26.02.2014, 12.50 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Lebenshilfe-Projekte: Grüne diskutierten mit Anwohnern

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Neben Ratsherr Peter Vorsteher (re.) diskutierte auch Grünen- Stadtverordnete Regina Orth (mi.) vor Ort mit den Anwohnern der Heidestraße die Lebenshilfe-Projekte.

Wie die CW Anfang Januar 2014 berichtete, will die Lebenshilfe Wuppertal an der Rückseite ihres Hauptsitzes Heidestraße ein „Millionen-Projekt“ verwirklichen. Bis Mai soll dort nicht nur ein neues Lager mit rund 400 Palettenplätzen gebaut und die bestehende Werkstatt modernisiert werden. Auf dem angrenzenden Sportplatz Heidestraße will die Behinderteneinrichtung überdies einen integrativen Kindergarten bauen. Die drei- bis vierzügige KiTa soll sowohl Nachwuchs aus der „Lebenshilfe-Familie“ aufnehmen, als auch für Kinder von „außerhalb“ offen sein.

Vor dem Hintergrund einer Unterversorgung an KiTa-Plätzen in Cronenberg, aber auch des prognostizierten größten Zuwachses in ganz Wuppertal an Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren im Stadtteil stieß das Kindergarten-Projekt auf dem längst nicht mehr genutzten Sportplatz in der Bezirksvertretung (BV) Cronenberg auf einhellige Zustimmung: „Wir begrüßen das Vorhaben“, gab Bezirksbürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky in der Januar-Sitzung der BV zu Protokoll: „Uns fehlen in Cronenberg nach wie vor KiTa-Plätze, vor allem auch integrative.“

Während die Cronenberger Politik quer durch alle Farben also hinter dem Projekt steht, beäugen Anwohner der Heidestraße die geplante Lebenshilfe-Maßnahme kritisch. Im Anschluss an den öffentlichen Teil der BV-Sitzung gab es vor dem Sitzungssaal Diskussionen, besonders im Fokus der Kritik stand dabei die Verkehrssituation in der Heidestraße und die Frage, ob die schmale Zufahrt zur Lebenshilfe ein Mehr an Verkehr durch einen KiTa-Neubau noch verkraften könne. Die Grünen-Fraktion traf sich daher nun mit Anwohnern.

„Wir sind noch in einem frühen Stadium des Verfahrens und möchten daher miteinander und nicht gegeneinander sprechen“, begründete Peter Vorsteher den Ortstermin, zu dem auch die Cronenberger Ratsfrau Regina Orth kam. Die anwesenden Anwohner äußerten die Befürchtung, dass ein höheres Verkehrsaufkommen durch beide Lebenshilfe-Projekte nicht nur die Anwohner tangierte. Auch der Fußweg der behinderten Mitarbeiter sowie von Kindern im Bereich Heidestraße würde gefährdet. „Ist dieser Platz für eine KiTa der Beste?“, fragte daher Anwohner Stefan Fisahn.

Fisahn betonte, dass man grundsätzlich für das KiTa-Vorhaben sei und nichts gegen die Behinderten-Einrichtung habe. Die Anwohner bezweifeln allerdings, dass im Bereich Heidestraße und auf dem Gelände der Lebenshilfe eine vernünftige Verkehrsführung geschaffen werden könne, um eine zusätzliche Verkehrsbelastung durch das neue Lager und die KiTa bewältigen zu können. Grünen-Stadtverordneter Peter Vorsteher legte derweil Statistiken viel befahrener Straßen vor und stellte fest, dass solche Zahlen oft falsch eingeschätzt würden.

Wie auch immer: Mit dem Ortstermin wurde der Dialog zu den Vorhaben auf jeden Fall eröffnet. Lebenshilfe-Geschäftsführer Stefan Pauls erklärte derweil gegenüber der CW, dass Vorstand und Geschäftsführung der Werkstätten ebenfalls das Gespräch mit den Anwohnern suchen werden – sicherlich der richtige Weg, damit in der Heidestraße bald wieder Ruhe einkehren kann…

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