Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

04.11.2014, 16.06 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Sauerei oder „Wink“? Waldweg von Kotbeuteln übersät

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Wink oder Wegwerf-Sauerei? Nicht nur Laub, sondern auch jede Menge Kotbeutel lagen am Wochenende auf einem beliebten Waldweg zwischen der Siedlung Wilhelmring und der Sambatrasse. -Foto: privat

„Wer macht denn sowas?“ Diese Frage stellte sich nicht nur in der CW-Redaktion, sondern vor allem jenen, die am vergangenen Wochenende, 1./2. November 2014, vom Wilhelmring zur Sambatrasse spazieren gingen: Ein Waldweg, der von der Hahnerberger Siedlung zur Trasse führt, zeigte sich von sogenannten „Kotbeuteln“ übersät, sogar in Sträuchern links und rechts des Weges waren die Beutel drappiert – mit „ordnungsgemäßer“ Entsorgung „großer Geschäfte“ von Hunden hatte das nichts zu tun!

Am Sonntagvormittag, so berichtet Nina Stäbisch, musste sie auf dem Verbindungsweg um die Kotbeutel geradezu einen Hindernisparcours absolvieren. In dieser „Häufung“ – Nina Stäbisch berichtet von bis zu 80 Beuteln – habe sie das noch nicht erlebt. Allerdings, so die 33-Jährige weiter, seien solche „Hinterlassenschaften“ fast an der Tagesordnung: „Ich gehe dort fast jeden Tag spazieren, es wird immer mehr und mehr.“ Mit einem Kind an der Hand und dem anderen am Kinderwagen müsse sie mitunter fast schon Slalom laufen; Nina Stäbisch: „Ich habe schon überlegt, ob ich einen Mülleimer aufstelle.“

Dass Hundehalter an dem Waldweg permanent Kotbeutel „entsorgen“, schildern auch zwei Leserbrief-Schreiber. „Wenn ein Hund im Gebüsch, abseits des Weges sein Geschäft erledigt, dann ist das wohl in Ordnung“, heißt es in einem der Schreiben. Nach kurzer Zeit sorge schließlich die Natur für die fachgerechte Beseitigung. „Aber wenn jemand die eingesammelten Häufchen in Plastiktüten verpackt und in den Wald trägt, um sie dort, links und rechts des Weges zu entsorgen, dann ist das ,Kacke in Tüten’. Im wörtlichen wie auch übertragenen Sinn“, steht in dem Leserbrief an die CW weiter.

Mit dem Kopf schüttelt auch Nina Stäbisch: „Das ist nicht nur ekelig, das ist auch umweltunfreundlich – langsam ist das Maß voll.“ Zumal, so die junge Mutter weiter, sogar Kotbeutel in ihrem Vorgarten entsorgt würden. Bleibt die Frage: Trottete am Wochenende gleich eine ganze Horde umweltunbewusster Hundehalter am Wilhelmring durch den Wald? War es vielleicht ein einzelner Gassigänger, der seine Ansammlung von zig Kotbeuteln „in einem Rutsch“ entsorgte? Oder handelte es bei dem „Beutel-Parcours“ um das, was ein anderer Leserbrief-Schreiber andeutete – um einen „Flashmob“ lieblos im Wald entsorgter „Hunde-Kack-Tüten“.

Wie auch immer, die haufenweise Beutel sorgten offensichtlich für Aufmerksamkeit: „Als direkte Anwohner des Weges wurden wir unfreiwillig Zuschauer, bzw. Zuhörer der Aktion, da die empörten Rufe der peinlich berührten Spaziergänger nicht lange auf sich warten ließen“, berichtet der CW-Leser weiter. Dass die Vielzahl an „Kotbeutel-Hinterlassenschaften“ einen Hintergrund hatten, glaubt jedenfalls Nina Stäbisch: „Da hatte jemand die Faxen dicke.“

Falls die 33-Jährige damit richtig liegt, dann wäre ein Ziel erreicht, wie auch einer der Leserbrief-Verfasser meint: „Wir finden dies eine gelungene Aktion, bedanken uns bei allen Beteiligten für den öffentlichen Denkanstoß und hoffen auf den zukünftigen Anstand und die Entsorgung jeglichen Mülls im eigenen Eimer.“ Allerdings bleibt die Frage: Haben auch die gemeinten Hundehalter den Kotbeutel-Wink verstanden…?