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10.10.2014, 10.56 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Kadett-Liebe: Wie Phönix aus der (Schrottplatz-)Asche

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Wahre Opel-Liebe rostet nicht: Dirk Picard (re.) mit seinem schwarz-gelben Kadett-„Schätzchen“.

Da werden Erinnerungen wach: Wenn der Sudberger Dirk Picard mit seinem Opel Kadett B in Rallye-Ausführung unterwegs ist, drehen sich die Leute um. Der Wagen, Baujahr Dezember 1969, ist ein Coupé mit aufregender, immer noch schicker Linie, in knallgelb, mit teils mattschwarz lackierter Motorhaube, dicken Rallye Streifen an den Flanken und vier Nebelscheinwerfern – eben wie das früher so üblich war. Das Fahrzeug ist sogar mit Überrollbügeln ausgestattet.

Den Wagen gab es einst in dieser attraktiven Sportausführung auch in silber, rot und metallic-blau. Der 1100-ccm-Motor leistet 68 PS. Wie viele Kilometer der betagte Oldie im Laufe seines „Lebens“ auf dem Tacho angesammelt hat, weiß sein Besitzer nicht wirklich. Damals hatte das Messinstrument nur fünf Stellen.

Dirk Picards Opel kam einst aus dem Ruhrgebiet, wo er damals noch rot lackiert war und eigentlich verschrottet werden sollte. Aber dann entschloss man sich glücklicherweise, das Fahrzeug mit gebrauchten Ersatzteilen wieder in ein inzwischen selten gewordenes Auto für die Straße zu verwandeln. Dirk Picard kaufte den Wagen im Jahr 2000. Der Cronenberger ist ihn drei Jahre lang im Alltag gefahren. Danach wurde der Opel fünf Jahre lang restauriert, um sich nun für besondere Gelegenheiten zu präsentieren.

Seit 2008 ist Picard den Alt-69er rund 16.000 Kilometer gefahren. „Ich bin im Opel Kadett-B-Club“, erzählt der 46-Jährige und hat dadurch auch Kontakte zur Techno-Classica nach Essen. Hier stand der Wagen nach seiner Restaurierung auf dem Stand des Kadett B-Club und erregte Aufsehen und Bewunderung. „Trotzdem lege ich Wert darauf, dass mein Kadett ein echtes Alltagsauto ist“, erklärt Dirk Picard ohne Flausen auf einen riesigen Wert seines Oldtimers hoffend.

Schließlich ist seiner Meinung nach die Wert-Entwicklung bei eher gängigen Alltagsautos, wie sie früher an jeder Straßenecke standen, auch heute nicht übermäßig hoch. Aber die Liebe zum alten Blech wiegt eben Geld in diesem Fall um ein vielfaches auf. Drei Mal durfte der gelbe Rallye-Kadett trotzdem sehr beachtet und bewundert an der Orientierungsfahrt „Hasten Historic“ teilnehmen und belegte sogar einmal den zweiten Platz. So bleibt es für Dirk Picard und seinen 69er Opel Rallye Kadett eine hoffentlich noch lange bestehende Autoliebe in Sudberg…