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20.11.2014, 12.22 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Volkstrauertag: „Die Erinnerung als Mahnung weitergeben“

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Vikarin Sara Schäfer von der Evangelischen Gemeinde im Dorf und Stefan Ries vom Cronenberger Heimat- und Bürgerverein bei der Gedenkstunde zum Volkstrauertag vor dem Ehrenmal.

Trotz Regens fanden sich am vergangenen Sonntag, 16. November 2014, zahlreiche Menschen am Ehrenmal Cronenberg ein, um der Gedenkveranstaltung des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins (CHBV) zum Volkstrauertag beizuwohnen. Das diesjährige Gedenken der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft war in zweierlei Hinsicht besonders. Erstens blickt die Welt in diesem Jahr auf den einhundertsten Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges zurück. Zum Zweiten konnten die Cronenberger den Gedenktag am wieder rekonstruierten Ehrenmal begehen, nachdem die bronzenen Namenstafeln an dem Denkmal im Juni 2012 von Metalldieben gestohlen worden waren.

Zunächst traten Schüler des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums (CFG) ans Mikrofon. „Frieden in Europa ist nicht selbstverständlich“, sagten die Gymnasiasten. Dass man nach allein zwei Weltkriegen im vergangenen Jahrhundert nunmehr seit 69 Jahren im Frieden lebe, sei daher alles andere als selbstverständlich. Insofern, so die Küllenhahner Schüler weiter, seien alle Generationen aufgerufen, dafür zu arbeiten, dass der Friede auch weiterhin Bestand habe.

Im Anschluss ergriff Vikarin Sara Schäfer das Wort. Die angehende Pfarrerin der Evangelischen Gemeinde Cronenberg äußerte sich beeindruckt, wie sich die CFG-Schüler auf den Volkstrauertag vorbereitet und recherchiert hätten. Bei einem Treffen hätten ihr Schüler berichtet, dass sie nunmehr ihre Großeltern auf den 2. Weltkrieg ansprechen wollten – „das ist nicht leicht, das weiß ich aus eigener Erfahrung, aber noch besteht die Möglichkeit dazu“, ermunterte Sara Schäfer zum Gespräch mit der Generation der Zeitzeugen.

Im Hinblick auf den Ersten Weltkrieg sind solche Gespräche kaum noch möglich. Dank Internet oder auch vor Ort auf den Schlachtfeldern sei die Auseinandersetzung jedoch auch einhundert Jahre nach dem verheerenden Krieg möglich, wusste Sara Schäfer nach einer Fahrt der Gemeindejugend nach Verdun zu berichten. „Auf den Feldern von Verdun wachsen die Leichen als Vermächtnis“ – die Besuche der Gräberfelder oder auch eines Dorfes, von dem nur noch Ruinen stehen, habe sie und die Gemeindejugend betroffen gemacht.

„Ich finde es wichtig, dass sich die Jugend damit auseinandersetzt“, appellierte die junge Vikarin: „Sie sind das Gedächtnis, wenn eines Tages keine Zeitzeugen mehr da sind.“ Gehe dieses Gedächtnis verloren, bestehe die Gefahr, dass sich das Grauen des Krieges wiederholen könne, mahnte Sara Schäfer abschließend, die Erinnerung wachzuhalten und an die folgenden Generationen weiterzugeben. Umrahmt von Liedern der Cronenberger Männerchöre, begleitet vom Posaunenchor Cronenberg, legten Vertreter des öffentlichen Lebens Cronenbergs zum Abschluss Kränze am Ehrenmal Cronenberg nieder.