07.06.2013, 14.43 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Baupläne auf dem Hösterey-Gelände: „Das wird kein Riegel!“

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Investor Tobias Conrad auf dem Hösterey-Gelände. Die Fabrik-Ruine im Hintergrund will er auch abreißen lassen, falls es grünes Licht für sein Projekt gibt.

In der vergangenen Woche berichtete die CW, dass es mal wieder Bewegung in Sachen „Hösterey-Gelände“ gibt: Fünf Mehrfamlienhäuser sollten auf der mit Altlasten verunreinigten Insdustriebrache in Sudberg entstehen, hatte die Stadt mitgeteilt, nun erhielt die CW im Gespräch mit dem Investor konkretere Infos zu den Plänen.

Demnach möchten Tobias Conrad und seine Ehefrau Dr. Gabi Meuser-Conrad auf dem Grundstück an der Ecke Schöppenberg/Sudberger Straße fünf Doppelhaushälften errichten. Von „Mehrfamilienhäusern“ könne daher keine Rede sein, stellt Tobias Conrad gegenüber der CW klar und auch sonst entkräftet der 44-Jährige Befürchtungen vor einer zu massiven Bebauung: Die Höhe der geplanten Doppelhäuser werde sich an die Nachbarbauten anpassen oder sogar darunter liegen, betont Conrad, die Häuser würden in einem Abstand von circa sechs Metern zueinander stehen: „Das wird kein Riegel, das wird eine lockere, sichtdurchlässige Bebauung für die gegenüber liegenden Häuser.“

Was neben allen Bauplänen auch nicht so ganz uninteressant ist: Tobias Conrad und seine Ehefrau wollen das Hösterey-Grundstück im Zuge ihres Vorhabens komplett sanieren: Wie die CW mehrfach berichtete, ist das frühere Firmen-Grundstück mit einem Schadstoffe-Cocktail belastet, in einer Ecke sogar mit dem krebserregenden Chrom VI. Nachdem der Grundstückseigentümer, eine Kölner Firma, in den vergangenen Jahren mehrfach vergeblich von der Stadt dazu bewegt werden sollte, die Altlast zu sanieren und die Einleitung eines Insolvenzverfahrens gegen die Firma im letzten Jahr mangels Masse abgelehnt worden war, drohte die Stadt auf den Kosten sitzen zu bleiben: Von den auf 350.000 Euro geschätzten Sanierungskosten würden etwa 80.000 Euro auf den Stadtsäckel zukommen – ein Antrag auf 80-Prozent-Förderung durch das Land hätte jedenfalls gute Chancen, hieß es Anfang des Jahres aus Düsseldorf.

Naturdenkmal Blutbuche „steht unter meinem persönlichen Denkmalschutz“!

Tobias Conrad, der etwa 100 Meter vom Hösterey-Grundstück ein schmuckes Eigenheim mit Blick auf die Müngstener Brücke bewohnt, sagt imm CW-Gespräch zu, dass er die Belastungen fachgerecht beseitigen lassen werde. Das liege ihm nicht nur als gebürtigem Sudberger am Herzen, „das ist mir auch als dreifacher Familienvater ein Anliegen“. Auch im Hinblick auf die mittlerweile als Naturdenkmal geschützte Blutbuche an der Spitze des Hösterey-Grundstücks entkräftet Tobias Conrad mögliche Sorgen: Die Baupläne seien an den markanten Baum, unter dem er als Kind noch die Hösterey-Arbeiter ihre Pausen machen sah, angepasst – „der Buche passiert nichts, der Baum steht unter meinem persönlichen Denkmalschutz!“

Eines stellt Tobias Conrad aber ebenso klar: Die Komplett-Sanierung des Grundstückes, von dem seine Ehefrau übrigens schon zwei Parzellen für zwei längst genehmigte Doppelhäuser an der Straße“Schöppenberg“ zwischenzeitlich erworben hat, sei für seine Ehefrau und ihn fianziell nur zu stemmen, wenn ihr Projekt laut ihren Vorstellungen realisiert werden könnte; Tobias Conrad: „Der Sanierungsaufwand ist nur in der dieser Art darstellbar!“ Er sei kein barmherziger Samariter, aber er wolle auch nicht den schnellen Euro machen, stellt der Sudberger klar: „Für uns ist das eine Investition in die Zukunft, wir wollen hier Werte schaffen.“

„Dann feiern wir eine Sanierungsparty mit den Sudbürgern…“

„Es wäre doch für alle toll, wenn das klappen würde“, zeigt sich der Investor optimistisch: „Und wenn das Grundstück saniert ist, dann machen wir mit den Sudbürgern eine Sanierungsparty.“ Zuvor gilt es aber sicherlich einige Vorbehalte auszuräumen, weshalb Tobias Conrad und seine Ehefrau auf Offenheit und Transparenz setzen: Ihre Pläne stellten sie daher bereits zwischenzeitlich Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky und der Sudbürger-Vorsitzenden Corinna Schlechtriem vor.

Investor Conrad heute Abend beim Sudbürger-Stammtisch

Im Rahmen des monatlichen Stammtisches des Bürgervereins Sudbürger werden die Pläne für das Hösterey-Grundstück heute Abend, 7. Juni 2013, natürlich ein Hauptthema sein. Investor Tobias Conrad hat zu dem Treffen im Restaurant Haus Schnee am Oberheidt 64 sein Kommen zugesagt, um ab 20 Uhr sein Vorhaben zu erläutern und Fragen zu beantworten. Interessierte sind ebenso willkommen!


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Lesermeinungen zu diesem Artikel

  1. Martin
    08.06.2013, 21:54 Uhr   |   Direktlink

    Möchte er wirklich 5 DoppelhausHÄLFTEN bauen? 4 oder 6 kann ich mir ja vorstellen, aber 5 hieße ja 2 Doppelhäuser und ein halbes Doppelhaus, was dann kein Doppelhaus mehr wäre.
    ODer sind doch 5 Doppelhäuser gemeint?
    Nix für ungut, die CW-Artikel sind fast immer sehr gut geschrieben und ich könnte es auch nicht besser, aber fiel mir so auf.

  2. Redaktion
    09.06.2013, 10:49 Uhr   |   Direktlink

    Lieber Herr Martin! Da haben Sie natürlich Recht – der Investor möchte nicht 2,5 Doppelhäuser bauen, sondern fünf… – erwischt! Danke für den Hinweis!

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