30.04.2013, 18.00 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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„Hairspray“ im TiC: Rasant zurück in die „Sixties“

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Bunt, schrill, "sprühend": Das Ensemble von "Hairspray" des TiC-Theaters begeistert im Atelier Unterkirchen.

Nach der Premiere eine Woche zuvor wirbelte am vergangenen Freitag, 26. April 2013, zum zweiten Mal das US Erfolgsmusical „Hairspray“ mit viel Witz, Musik und Tanz über die TiC-Bühne im Atelier Unterkirchen. Die Inszenierung gestaltete einmal mehr Musical-Star Patrick Stanke, der seine Karriere einst selbst beim TiC begann. Die musikalische Leitung hatte Stefan Hüfner.

„Hairspray“ nach einer Idee von Mark O’Donnell und Thomas Meehan wurde 2002 am New Yorker Broadway uraufgeführt und lief dort bis 2009 mit mehr als 2.500 Vorstellungen. Die Geschichte spielt Anfang der „Sixties“ in Baltimore: Die übergewichtige Schülerin Tracy Turnblad (Kristina Molzberger) lebt zusammen mit ihrer ebenso übergewichtigen Mutter Edna (Kristof Stößel), die aufgrund ihrer Figurprobleme ihre Träume und Hoffnungen längst aufgegeben hat, sowie ihrem Vater Wilbur (Robert Flanze, der in einer Doppelrolle auch Corny Collins spielt). Der Vater betreibt einen schlecht laufenden Scherzartikelladen; Tracys einzige echte Freundin ist die Außenseiterin Penny Pingleton (Jennifer Pahlke), die von ihrer Mutter unterdrückt und bevormundet wird.

„Vom Tellerwäscher zum…“: „Anti-Star“ Tracy wird zum Publikumsliebling

Alles in allem nicht gerade hoffnungsvoll stimmende Umstände, zumal Tracys größter Traum auch nicht eben realistisch anmutet: einmal in der „Corny-Collins-Show“ des Lokalfernsehens mitzutanzen. Das Problem: Hier sind nur die hübschesten und beliebtesten Teenager der Stadt mit von der Partie – kein Wunder also, dass Mutter Edna befürchtet, ihre Tochter würde wegen ihres Aussehens verspottet werden. Vater Wilbur hingegen macht Tracy Mut, ihre Träume zu verwirklichen – und tatsächlich: Dank ihrer Hartnäckigkeit und ihres Selbstbewusstseins schafft es Tracy – sie darf an der „Corny-Collins-Show“ teilnehmen. Nicht nur das: Gerade wegen ihres durchschnittlichen Aussehens und ob ihrer Natürlichkeit wird sie über Nacht zum Star.

Derweil verliebt sich Tracy in den Star der Show, den jungen Sänger Link Larkin (Christopher Geiß), der eine Beziehung mit der arroganten Amber von Tussle (Sophie Schwerter) hat. Mit Unterstützung des farbigen Sängers und Tänzers Seaweed J. Stubbs (Tarek Dafi) nutzt Tracy ihre Popularität zu einer Kampagne gegen die Rassendiskriminierung, was Amber und deren Mutter Velma (Isabelle Rotter) zu verhindern versuchen – Ergebnis: Alle landen im Gefängnis… Tracy bewirbt sich schließlich sogar um den Titel der „Miss Teenage Hairspray 1962“, den die hinterhältige Amber schon in der Tasche zu haben glaubt. Doch alles kommt ganz anders…

Musik, Komik, Tanz,…: „Hairspray“ sprüht vor Highlights

Schnelle Wechsel, flotte Sprüche, sehr viel eingehende Musik mit kitschig-schönen Texten in deutscher Sprache und heiße Choreografien von Dana Großmann rissen die Besucher im ausverkauften TiC-Atelier aus ihren Stühlen – ebenso wie die Premiere wurde auch die Zweitaufführung von „Hairspray“ im TiC geradezu bejubelt. Die Stanke-Inszenierung sprüht vor Komik, ist professionell umgesetzt und bietet eine herrlich „politically incorrecte“  Handlung auf einer bunten, mit rasend schnell wechselnden Bildern gestalteten Atelier-Bühne. In dem Spaß für jedes Alter zeichnet für die Bühne Kerstin Faber ebenso verantwortlich wie für die authentischen Kostüme, in denen Kistof Stößel als dicke Mutter in Frauenkleidern ein echt schrulliges Highlight ist.

Entsprechend war der Applaus frenetisch und die Lacher der Zuschauer kamen ebenso von Herzen wie die Kommentare: „Echt geil!“ oder „Verdammt cool!“ spiegelten die begeisterte Stimmung des Abends wider, der mit einer wirbelnden Zugabe gekrönt wurde. Patrick Stanke schlägt mit „Hairspray“ ein neues Erfolgskapitel im TiC auf; die bemerkenswerte Geschichte über Liebe und List, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit und nicht zuletzt über den Glauben an sich selbst garantieren dafür, dass „Hairspray“ sicher auch am „Cronenberg-Broadway“ ein Hit werden wird.

Die nächsten „Hairspray“-Aufführungen im TiC sind am 3. und am 12 Mai 2013. Karten sind unter Telefon 0202-47 22 11 oder online unter unter www.tic-theater.de erhältlich.

 

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