26.03.2013, 19.19 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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5 Jahre nach der Insolvenz: Das TiC ist erfolgreicher Kulturträger

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Fünf erfolgreiche Jahre nach dem "Neustart" stellten Peter Krämer (re.) und Stefan Hüfner selbstbwusst fest: "Das TiC ist ein erfolgreicher Kulturträger in Wuppertal!"

„Keine Panik auf der Titanic“, sagte Insolvenzverwalter Stephan Ries, als das „Theater in Cronenberg“ (TiC) im August 2007 seine Zahlungsunfähigkeit verkünden musste: „Die Insolvenz kann auch die Chance für eine Sanierung sein.“ Unter der Führung der neuen Geschäftsführer Ralf Budde und Stefan Hüfner wurde diese Chance im Frühjahr 2008 angegangen – nun lässt sich feststellen: Sie ist ergriffen worden! „In fünf Jahren alle Kosten gedeckt“, „das „Eigenkapital weiterhin in voller Höhe vorhanden“, die Theaterkosten konstant und geradezu traumhafte Auslastungen der Vorstellungen von über 90 Prozent – so lauteten einige Kennzahlen des TiC-Jahres 2012: „Das TiC ist ein erfolgreicher Kulturträger in Wuppertal“, stellten TiC-Beiratsvorsitzender Peter Krämer (Rinke Treuhand) und TiC-Geschäftsführer Stefan Hüfner fest.

Klar, dass die Vorstellung der TiC-Bilanz 2012 im Zeichen des „Neustart-Jubiläums“ stand: Man schaue nun auf fünf volle Geschäftsjahre zurück, unterstrich Peter Krämer, und dabei auf fünf Jahre der Stabilität in punkto Qualität, Zuschauerinteresse, der wirtschaftlichen Ergebnisse, aber auch des Engagements der Mitarbeiter und Darsteller des TiC-Theaters – „das ist nicht mehr kurzfristig“, betonte der TiC-Beirat. Als sein Ziel bei Antritt benannte Krämer, die wirtschaftlichen Prozesse und Planungen im TiC transparent zu machen; denn: „Wenn man glaubhafte Konzepte hat, dann haben Sponsoren auch Vertrauen und sind eher zur Unterstützung bereit.“ Sein Anspruch sei es dabei gewesen, den Beweis anzutreten, dass dieses Transparenz-Credo auch bei einem Theater funktioniert; Krämer: „Ich bin auch ein wenig stolz, dass wir das geschafft haben.“

„Die TiC-Geschäftsführer gehen einen guten Weg!“

Aber: Man könne noch so viel Transparenz schaffen und Konzepte schmieden, wenn die Zuschauer nicht ins Theater fänden, sei das alles Makulatur. War es aber nicht in den vergangenen fünf TiC-Jahren: Die Zuschauerzahlen liegen konstant über 25.000 Besucher pro Jahr, die Zahl der Fördermitglieder bei rund 800 „TiC-Clubberern“, auch alle Beiräte und Gesellschafter sind „bei der Stange geblieben – „ich habe selten ein so harmonisches Zusammenspiel erlebt“, bilanzierte Peter Krämer weiter. „Es ist in diesen fünf Jahren was pasiert, was wir uns alle gewünscht haben“, ergänzte TiC-Geschäftsführer Stefan Hüfner: „Das Theater ist stabil!“ Bei der Gelegenheit attestierte Peter Krämer den TiC-Chefs Stefan Hüfner und Ralf Budde, der sich übrigens entschuldigen ließ, weil er derzeit als Co-Regisseur die Oper „Der Wildschütz“ an der Wiener Volksoper inszeniert: „Wir finden den Weg, den beide gehen, ausgesprochen gut!“

Apropos: Ausgesprochen gut war auch das TiC-Jahr 2012: Zwar wurde die Zahl der Vorstellung etwas auf nunmehr 350 Aufführungen heruntergefahren, um die nebenberuflich aktiven Darsteller nicht zu überlasten; zwar sanken damit natürlich auch die Besucherzahlen, blieben aber dennoch über der 25.000-Zuschauer-Marke; zwar brachte das TiC auch im letzten Spieljahr auch wieder „Risiko-Stücke“ wie „Gut gegen Nordwind“ oder „Der zerbrochne Krug“ auf die Bühne – trotz alledem verbuchte das Dörper Theater aber auch 2012 wieder eine Top-Auslastung über 90 Prozent: „Bei dieser Quote kriege ich ein gutes, warmes Gefühl“, gab Beiratsvorsitzender Peter Krämer zu Protokoll, und das will bei einem Wirtschaftsprüfer wohl was heißen…

„Wir wollen, dass sich jeder weiter eine TiC-Karte leisten kann!“

Trotz des „guten Gefühls“: Auch 2012 verbuchte das TiC wieder eine Unterdeckung, die diesmal bei rund 4,75 Euro pro Karte lag. Vor allem mit Hilfe des Fördervereins „TiC-Club“ sowie durch Sponsoren, aber auch durch Spenden und Zuschüsse konnte die Kostenlücke geschlossen werden. Peter Krämer zeigte sich zuversichtlich, dass das auch in Zukunft gelingt. Eigentlich müsste eine TiC-Karte 20,50 Euro kosten, bei einem Durchnittskartenpreis von 16 Euro muss das Theater mit einer strukturellen Unterdeckung von rund 5 Euro rechnen. Beiratsvorsitzender Krämer zeigte sich zuversichtlich, dass man die Differenz auch in Zukunft ausgleichen könne: „Wir glauben, dass wir ein erfolgreicher Kulturträger in Wuppertal sind.“ Eines wollen die TiC-Verantwortlichen indes nicht: die Kartenpreise erhöhen. „Wir wollen keine Zuschauer verlieren“, stellte Peter Krämer klar: „Wir wollen, dass sich jeder den TiC-Besuch weiterhin leisten kann!“

Bei der Gelegenheit: TiC-Karten eignen sich auch als Oster-Präsent und sind unter www.tic-theater.de oder unter Telefon 0202-47 22 11 erhältlich. Die nächste Premiere im TiC-Spielplan ist am 20. April 2013 das Musical „Hairspray“, das von Musical-Star Patrick Stanke inszeniert wird.

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