehrlichkeit an die Sache herangehen“, wundert sich Klebert über die Aussagen im Rahmen der CDU-Gespräche. Nicht zuletzt als gebürtiger Cronenberger wisse er bestens, wie lange schon über einen Hallenneubau „em Dorpe“ gesprochen wird: „Ich weiß auch aus eigener Erfahrung, welche Nöte Cronenberg hat“; zur Ehrlichkeit gehöre nach Worten Klebert aber auch, dass zudem an zwei weiteren Standorten in der Stadt die Notwendigkeit zum Bau von neuen Hallen bestehe.

Damit gemeint sind die Pläne für Hallen an der Gesamtschule Langerfeld sowie der 6. Gesamtschule (Kruppstraße/Röttgen). Während der Langerfelder 3,7-Millionen-Bau bereits im Herbst starten soll, rangieren die Hallen-Pläne für die 6. Gesamtschule in der Verwaltungsliste auf Platz 2 – vor Cronenberg! Die Planungen für die auf 3,5 Millionen Euro veranschlagte Sporthalle an der 6. Gesamtschule sollen ab 2017 beginnen. Frühestens ab den Haushaltsjahren 2016/17, so heißt es in der Antwort des Sportamtes auf die Große SPD-Anfrage weiter, könnte dann mit der Projektplanung für eine Cronenberger Halle begonnen werden – falls dann die entsprechenden Haushaltsmittel dafür bereit gestellt würden…

Kritik: Grünen-Ratsherr bemängelt „CDU-Aktionismus“

Entsprechend kritisiert auch Grünen-Sprecher Peter Vorsteher, dass im Rahmen der CDU-Sportgespräche kein realistischer Zeitplan für den Cronenberger Hallen-Neubau skizziert worden sei. Gleichzeitig bemängelt der Cronenberger Stadtverordnete das Vorpreschen der Dörper Christdemokraten zu dem Sporthallen-Thema: Die CDU habe eine Verabredung in der Bezirksvertretung Cronenberg gebrochen, nach der alle Parteien gemeinsam für die Sporthalle an einem Strang ziehen wollten – „alle haben sich daran gehalten, nur die CDU nicht“, bemängelt der Grünen-Ratsherr. Man wolle doch allesamt das Gleiche, mit einer Stimme zu sprechen sei daher sinnvoller; Vorsteher abschließend: „Das, was die CDU gemacht hat, ist doch Aktionismus!“

Quintessenz der Kritik von SPD und Grünen sowie der Aussagen des Sportamtes: Cronenberg darf sich weiter auf eine bessere Lage im Sportbereich freuen, fragt sich nur wie lange es bei der „Vor-Freude“ bleiben wird…

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Lesermeinungen zu diesem Artikel

  1. Thomas Gaffkus-Müller
    15.02.2013, 17:08 Uhr   |   Direktlink

    Offensichtlich sind die Kritiker der CDU-Vorgehensweise nicht richtig über die Inhalte und Aussagen der „Sportgespräche“ informiert, oder es hat dort für die anderen Parteien bereits der Bundestagswahlkampf begonnen… In meinen Augen wäre letzteres allerdings deutlich verfrüht und in dieser Cronenberger Angelegenheit gänzlich unangebracht. Denn: Nichts Anderes, als jetzt hier als „Richtigstellung“ versucht wird, wurde nämlich dort auf dem letzten Sportgespräch besprochen und mitgeteilt.
    Es gibt eine Vorprüfung und schriftliche Aussage der Verwaltung, daß das Grundstück grundsätzlich geeignet ist. Es gibt entsprechende Anträge,
    Planungsmittel bereits frühzeitig im Haushaltsjahr 2014/2015 bereitzustellen. Über diese ist keineswegs bereits entschieden. Ein konkreter Grund, warum nicht frühzeitig mit den Planungen begonnen werden kann, ist mir derzeit nicht ersichtlich.
    Daß ein solches Vorhaben immer auch unter Finanzierungsvorbehalt steht, also konkret Geld hierfür da sein muss, ist allen Beteiligten klar. Und – auch die Sportler in Cronenberg sind allesamt mündige Bürger, die so etwas wissen. Insofern haben wir hier mit der „Ehrlichkeit“ keine Probleme, der Vorwurf ist klar zurückzuweisen.
    Eine Terminaussage, daß die neue Halle zu einem bestimmten Zeitpunkt, etwa 2017/2018 „steht“ wurde weder von der CDU noch von der Verwaltung getroffen. Es ist bekannt, daß,obwohl ursprünglich Cronenberg unmittelbar nach Langerfeld rangierte, dort auf der Verwaltungsliste jetzt zunächst die 6. Gesamtschule steht – umso wichtiger ist es, daß Politik und Sport in Cronenberg hier an einem gemeinsamen Strang ziehen und ihr Gewicht in die Waagschale legen. Uneinig eine Angelegenheit „kaputtzudiskutieren“ ist immer einfacher als sie gemeinsam nach vorn zu bringen.
    Klartext : Jetzt der CDU Aktionismus vorzuwerfen, und sie würde dort aus einer Verabredung ausscheren, nur weil sie eine solche Forderung benennt, einen Austausch der Beteiligten organisisert und sich dafür stark macht,
    ist nicht in Ordnung. Je nach Lesart könnte das vielmehr die Frage aufwerfen, wessen Interessen hier tatsächlich von den Kritikern vertreten werden.
    Es ist vollkommen legitim, und weit mehr als „Kirchturmpolitik“, sondern vielmehr unsere ureigene Aufgabe, wenn wir als Cronenberger CDU die Interessen Cronenbergs, seiner Bürger und
    des Cronenberger Sports vertreten. Dieses jetzt seitens SPD und Grünen zum verfrühten Wahlkampfthema zu machen, wird der Wichtigkeit der Sache nicht gerecht.

    Thomas Gaffkus-Müller
    CDU Stadtbezirksverband Cronenberg

  2. Martin
    15.02.2013, 19:03 Uhr   |   Direktlink

    Bringt sicherlich nicht die riesige Kosteneinsparung, aber muss die Zuschauertribüne für 200 Leute sein? Wir haben am Küllenhahn eine Halle mit Tribüne, das müsste doch eigentlich reichen.

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