Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

28.04.2015, 17.20 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

BV gespalten: Kein „Shared Space“ in der Cronenberger Ortsmitte

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Kann man die Cronenberger Ortsmitte durch die Einrichtung eines „Shared Space“ attraktiver machen? Das wollte die SPD in Erfahrung bringen und scheiterte an einem Patt in der Bezirksvertretung.

Es war nur ein Prüfantrag: Wie bereits berichtet, beantragte die SPD-Fraktion in der April-Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Cronenberg am vergangenen Mittwoch, 22. April 2015, dass die Stadtverwaltung prüfen solle, ob die Einrichtung eines sogenannten „Shared Space“ an der Hauptstraße in der Ortsmitte möglich wäre.

Obwohl die Dörper Sozialdemokraten damit nur ausloten wollten, ob, zu welchen Bedingungen und mit welchen Konsequenzen ein solcher „gemeinsam genutzter Raum“, indem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, überhaupt zur Attraktivitätssteigerung der Dörper Einkaufsmeile umsetzbar wäre, formierte sich im Stadtteilparlament vehementer Widerstand gegen den SPD-Antrag.

„Das macht die CDU nicht mit“: Sowieso kein Geld für „Shared Space“ im Dorf

CDU-Sprecher und Vize-Bürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky kritisierte auch im Hinblick auf einen SPD-Antrag zur Beleuchtung der Sambatrasse, dass die Sozialdemokraten mit derlei Anträgen möglicherweise Hoffnungen weckten, die angesichts der Finanzlage allerdings überhaupt keine Chance auf Realisierung hätten: „Sowas macht die CDU nicht mit“, stellte von Wenczowsky klar.

Zudem zeigte sich der Cronenberger Vize-Bürgermeister überzeugt, dass es zu Verkehrsproblemen in der Ortsmitte kommen würde, wenn die viel befahrene Hauptstraße zu einem „Shares Space“ werde, indem Autos, Radfahrer und Fußgänger gleichberechtigt sind. Zudem fielen dadurch Parkplätze weg, Gewerbe und Einzelhandel würden beeinträchtigt – „die Bürger würden sich freuen“, unterstrich von Wenczowsky ironisch das Nein der CDU zu dem SPD-Ansinnen.

SPD-Ratsherr Wagner: „Prüfauftrag ist nicht der Untergang des Abendlandes“

SPD-Bezirksveretreter Oliver Wagner hielt dem entgegen, dass selbst im gemeinsamen Kooperationsvertrag der „Groko“ von SPD und CDU im Rat ein Vorrang von Pkw als „von gestern“ bezeichnet und eine Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer als Ziel benannt werde. Auch handele es sich bei dem „Shared-Space“-Antrag lediglich um ein Prüfauftrag an die Stadt, wie ebenso Grünen-Ratsherr Paul-Yves Ramette unterstrich: „Damit ist nicht der Untergang des Abendlandes verbunden.“

Obwohl Grünen-Ratsfrau Regina Orth darauf verwies, dass in anderen Städten oder auch in Holland mit „Shared Space“-Projekten große Erfolge erzielt worden seien, auch wenn Linke-Vertreter Hartmut Kissing appellierte, den Versuch zur Steigerung der Attraktivität Cronenbergs doch zu wagen, konnte das nichts an der Ablehnung ändern. AfD-Vertreter Bernhard Wagner ergänzte, dass selbst das aktuelle Einzelhandelskonzept einen starken Verkehr auf der Hauptstraße bescheinige – die Einführung eines „Shared Space“ sei nur dort sinnvoll, wo Ausweichmöglichkeiten für den Verkehr gegeben wären.

Patt in der BV: „Shared Space“-Antrag abgelehnt

Dieser Kritik von CDU und AfD schlossen sich auch die Vertreter von FDP und WfW an, sodass es bei der folgenden Abstimmung über den SPD-Antrag zu einem Patt kam. Der SPD-Antrag war damit abgelehnt, das Thema „Shared Space“ ist damit in Cronenberg vom Tisch.