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09.10.2014, 17.07 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Premiere: TiC-Atelier wurde zum „Käfig voller Narren“

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Bilden ein frivol-stimmgewaltiges Paar im „TiC-Käfig voller Narren“: Christian Michalak (li.) und André Klem. -Foto: Martin Mazur

Im TiC-Atelier in Unterkirchen stand kürzlich die Premiere der italienisch-französischen Filmkomödie „Ein Käfig voller Narren“ (Originaltitel: „La Cage aux Folles“) auf dem Spielplan des „Theaters in Cronenberg“. Das Stück aus dem Jahre 1978, geschrieben von Harvey Fierstein, mit Musik und Gesangstexten von Jerry Herman, gilt als die erste weltweit erfolgreiche Geschichte aus dem Drag-Queen-Milieu.

Die Geschichte basiert auf einem Theaterstück von Jean Poiret. Im Mittelpunkt steht ein homosexuelles Paar: Georges (André Klem), der Besitzer eines Nachtclubs mit einem Drag-Programm in St. Tropez, und sein langjähriger Freund sowie Star des Clubs, Albin (Christian Michalak). Zur Familie gehört auch der homosexuelle Diener Jakob (Joachim Kirchner), der kräftig mitmischt. Aus Georges einzigem kurzen Abenteuer mit einer Frau stammt sein Sohn Jean-Michel (Florian Siegmund), welcher von Albin und ihm liebevoll aufgezogen wird. Es kommt zu amüsanten Verwicklungen, als der mittlerweile zum jungen Mann gereifte Jean-Michel heiraten will.

Seine Verlobte Anne (Lara Postler) ist ausgerechnet die Tochter des konservativen Politikers Edourad Dindon (Reinhard Clement) und dessen Frau Marie (Sabine Henke). Sie sind auf dem Weg nach St. Tropez, um Jean-Michel und seine Eltern bei einem Abendessen kennenzulernen. Damit die Ehe nicht schon vor der Hochzeit zerbricht, soll Albin von der Bildfläche verschwinden. Stattdessen wird Jean-Michels leibliche Mutter aufs Podest gehoben, was fast zu einer „Ehekrise“ zwischen den „Herren“ führt. Auch die exaltiert eingerichtete Wohnung muss unauffälliger gestaltet werden. In Anwesenheit der Verwandtschaft in spe ergeben sich dennoch eine Vielzahl Probleme, die „wahren Verhältnisse“ zu verbergen – irrwitzige Situationen sind vorprogrammiert…

Es war überaus amüsant, spritzig und auch mutig, was Musical-Star Patrick Stanke bei seinem neuesten Gastspiel auf dem TiC-Regiestuhl auf die Cronenberger Bühne zauberte. Mitreißende Songtexte in deutscher Sprache vorgetragen und von Stefan Hüfner arrangiert, flotte Choreografien von Dana Großmann, bunte Kostüme, ausgesucht und zusammengestellt von Thomas Pfau und Mariola Kapoczynski, dazu eine sehr wandlungsfähige Bühne, ebenfalls von Thomas Pfau und im bunten Spektakel auch leise Töne, verzauberten die Premierenbesucher im TiC-Atelier und brachten manche zum Staunen, aber alle zum Mitfiebern und Lachen.

Echte Typen wirbelten durch das Atelier: Chantal (Kevin Kornwinkel), Hanna (Detlef Schultz) und viele andere Tänzer wie Sänger ließen das Premieren-Publikum rätseln: Waren das Männer oder Frauen? – Niemand war sich da wohl ganz sicher. „Fast jede Lady ist ein Kerl im Kleid“, hieß es im Begleittext und mancher Besucher tauchte vielleicht zu ersten Mal in die unbekannte Welt des Drag-Queen-Milieus ein. Nach dem Erfolg mit seiner Cole-Porter-Revue „Night and Day“ landete André Klem in der Hauptrolle nun in kurzer Zeit seinen zweiten Erfolg.

Die bunte Musik-Revue erlebte eine perfekt inszenierte und hervorragend gesungene und gespielte Premiere – mal humorvoll, mal anrührend, „Ein käfig voller Narren“ bereitete über zwei Stunden Vergnügen. Die Zuschauer verlebten einen gelungenen Abend und feierten anschließend die TiC-Darsteller mit riesigem Applaus. Ein außergewöhnliches Stück, das man sich nicht entgehen lassen sollte! Die nächsten Aufführungen sind am 10. und 17. Oktober 2014, jeweils um 20 Uhr. Karten sind unter der TiC-Nummer 0202-47 22 11 oder via Internet unter www.tic-theater.de erhältlich.