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05.05.2015, 19.42 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Fernwärme: Millionen-Leitung über Friedrichsberg zum Arrenberg

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Das Müllheizkraftwerk in der Korzert. Hier schlägt künftig "das Herz" der Wuppertaler Fernwärme-Versorgung.

In der April-Sitzung der Bezirksvertetung Cronenberg stellten Vertreter der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) am Mittwoch, 22. April 2015, die geplante Fernwärme-Trasse von der Korzert ins Tal vor. Wie die CW bereits berichtete, wollen Stadtwerke und Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) das Müllheizkraftwerk ans Fernwärme-Netz in der Stadt anschließen, um Fernwärme von der Südhöhe dort ins Netz einzuspeisen.

Wie Matthias Ohl von der WSW Energie & Wasser AG skizzierte, schlagen die WSW mit dem Projekt gleich mehrere Fliegen: Das umweltunfreundliche Kohle-Heizkraftwerk Elberfeld kann geschlossen werden. Die CO2-Emmissionen werden dadurch von jetzt rund 500.000 Tonnen pro Jahr auf dann nur noch 50.000 Tonnen drastisch reduziert. Weitere Fliege: Durch die Einspeisung der Fernwärme aus der Korzert steigt der Anteil erneuerbarer Energien an der Fernwärme-Versorgung entlang der Talachse mit einem Schlag von 0 auf 40 Prozent. Zudem wird die Fernwärme-Produktion auf Korzert mit dem Anschluss voll ausgelastet – keine Energie wird mehr vergeudet.

Süd-West-Trasse: Baustart im Frühjahr 2016

Zwar läuft das Genehmigungsverfahren bei der Bezirksregierung noch, mit dem Baustart für die „Süd-West-Trasse“ rechnet Matthias Ohl jedoch fürs Frühjahr 2016. Im Herbst 2018 soll die Fernwärme-Leitung von der Korzert zum Arrenberg ans Netz gehen. WSW-Mitarbeiter Gerd Daun erläuterte, dass die Spezialrohre auf einer unterirdischen Trasse von 4,5 Metern Breite zwei Meter tief in der Erde verlegt werden. Nach Abwägung vielerlei Kriterien wie Eigentumsverhältnisse, Behinderungen des Verkehrs in der Bauzeit oder auch Naturschutzaspekten, haben die Stadtwerke den günstigsten Trassenverlauf nun festgelegt.

Demnach wird die 3,3 Kilometer lange Süd-West-Leitung zunächst entlang der Theishahner und Küllenhahner Straße geführt. In Höhe der Zufahrt zum Sportzentrum Süd wird die Leitung zunächst (in den Schulferien) zwischen Schulzentrum und Sportzentrum zum Jung-Stilling-Weg und dann weiter über den Dürrweg zum Friedrichsberg geführt. Über die Friedrichsallee geht es hier in den Stadtwald hinein und entlang des Hauptweges bis zu einer Lichtung, von wo aus die Leitung dann einen Linkschwenk in Richtung Baumstraße/Neviandtstraße machen wird. Unter der L70 hindurch erfolgt schließlich der Anschluss an das dortige Heizkraftwerk am Viehhof und damit der Anschluss ans Tal-Netz.

Trassenbau: Möglichst viel Rücksicht auf Natur und Verkehr

Gerd Daun unterstrich, dass die Bauarbeiten weit möglichst Rücksicht auf Natur und Verkehr nehmen würden: Die Leitung werde zum Beispiel an der monatelang baustellengeplagten Küllenhahner Straße unter dem Bürgersteig oder im Wald unter den Wegen verlegt. Um an der Neviandtstraße die Beeinträchtigungen in Grenzen zu halten, sollen die dortigen Arbeiten „im Schatten der Sperrung des Kiesbergtunnels“ durchgeführt werden. Auch wenn mit der Genehmigung aus Düsseldorf erst im Frühsommer gerechnet wird, wollen die WSW mit den Vorarbeiten am Arrenberg bereits im Mai beginnen.

Info-Veranstaltung am 26. Mai im Heizkraftwerk Konzert

Für den Bau der Fernwärme-„Hauptschlagader” rechnen die WSW und die Abfallwirtschaftsgesellschaft mit Kosten in Höhe von rund 30 Millionen Euro. Die Bauzeit soll von einer intensiven Information der Öffentlichkeit flankiert werden. Auftakt dazu wird bereits am 26. Mai 2015 sein: Im AWG-Müllheizkraftwerk auf Korzert werden Interessierte dann ab 18 Uhr die Gelegenheit haben, sich über die „Süd-West-Trasse“ zu informieren und Fragen zu stellen.