26.07.2013, 09.36 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Kinderherzen hat wieder Heimkinder aus Weißrussland zu Gast

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Willi Pollschmidt (vo. li.) und seine Tourenfreunde besuchten Bärbel Krause-Heinrichs (vo. re.) und ihre weißrussischen Gäste, die in einer ehemaligen Schule an der Fleute untergebracht sind.

„Wunderbar“ fand Betreuerin Alla die „Spritztour“ als Sozia von Rainer Windisch von den Wuppertaler Tourenfreunden, und auch Maxim und Pawel (beide 8) waren nach dem ersten Motorrad-Ritt ihres Lebens begeistert. Noch dazu, weil sie mit Willi Pollschmidts BMW 1200 RT eine rasante Runde drehen durften – das „Kraftpaket“ auf zwei Rädern war der Favorit der beiden jungen Tschernobyl-Gäste unter den sieben Motorrädern, mit denen die Wuppertaler Tourenfreunde am Dienstagabend, 23. Juli 2013, beim Verein „Kinderherzen e.V.“ vorbei schauten. Nachdem die Tourenfreunde mit Herz mit jedem der weißrussischen Gäste eine „Ausfahrt“ unternommen hatten, stand für Pawel fest: „Ich möchte auch einmal Biker werden!“

Bis der Achtjährige einen „heißen Ofen“ der „Marke Willi Pollschmidt“ selbst steuern darf, wird noch einige Zeit vergehen; jetzt ist für Pawel und seine Kameraden erst einmal „Sommerferien“ in Wuppertal angesagt. Während Ferien daheim für Wuppertaler Kinder zumeist nicht als Highlight gilt, ist die Schwebebahn-Stadt für Pawel & Co. „das große Ferien-Ziel“: Schließlich zählen die 34 Kinder und Jugendlichen im Alter von 6 bis 16 Jahren zu den Glücklichen des Kinderheims „Zhemzschuzhnaja“, die vier Wochen in Wuppertal verbringen dürfen.

Seit 14 Jahren: „Traumferien in Wuppertal“ dank „Kinderherzen“

Zu verdanken ist das dem Cronenberger Verein „Kinderherzen e.V.„: Vorsitzende Bärbel Krause-Heinrichs ermöglicht bereits seit 1999 alljährlich rund 30 Kindern aus dem weißrussischen Kinderheim einen Erholungsaufenthalt in Wuppertal. Das Heim „Zhemzschuzhnaja“ liegt in der weißrussischen Gomel-Region, die durch den GAU im Atomkraftwerk von Tschernobyl besonders stark verstrahlt wurde.

Obwohl das Unglück nunmehr bereits 27 Jahre her ist, ist die Bevölkerung heute noch einer erhöhten radioaktiven Belastung ausgesetzt. Besonders leiden auch die Kinder in „Zhemzschuzhnaja“ unter den Langfristfolgen des Atom-GAUs: Die Lebensbedingungen in dem Kinderheim sind ohnehin einfach, frisches Obst und Gemüse Mangelware, unverstrahlte Lebensmittel geradezu ein Luxus. Es gibt zwar alles in den Geschäften, weiß Bärbel Krause-Heinrichs durch ihre jährlich zwei Vor-Ort-Besuche in Weißrussland, doch zu Preisen, welche sich das Kinderheim nicht leisten kann.

Auch „Cronenberg hilft“ 2013 unterstützt „Kinderherzen“

Insofern war es für die Kinderherzen-Vorsitzende eine große Unterstützung, dass der Verein aus dem diesjährigen Benefizkonzert „Cronenberg hilft!“ mit einem Erlös-Viertel unterstützt wurde. Mit den 5.000 Euro aus „Cronenberg hilft!“ konnte Bärbel Krause-Heinrichs bei ihrem Gomel-Aufenthalt im Mai vor Ort Schuhe, Bekleidung und Lebensmittel für das Kinderheim und die Behinderteneinrichtung „Babitschi“ kaufen, welche „Kinderherzen e.V.“ ebenso unterstützt.

Da allein der Reisebus für die 34 Kinder und sechs Betreuer, die in Wuppertal zu Gast sind, mit stolzen 7.500 Euro sowie die Versicherung mit 2.000 Euro zu Buche schlägt, ist die Kasse von „Kinderherzen e.V.“ klamm und Bärbel Krause-Heinrichs für jeden Spenden-Euro dankbar. Zumal die engagierte Cronenbergerin mit ihren Gästen noch den einen oder anderen Ausflug unternehmen möchte, ganz abgesehen von den täglichen „Grundkosten“ für Essen und Trinken.

Allein 7.500 Euro für den Reisebus: Kinderherzen ist für jede Spende dankbar

Zum Glück hat die Wäscherei „Frauenlob“ die Reinigung der Wäsche der weißrussischen Gäste übernommen, die Wasserfreunde haben die Kinderherzen-Gruppe mehrfach in ihr Privatbad eingeladen – Essen und Trinken inklusive – und das Cronenberger Backhaus unterstützt Bärbel Krause-Heinrichs mit Brot und Teilchen – trotz seiner aktuellen Schieflage lässt das Backhaus „Kinderherzen“ nicht im Stich! Eine „Super-Unterstützung“, so freut sich Bärbel Krause-Heinrichs, gewährt auch der „Cronenberger Frischemarkt Pollschmidt“: Zu Sonderpreisen stellt Inhaber Willi Pollschmidt Wurst und Fleisch für die Feriengruppe zur Verfügung.

Und Willi Pollschmidt schaute am Dienstag zudem mit sechs seiner Kameraden von den Wuppertaler Tourenfreunden und insgesamt rund 10.000 Pferdestärken bei den Kinderherzen-Gästen vorbei, um sie auch noch zum Grillen einzuladen. Auch Bärbel Krause-Heinrichs hatte bei den Biker-Runden ihren Spaß, noch mehr Grund zum Strahlen hatte die Kinderherzen-Vorsitzende aber, weil Willi Pollschmidt überdies eine Spende zusagte: Da der Besuch des Kernwasserwunderlands in Kalkar „ins Wasser“ zu fallen drohte, sagte der Inhaber des Cronenberger Frischemarktes spontan aus seiner Privatkasse 1.000 Euro zu – so muss Bärbel Krause-Heinrichs den Ausflug nun doch nicht streichen.

Bitte um Spenden:

Zumal Bärbel Krause-Heinrichs Ende September erneut nach Gomel reisen möchte, um für die daheim gebliebenen Kinder von „Zhemzschuzhnaja“ und „Babitschi“ vor dem Winter noch einmal Bekleidung sowie Obst und Gemüse oder auch Waschmittel zu kaufen,  bittet die Kinderherzen-Vorsitzende auch die CW-Leser um Unterstützung – jede Spende ist willkommen, sei sie auch noch so klein! Wer Kinderherzen helfen möchte, kann auf das Kinderherzen-Konto 229 138 bei der Stadtsparkasse Wuppertal (BLZ 330 500 00) spenden. Nähere Infos gibt Bärbel Krause-Heinrichs gerne unter Telefon 0202-47 41 58 sowie 0173-513 28 67.

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