Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

06.01.2015, 15.30 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Bürgerbüro: Wegen Andrangs wieder die Notbremse gezogen

Artikelfoto

Am morgigen Dienstag werden auch keine Kunden mit Wartemarken bedient – das Bürgerbüro Cronenberg bleibt wegen einer städtischen Personalversammlung ganz geschlossen. -Foto: Archiv

„Sommer-Gefühle“ kamen am Vormittag des heutigen Dienstag, 6. Januar 2015, im Bürgerbüro Cronenberg auf: Aufgrund des starken Andrangs gab die städtische Stelle am Rathausplatz Wartemarken aus. Als ein Limit erreicht war, wurden keine weiteren Kunden mehr abgefertigt. Da kamen Erinnerungen an den Sommer 2014 auf, als das Bürgerbüro ebenfalls zeitweise wegen zu großen Andrangs „die Schotten dicht“ machen musste.

Einen außergewöhnlich hohen Krankenstand gepaart mit einer großen Nachfrage bei Pass-Angelegenheiten vor den Sommerferien machte die Stadt vor einem halben Jahr für das „Warte-Chaos“ im Einwohnermeldeamt am Steinweg verantwortlich. Schon weit vor der Öffnung des Amtes am frühen Morgen bildeten sich damals lange Warteschlangen – nur so hatte man zweitweise eine Chance, noch an die Reihe zu kommen. Schließlich schwappte der Andrang auch aufs Bürgerbüro Cronenberg über. Um der Lage Herr zu werden, schloss die Stadt schließlich die Bürgerbüros Mitte Juni 2014 für rund drei Wochen ganz. Das Personal wurde gebündelt im Meldeamt am Steinweg eingesetzt.

Großer Andrang überall: „Das ist ein Ferien-Phänomen“

Dass viele Bürger nach den Festtagen die letzten Ferientage nutzten, um ihre Ämter-Angelegenheiten zu erledigen, benennt Stadt-Sprecherin Ulrike Schmidt-Keßler als einen Grund für die neuerliche „Notbremse“ im Bürgerbüro Cronenberg. Zudem seien eine ganze Reihe städtischer Mitarbeiter noch in Urlaub und die Personaldecke daher knapper als normal: „Das ist ein Ferien-Phänomen, es knubbelt sich derzeit in allen Stellen.“ So habe allein das Bürgeramt am Steinweg gestern 800 Kunden zu bewältigen gehabt, berichtet Ulrike Schmidt-Keßler weiter.

Allerdings ging zum Jahresende mit Holger Müller auch der langjährige Leiter des Bürgerbüros Cronenberg in den Ruhestand. Eine Neubesetzung plant die Stadt nicht, wie die Stadt-Sprecherin gegenüber der CW bestätigte. Im Rahmen des städtischen Sparpakets wird auch diese Stelle eingespart. Konsequenz: Als die CW am heute Vormittag im Büro am Rathausplatz reinschaute, stand – neben einer Geschäftsführerin, die aus einem Mitarbeiter-Pool durch die Bürgerbüros „rotiert“ – lediglich eine Mitarbeiterin zur Verfügung, um Meldeangelegenheiten und Ähnliches zu bearbeiten. Man darf gespannt aufs Frühjahr sein, wenn die Sommerferien nahen…

Bürgerbüros stärken: Was wird aus dem Ratsbeschluss?

Ebenso spannend ist, was aus einem FDP-Antrag wird, der Ende Juni 2014 einstimmig vom Wuppertaler Rat angenommen wurde: Nach dem sommerlichen Warte-Chaos wurde darin eine Stärkung der Bürgerbüros gefordert, da sich „die Bündelung von Aufgaben im Einwohnermeldeamt am Steinweg unter gleichzeitiger Vernachlässigung der Bürgerbüros“ als „nicht praktikabel herausgestellt“ habe, wie es in dem Antrag hieß. Die Verwaltung wurde anschließend mit der Prüfung beauftragt, ob in den Bürgerbüros wieder Ausweis- und Passangelegenheiten bearbeitet werden können – ein halbes Jahr ist das nun her…

Bis sich hier etwas getan beziehungsweise bis sich der Andrang wieder eingependelt hat, können alle, die zum Einwohnermeldeamt müssen, telefonisch Termine über das städtische ServiceCenter unter 0202 / 563-0 oder auch online über die Stadt-Seite unter www.wuppertal.de vereinbaren. Im Laufe des Jahres, so Stadt-Sprecherin Ulrike Schmidt-Keßler, soll eine solche Termin-Vereinbarung auch fürs Bürgerbüro Cronenberg eingerichtet werden.