16.04.2013, 13.42 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Kanäle: Entwarnung in der Rather Str., Ärger am „Zum Tal“

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An der Rather Straße soll es mit der Bebauung nun bald los gehen: Nach Angaben des Grundstücksverkäufers sind auf den zehn Parzellen bis zu 15 Wohneinheiten möglich, die ersten Bauanträge sollen gestellt sein. Nur zwei Parzellen seien noch nicht verkauft.

Wenig Verkehr, aber viel Grün und tolle Weitsicht – die Rather Straße zählt zu den idyllischeren Wohnlagen in Cronenberg. Im April 2011 wurde die Ruhe hier allerdings gestört – Baupläne und ihre Folgen sorgten für Anwohner-Aufruhr: Auf einem rund 1,3 Hektar großen Wiesengrundstück im oberen Teil der hier nur einseitig bebauten Rather Straße sollen bis zu 15 Wohneinheiten entstehen.

Das Vorhaben an sich erregte die etwa 50 Anwohner, die zu einer Bürgerinformation gekommen waren, weniger; vor allem waren es die Kanalbau-Pläne im Zusammenhang mit der Bebauung: Da in der Rather Straße das Schmutzwasser über Gruben entsorgt wird, sollte für die Schmutzwasser-Entsorgung ein Druckwasserkanal gebaut werden – auf jeden Anwohner wären damit Gesamtkosten um die 20.000 Euro zugekommen, ganz abgesehen von den Kanalgebühren.

Kompromiss 2011: Schmutzwasser-Entsorgung über öffentliche Pump-Station

Anfang September 2011 gab es bei einer weiteren Bürgerinformation dann Teil-Entwarnung zu den Abwasser-Plänen: Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky versicherte, dass die günstigste Lösung für die 19 Grundstückseigentümer gefunden sei. Konkret: Nunmehr sollten die Anwohner an einen Freispiegelkanal angeschlossen werden, über eine öffentliche Pumpstation würden die Abwässer dann bergwärts zur Kohlfurther Straße gepumpt. Der (Kosten-)Vorteil: Die Anwohner hätten keine eigenen Pumpen anschaffen und installieren müssen.

180-Grad-Wende 2012: „Kompromiss ist zu teuer!“

Das sorgte zwar weiterhin für Kritik, dennoch kehrte nun wieder Ruhe an der Rather Straße ein. Auch wenn der eigentlich für den Sommer 2012 angepeilte erste Spatenstich nicht erfolgte und aktuell nur ein kleines Schild auf das Bauvorhaben hinweist, gab es jetzt aber erneut Ärger an der Rather Straße: Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) waren zurückgerudert – die für die Anwohner kostengünstige Abwasserbeseitungsvariante sei nicht praktikabel, weil zu teuer. Diese Nachricht brachte nicht nur die Anwohner, sondern auch Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky auf die Palme: „Ich habe mich öffentlich hingestellt und die alte Lösung vertreten“, kritisiert der Dörper Bürgermeister die 180-Grad-Wende der WSW: „Diese Lösung ist für mich keine Lösung!“

Kompromiss 2013: Zurück zu einer alten Lösung

Von Wenczowsky informierte Oberbürgermeister Peter Jung, gemeinsam schaltete man sich „massiv ein“ – mit Erfolg: Nach Angaben des Bezirksbürgermeisters konnte erneut eine Lösung gefunden werden, und zwar eine, die schon einmal in der Diskussion war und zumindest aus Anwohner-Sicht die optimalste ist. Für die Alteigentümer an der Rather Straße bleibt demnach alles beim Alten, sie können ihr Schmutzwasser weiterhin über ihre Gruben entsorgen: „Viele davon sind ohnehin erst gerade ertüchtigt worden“, berichtet der Bezirksbürgermeister. Die bis zu 15 künftigen Häuslebauer an der Rather Straße werden ihr Schmutzwasser indes über einen eigenen Druckwasserkanal entsorgen müssen: „Etwas anderes wäre mit mir nicht zu machen gewesen“, unterstreicht Michael-Georg von Wenczowsky und zeigt sich zugleich zufrieden mit dem anwohnerfreundlichen Kompromiss: „Ich denke, wir haben eine vernünftige Lösung gefunden.“

Auch Anschlussärger an der Straße „Zum Tal“: Bis zu 85.000 Euro Kosten

Und vielleicht können auch die Grundstücksbesitzer an der Straße „Zum Tal“ hoffen: Auch hier planen die Stadtwerke einen Regen- und Schmutzwasserkanal, zusätzlich sollte die Straße „in einem Aufwasch“ auch erstmals „ordentlich“ hergestellt werden. Obwohl mit den entsprechenden Maßnahmen bereits nach Ostern begonnen werden sollte und nach Informationen der CW allein auf einen einzelnen Eigentümer dadurch Kosten in Höhe von bis zu 85.000 Euro zugekommen wären, erfuhren die Anwohner erst Anfang März offiziell „von ihrem Glück“.

Nach Protesten der Anwohner hier wird nun auch das Projekt „Zum Tal“ in der Stadtverwaltung noch einmal geprüft, berichtet Bezirksbürgermeister von Wenczowsky: „Ich stehe voll hinter den Bürgern“, zeigt der Cronenberg-Bürgermeister Verständnis für die Anwohner-Kritik. Und in einem Punkt zeigten die Proteste derweil offenbar bereits Wirkung: Die Erstherstellung der Straße „Zum Tal“ steht nach CW-Infos offenbar auf dem Prüfstand, zu ihren Kanalplänen sehen die Stadtwerke aber offenbar keine Alternative…

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