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02.02.2014, 18.06 Uhr   |   Marcus Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Hösterey: „Wir graben, bis die Grenzwerte unterschritten sind“

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Eine rege Diskussion fand beim recht kurzfristig einberufenen Sudbürger-Stammtisch bezüglich der derzeitigen Abbruch- und Erdarbeiten auf dem ehemaligen Hösterey-Gelände statt.

„Das ist ein ganz besonderer Abend“, hatte Sudbürger-Vorsitzende Corinna Schlechtriem am Dienstag, 28. Januar 2014, bereits zu Beginn die Bedeutung des recht kurzfristig angesetzten Stammtischs des Bürgervereins zu den derzeitigen Abriss- und Erdarbeiten auf dem ehemaligen Hösterey-Gelände eingeordnet. Denn während sonst Investor Tobias Conrad meist alleine seine Bebauungspläne für das Areal vorgestellt hatte, erhielt er heuer Unterstützung durch Gutachter Thomas Middendorf, Tiefbau-Unternehmer Günter Simon und Hans-Georg Schmitz von der Unteren Bodenschutzbehörde der Stadt Wuppertal.

Nachdem im Dezember 2013 bereits die Abrissarbeiten des Gebäudes begonnen hatten (die CW berichtete), wurde in den letzten Tagen erste Erdarbeiten durchgeführt. Diese warfen bei den Anwohnern auf Sudberg natürlich viele Fragen auf, schließlich ist das Firmengelände in einem Bereich mit dem krebserregenden Chrom VI belastet. Die neuerlichen Beprobungen vor den Arbeiten hätten aber „keine Überraschungen“ ergeben, erklärte Tobias Conrad: „Sie waren fast deckungsgleich mit den Proben aus dem Jahr 2005, es wurden keine neuen Schadstoffe gefunden“, bestätigte Diplom-Geologe Thomas Middendorf. Bis zu einer Tiefe von vier Metern habe man Chrom VI nachweisen können, berichtete Hans-Georg Schmitz vom Ressort Umweltschutz. „Von der jetzigen Fläche geht aber keine Gefährdung aus“, beruhigte Investor Tobias Conrad die Anwesenden beim Stammtisch im „Haus Schnee“. Für eine Wohnbebauung würden die Grenzwerte allerdings deutlich tiefer liegen, sodass man gründlicher sanieren müsse.

„Wir werden nicht mehr lange mit der Chrom-Belastung leben“

Um das rund 5.500 Quadratmeter große Areal komplett von den Schadstoffen zu befreien, müsse man also stellenweise so tief die Erde abgraben und entsorgen. „Wir werden so tief graben, bis die Grenzwerte unterschritten sind“, erklärte Conrad. Oder bis man auf den natürlichen Boden bzw. Gestein treffe. „Wir werden all das, was über die Jahre hinweg aufgeschüttet wurde, wieder abtragen und erreichen, dass die gesamte Fläche frei von Belastungen ist.“ Auch möglicherweise belastete Erde von Nachbargrundstücken wird abgetragen: „Auf die paar Wagenladungen kommt es auch nicht an“, beruhigte der Investor die unmittelbaren Nachbarn. Eine Bodenuntersuchung koste etwa 20 Euro, wer Schadstoffe finde, könne sich an ihn wenden.

Die Erde wird übrigens seit Mitte dieser Woche vom ehemaligen Hösterey-Gelände abgetragen – die Arbeiten sollen rund vier Wochen andauern. Nicht wegen der Menge, sondern weil die Situation auf den Sudberger Straßen nichts anderes zulasse. „Wir könnten auch schneller arbeiten, aber dann käme keiner mehr mit seinem Auto durch“, scherzte Tiefbau-Unternehmer Günter Simon, während Bauherr Conrad versicherte: „Wir werden nicht mehr lange mit der Chrom-Belastung leben.“

Und wenn die Schadstoffe weg sind, soll es nach Meinung des Bürgervereins Südbürger, der sich seinerzeit wegen der Schadstoffe auf dem ehemaligen Hösterey-Gelände gegründet hatte, einen nächsten Stammtisch geben. „Dann geht es um die Bebauung„, versprach Vorsitzende Corinna Schlechtriem.

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