Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

01.09.2014, 19.44 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

GCU-Schülerpreise: “Wir brauchen diese Exzellenz-Schüler”

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GCU-Vorsitzender Peter Capellen mit den Schülerpreisträgern 2014: Lucy Ruppert, Tobias Gerbracht und Karlo Wentzel (re.).

Cronenberg fühlt sich auch 85 Jahre nachdem es 1929 Teil der damals neuen Stadt Wuppertal wurde noch immer „eigenartig“. In wirtschaftlicher Hinsicht war es der Stadtteil im Südwesten auf jeden Fall: Während ansonsten die Textil-Industrie dominierte, gab in Cronenberg die Werkzeug-Herstellung den Ton an – bis heute. Diese wirtschaftliche Prägung verbindet das „Dorf“ denn auch eher mit den Städte-Nachbarn Solingen und Remscheid – es war also kein richtiges Auswärtsspiel, dass die Gemeinschaft Cronenberger Unternehmen e.V. (GCU) ihren alljährlichen Festabend diesmal außerhalb von Cronenberg, im Deutschen Werkzeugmuseum, veranstaltete.

Im Gegenteil: Auf dem anderen Berg, in Remscheid-Hasten, haben schließlich auch Zeugnisse aus der Historie der Cronenberger Werkzeug-Herstellung eine Heimat gefunden.
Und die konnten die Teilnehmer des GCU-Festabends auch kennen lernen: Zum Auftakt führte Museumschef Dr. Urs Diederichs die Gäste zunächst durch das Werkzeugmuseum. Im Anschluss begrüßte GCU-Chef Peter Capellen die Firmenvertreter, um dann zunächst das Büfett freizugeben. Das war derweil ein leckeres Stück Heimat: Partyservice Schmidtke, in dessen Cronenberger Festsaal auch schon so mancher GCU-Festabend stieg, hatte seine Schmankerl über die Stadtgrenze „exportiert“ – den Dörper Unternehmern mundete dieser „Export“ bestens.

Das galt ebenso für die musikalischen Intermezzi, welche den Festabend auch diesmal zu einer kurzweiligen Veranstaltung werden ließen. Die frech-fröhlichen Auftritte des Chores der Hasenschule unter der Leitung von Katrin Rabanus begeisterten mit einem breiten Bogen vom Evergreen „Wochenend und Sonnenschein“ bis hin zu kölschen Karnevalsliedern. Die Herzen im Sturm eroberten die „Frontkinder“ im Alter ab drei/vier Jahren – in ihren historischen Kleidern rissen die kleinen Hasenschüler das GCU-Publikum hin und von den Sitzen. Zwischendurch wurde es aufmerksam still im Saal des Werkzeugmuseums: Im Rahmen ihres Festabends ehrte die Cronenberger Unternehmensvereinigung auch diesmal ausgezeichnete Schüler der beiden weiterführenden Schulen im CW-Land.

Applaus für drei ausgezeichnete Schüler aus dem Schulzentrum

Während von den GCU-Firmen kein preisverdächtiger Azubi nominiert worden war, sorgten die drei Schüler für umso mehr anerkennenden Applaus der Festgäste. Die Leistungen von Lucy Ruppert (Friedrich-Bayer-Realschule) sowie Karlo Wentzel  und Tobias Gerbracht (beide Carl-Fuhlrott-Gymnasium) wurden von GCU-Vize und Laudator Dr. Andreas Groß skizziert. Die erst 13-jährige Lucy Ruppert erhielt den mit jeweils 200 Euro dotierten GCU-Förderpreis für ihre durchweg „starken” Schulleistungen. Wie Andreas Groß berichtete, sei die Realschülerin aus der Südstadt vielseitig interessiert und engagiere sich in ihrer Freizeit über das Soll hinaus: So nehme Lucy Ruppert an einem Berufsvorbereitungsseminar teil, habe das DELF-Französisch-Zertifikat der Stufe A1 erworben und konnte sich für das deutsch-französische Austauschprogramm „Brigitte Sauzay” qualifizieren. Daneben nimmt die Euphonium-Spielerin seit der 5. Klasse am Bläser-Projekt der Bayer-Realschule teil und, so GCU-Laudator Groß weiter, beweise überdies auch Teamfähigkeit.

Für seine mathematisch-naturwissenschaftlichen Talente wurde auch der Fuhlrott-Gymnasiast Karlo Wentzel geehrt: Der Küllenhahner zeichne sich durch exaktes Denken und schnelle Aufnahmefähigkeit aus und sei in der Lage, seine Positionen klar und überzeugend zu präsentieren, lobte Andreas Groß. Der beliebte CFG-Schüler, der ein Physik-Studium anstrebt, sei zudem meinungsbildend und sozial engagiert, überdies spielt Karlo Wentzel Trompete und Klavier. So profitiert von seiner großen Musikalität, neben drei Bands, auch die Formation „Belakongo”, die mit ihrer Partnerband „Fanfare Masolo” aus dem Kongo auch schon beim Benefizkonzert „Cronenberg hilft!” auftrat.

Dritter im Bunde der diesjährigen GCU-Preisträger war der CFG-Schüler Tobias Gerbracht: Wie die CW bereits berichtete, nahm der 16-Jährige als Mitglied der deutschen Physik-Nationalmannschaft  an der diesjährigen Physik-Weltmeisterschaft teil – als erster NRW-Schüler überhaupt. Aus England kehrte der Ronsdorfer mit einer Silber-Medaille zurück. Tobias Gerbracht habe es dabei geschafft, sich bis an den aktuellen Stand der Forschung heranzuarbeiten, hieß es in der Laudatio von CFG-Physiklehrer Michael Winkhaus, die Andreas Groß vortrug. Tobias Gerbracht zeige unbändigen Forscherwillen und herausragende Eigenschaften. Nicht umsonst durfte der CFG-Schüler bei der Physik-WM auch die Vorträge der deutschen Mannschaft präsentieren – allesamt in Englisch, hob Michael Winkhaus hervor.

GCU-Vize Dr. Andreas Groß: Appell zu Kooperationen mit Schulen

Angesichts der Leistungen der drei GCU-Preisträger bestehe kein Grund zum Pessimismus in Bezug auf den Mitarbeiter-Nachwuchs, unterstrich Laudator Andreas Groß – „vor allem nicht im Kleinod Cronenberg und an unseren beiden Schulen“. Insofern rief der stellvertretende GCU-Vorsitzende die anwesenden Unternehmensvertreter dazu auf, Kooperationen mit Schulen einzugehen: „Wir brauchen diese Exzellenz-Schüler.“ Cronenberger Beispiele dafür sind Knipex, Bayer oder Coroplast, die mit dem Fuhlrott-Gymnasium kooperieren, oder auch die Zusammenarbeit der Bayer-Realschule mit Stahlwille und neuerdings der Maschinenfabrik Heinz Berger. Diese wird von GCU-Vize Andreas Groß geleitet.

Bevor der GCU-Abend schließlich mit einem weiteren Auftritt der „Hasenkinder“ sowie geselligen Gesprächen ausklang, wies GCU-Chef Peter Capellen darauf hin, dass zwei der drei Schüler-Preisträger aus Ronsdorf und Elberfeld stammen: „Die GCU zeichnet also nicht nur Cronenberger aus“, so Capellen. Mehr Infos zur GCU online unter www.gcuev.de.

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