Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

15.06.2015, 12.35 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Wer hilft? Weißrussische Kinder im NaturFreunde-Haus

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Hannelore Geiss (li.) und Renate Buchholz (3. v. li.) haben die weißrussischen Kinder wieder ins NaturFreundehaus eingeladen und hoffen nun auf Unterstützung der CW-Leser. -Foto: Archiv

Aus rund 1.700 Kilometern Entfernung steuern sie Mitte Juni ihr Urlaubsziel Cronenberg an. Das Dorf ist nicht unbedingt als „Hotspot“ von Fernreisenden bekannt, für diese 19 Besucher ist Cronenberg jedoch ein tolles Domizil: Schließlich kommen sie aus dem Örtchen Merkolowitschi in Weißrussland. Dieses liegt am Rande einer Sperrzone, die vor fast 30 Jahren nach dem GAU im Atomkraftwerk von Tschernobyl schwer radioaktiv verseucht wurde.

Auf Einladung des Vereins „Ärzte in sozialer Verantwortung für die Kinder von Tschernobyl“ können sich auch in diesem Sommer 16 Kinder, die von drei Betreuern begleitet werden, im NaturFreunde-Haus Cronenberg erholen. Das ist notwendig, auch wenn die Atomkatastrophe im ukrainischen AKW nunmehr fast drei Jahrzehnte her ist.

Hannelore Geiss: Auch mit 91 Jahren noch für Tschernobyl-Kinder aktiv

In der Gomel-Region sind die Langfrist-Folgen der Reaktorkatastrophe nämlich weiter allgegenwärtig – selbst fünf Jahre nach dem GAU wurden hier noch radioaktive Werte gemessen, die fast so hoch waren wie die Verseuchung direkt um den zerstörten Tschernobyl-Reaktor. Die Hilfe für die Kinder von Merkolowitschi treibt Hannelore Geiss an: Auch wenn sie mittlerweile 91 Jahre alt ist, nimmt die Aktivistin des Wuppertaler Vereins auch in diesem Jahr die Strapazen auf sich, um den Cronenberg-Aufenthalt zu ermöglichen.

Unterstützt wird die Trägerin des städtischen Ehrenamtspreises „Wuppertaler“ von Renate Buchholz von den Cronenberger NaturFreunden – im idyllischen Haus des Dörper Vereins wollen Hannelore Geiss und Renate Buchholz den Kindern im Alter von 7 bis 12 Jahren drei unbeschwerte Wochen bereiten. Alle Jahre wieder müssen die beiden Ehrenamtlichen dazu um Spenden bitten.

Ob Geld, Bekleidung oder Sachspenden – jede Hilfe ist willkommen

Dringend benötigt werden natürlich Geldspenden: Mit der Busfahrt aus Weißrussland und wieder zurück angefangen über die tägliche Versorgung im NaturFreunde-Haus bis hin zu geplanten Ausflügen ins Schwimmbad, den Zoo oder an die Müngstener Brücke – der Aufenthalt der Kinder muss von A bis Z finanziert werden. Und auch eine Tagestour ins „Wunderland Kalkar“ würden Hannelore Geiss und Renate Buchholz gerne wieder mit den jungen Gästen unternehmen – ohne Spenden wird das aber nicht möglich sein…

Nicht nur Geld-, auch Sachspenden sind aber herzlich willkommen: Ob Bekleidung für Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren, Spielzeug, Schuhe oder auch Bettwäsche – Hannelore Geiss und Renate Buchholz sind ebenso für gut Erhaltenes aus dem Kinderzimmer dankbar. Jeder Spenden-Euro auf das Konto 915 181 des Vereins „Ärzte in sozialer Verantwortung für die Kinder von Tschernobyl” bei der Stadtsparkasse Wuppertal (BLZ 330 500 00) hilft – auf Wunsch werden Spenden-Quittungen ausgestellt.

Wer Fragen hat, kann mit Hannelore Geiss gerne unter Telefon 0178-717 00 33 Kontakt aufnehmen.