Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

28.01.2015, 20.04 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Charlie Hebdo“: Kleiner Kiosk mit größtem „Glück“

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Thomas Schäffke: Eine „stolze“ Anzahl der ersten „Charlie Hebdo“-Ausgabe „danach“ fand den Weg in sein „Küllenhahner Lärchen“.

Die erste Ausgabe des französischen Satire-Magazins „Charlie Hebdo” nach dem islamistischen Terroranschlag am 7. Januar 2015 war ein Verkaufsschlager. Ob in München, Hamburg, Berlin oder Essen – auch an den Kiosken in Deutschland war das Heft innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Grund dafür war auch, dass zumeist nur eine Handvoll Exemplare den Weg in die Regale fanden.

So bildeten sich vor Zeitschriften-Läden quer durch die Republik bereits Stunden vor Ladenöffnung Schlangen – ganz überwiegend gab es dann lange Gesichter. Da selbst Geschäfte im Münchner Hauptbahnhof oder in der Hauptstadt nur einzelne Exemplare erhielten, hieß es überall flugs: “Leider ausverkauft“. Vergleichsweise gute Chancen hatten die „Charlie Hebdo“-Interessierten ausgerechnet im beschaulichen Küllenhahn: Thomas Schäfke, seit 1. Januar 2015 neuer Inhaber des „Küllenhahner Lädchens“, konnte im Ansturm auf das Satiremagazin mit vergleichsweise stolzen sechs Exemplaren von „Charlie Hebdo“ aufwarten.

Nach einer derart „üppigen“ Ration hätte sich mancher Kollege an Spree, Isar, Ruhr oder Elbe die Finger geleckt. Da sich vor dem „Küllenhahner Lädchen“ auch keine Schlangen bildeten, hatten die Interessenten auch hier relativ gute Chancen, an ein Magazin-Exemplar zu kommen. Nicht so viel „Charlie Hebdo“-Glück hatte Lotto Weber: Ganze zwei Exemplare kamen im Cronenhof an, einige Kunden mehr hatten vorbestellt. Lotto-Toto Dürholt am Hahnerberg erhielt drei Hefte, auch hier konnten damit längst nicht alle Anfragen erfüllt werden.

Lotto-Toto Rau in der Kemmannstraße und das Café Zymla in Sudberg hatten zwar bestellt, erhielten aber überhaupt keine Ausgaben von „Charlie Hebdo“. Kein Problem hatte Schreibwaren Biedebach: Inhaber Achim Fresen erhielt ebenso kein Exemplar des Satire-Magazins, allerdings hatte auch kein Kunde danach gefragt. Übrigens: Im Online-Kleinanzeigenmarkt eBay werden für Exemplare der Ausgabe vom 14. Januar 2015 Preise von bis zu 299 Euro verlangt – der Ansturm darauf dürfte sich allerdings auch hier gelegt haben.

Und zur neuesten Ausgabe am heutigen Mittwoch, 28. Januar, ist von Schlangen vor Zeitschriftenläden auch keine Rede mehr…