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09.09.2014, 17.35 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Bayer-Realschule: Tagesinternat im WSV-Leistungszentrum

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Ziehen in Sachen Tagesinternat an einem Strang: Lothar Stücker (li.) und Dirk Schneider (re.) vom Wuppertaler SV sowie FBR-Leiter Hartmut Eulner.

Als die Friedrich-Bayer-Realschule (FBR) mit einem Grillabend das Ende ihrer diesjährigen Sommerferien-Betreuung beging, saßen auch Vertreter des Wuppertaler SV (WSV) mit am Tisch. Schließlich hatte eine Feriengruppe in Kooperation mit dem WSV ein Fußball-Camp verlebt. Dass WSV-Finanzvorstand Lothar Stücker, Jugendabteilungsleiter Dirk Schneider und Leichtathletik-Abteilungsleiter Thomas Ediger zum Jung-Stilling-Weg gekommen waren, war indes auch Zeichen der Zusammenarbeit der sportbetonten Realschule mit Wuppertals höchstklassigem Fußball-Verein.

Seit 2013 betreuen Trainer des WSV, darunter auch Cheftrainer Thomas Richter, die Fußball-Klassen der Bayer-Realschule. Diese Kooperation wird nun noch weiter intensiviert: Wie Lothar Stücker und FBR-Leiter Hartmut Eulner gegenüber der CW berichteten, wird am WSV-Leistungszentrum Nevigeser Straße ein Tagesinternat für fußballerisch besonders talentierte Schüler eingerichtet. Mit im Boot unter dem Dach der Horst-Buhtz-Stiftung des WSV wird dabei das Jobcenter Wuppertal sein. Die Internatskinder sollen nicht nur schulisch und sportlich, sondern auch beruflich gefördert werden.

Tagesinternat: Offen für Spieler aller Vereine

„Damit werden wir eine Alleinstellung in Deutschland haben“, betont Hartmut Eulner über die Bedeutung des ganzheitlichen Bündnisses aus Schule, Sport und Berufsförderung: „Wir wollen in Wuppertal die Möglichkeit für die Verbindung von Spitzensport und Ausbildung schaffen.“ Und diese soll sich keineswegs nur an Spieler des WSV richten: „Das ist offen für alle Vereine“, unterstreicht Lothar Stücker: „Wir wollen uns als WSV auch wieder für die Stadt öffnen.“ Schließlich, so der WSV-Vorstand weiter, setze der Verein bei seinem Neustart auf eine konsequente Jugendarbeit. Mit der U19-Mannschaft sei man bereits erstklassig – „das wollen wir ausbauen, von den unteren Jahrgängen bis nach oben“, so Lothar Stücker: „Wir wollen den Kindern mehr als Sport geben, wir haben auch eine Verantwortung.“

Konkret wird das Tagesinternat 34 Plätze bieten. Ein Shuttle-Bus wird die Internatskinder nach Frühstück und Frühunterricht vom Schulzentrum an die Nevigeser Straße bringen. Hier sollen die Fußball-Klasse-Schüler nicht nur sportlich geschult, sondern auch Hausaufgabenhilfe und bei Bedarf individuelle Nachhilfe erhalten. Der erhöhte Betreuungsbedarf soll unter anderem durch den Einsatz von Lehramtsstudenten höherer Semester gedeckt werden. Die Kosten für das Tagesinternat belaufen sich auf  80.000 Euro jährlich. Diese sollen durch Fördermittel aufgebracht werden. Zudem wurden bereits Sponsoren angesprochen: „Die Resonanz ist sehr gut“, berichtet Lothar Stücker.

Ernennung zur Sportschule durch, Sport-Elite-Schule im Visier

Zumal die Friedrich-Bayer-Realschule die Ernennung zur NRW-Sportschule in der Tasche hat: Das Innenministerium habe sein „Ja“ erklärt, informierte Schuldezernent Matthias Nocke bereits die Schule: „Es steht nur noch die formelle Erklärung aus“, so FBR-Leiter Eulner. Das nächste Ziel hat die Realschule, die im letzten Jahr mit der deutschen Schul-Vizemeisterschaft der B-Jugend-Fußballer das beste NRW-Ergebnis einfuhr (die CW berichtete), bereits im Visier: Die Bayer-Realschule will DFB-Eliteschule des Sports werden. Damit würde die Schule in den illustren Kreis der 19 deutschen Eliteschulen und somit in die Bundesliga der Sportschulen aufsteigen.

Zuversichtlich schaut auch Lothar Stücker denn auch in die Zukunft seiner Rot-Blauen: „Wir werden über dieses Konzept sicherlich auch unsere Mannschaft weiter nach vorne bringen können.“ Zwei Nachwuchs-Spieler sind von Fortuna Düsseldorf bereits ins Tal zurückgekehrt…