Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

22.06.2015, 19.29 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

1. Südstadt-Parkfest: „Super-Premiere – bitte weiter so!“

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Die Premiere des Festes im Von-der-Heydt-Park über- traf selbst die kühnsten Hoffnungen der größten Optimisten: Glücklich nach einem überwältigenden Tag versammelten sich die Organisatoren und die „Beatles-Revival-Band“ am Ende des Parkfestes in der Südstadt fürs CW-Foto.

„All my troubles seemed so far away“ (zu deutsch: „All meine Probleme schienen so weit weg zu sein…“) heißt es in dem Beatles-Hit „Yesterday“. Die Textzeilen der Pilzköpfe-Hymne, laut Wikipedia der meistgecoverte Popsong aller Zeiten, sang die „Beatles-Revival-Band“ natürlich auch zum Abschluss des Südstadt-Parkfests – und mit den Liedworten der „Fab-Four“ trafen sie den Parkfest-Nagel auf den Kopf. Rhythmisch schwenkten die Zuschauer vor der Bühne am Friedenshain die Arme, einige ließen Handys leuchten, viele sangen begeistert mit – am Sonntag schienen in der oberen Südstadt alle Probleme weit weg zu sein…

Und zwar nicht nur während des begeisterten Auftritts der Revival-Band, die eindrucksvoll den Beweis antrat, warum sie als beste Beatles-Tribute-Band Deutschlands gilt. Vor dem bejubelten Finale waren bereits zum Start des Parkfest-Tages alle Probleme weit weg am Friedenshain. Der sehr gut besuchte ökumenische Freiluft-Gottesdienst bei wunderbar sommerlichem Wetter ließ bereits ahnen: Die Premiere des Südstadt-Festes wird ein voller Erfolg – stolze 2.200 Euro betrug allein die vormittägliche Gottesdienst-Kollekte fürs Kinderhospiz Burgholz!

Statt der erwarteten 2.000 Besucher kamen etwa 8.000 Menschen

Entsprechend entspannten sich auch schnell die Mienen der Organisatoren: Mehr als ein Jahr hatten Gerson Monhof (Johanneskirche), Tobias Rittinghaus und Friedhelm Bursian (SSV Germania 1900) sowie Johannes Schlottner (Bürgerverein der Elberfelder Südstadt) an dem Großereignis gefeilt. Bis zum Premierenmorgen bangten sie, ob ihr Konzept aufgehen und die Besucher kommen würden – bereits früh am Festtag lösten sich alle Fragenzeichen in eindrucksvolle Ausrufezeichen auf.

Statt der 2.000 Besucher, mit denen die Parkfest-Väter bescheiden als Minimalziel kalkuliert hatten, kamen am Ende wohl 8.000 Festgäste, vielleicht waren es auch 9.000 – in jedem Fall wurden alle Erwartungen übertroffen. Die einzigen Probleme des Bilderbuchtages waren: „Wo bekommen wir Nachschub für die teilweise schnell ausverkauften Kulinaria-Stände her?“, beziehungsweise aus Sicht der Besucher: „Wo gibt’s überhaupt noch was und wo sind die Warteschlangen nicht gar so lang?“

Kein „Theater“: Parkfest-Besucher feierten entspannt und friedlich

Keine Randale, kein Müll-Meer, keinerlei Streitigkeiten – das Parkfest war auch in dieser Hinsicht eine runde Sache. Ob exotischer Tanz oder Wellness, ob Südstadt-Quiz oder Ballon-Wettbewerb, ob Stock-brot-Backen in der Pfadfinder-Jurte oder Bungee-Jumping und Dosenwerfen auf der Wiese – das Parkfest bot ja auch eine Fülle an friedlichen Unterhaltungsmöglichkeiten für die ganze Familie.

Viel Programm auf den beiden Bühnen, das von Sparkassen-Sprecher Jürgen Harmke launig-souverän präsentiert wurde, tat das Übrige zu einem kurzweiligen Festtag bei. Stress kam dabei jedoch keiner auf: Die Weitläufigkeit der grünen Oase am Friedenshain garantierte dafür, dass sich die vielen tausend Besucher nicht drängeln mussten – im Gegenteil: Der Von-der-Heydt-Park bot genügend ruhige Plätzchen, um im Schatten oder der Sonne, auf der Wiese oder einer Bank Essen und Trinken zu genießen oder eine Auszeit vom Festtrubel zu nehmen und das Getümmel aus der Entfernung zu betrachten.

Nebeneffekt Überraschung: „Ist das schön hier im Park“

Und das lauschige Parkfest-Areal sorgte selbst bei alteingesessenen Anwohnern für „A-ha-Effekte“: „Ich gehe seit Jahrzehnten hier durch, aber dass der Park so groß und schön ist, das wusste ich noch nicht“, stellten nicht wenige Fest-besucher überrascht fest. Beeindruckt zeigte sich auch Bühnen-Moderator Jürgen Harmke. Das Parkfest sei eindrucksvolles Beispiel dafür, warum Wuppertal als grünste Stadt Deutschlands gilt, dankte Harmke den Organisatoren dafür, dass sie das Fest im Grünen auf die Beine gestellt hatten („Der Park wird wunderschön genutzt“) – um den Applaus aus dem Publikum vor der Bühne musste Harmke da nicht groß bitten…

SSV-Zapfer im Stress, Kinderhospiz-Vertreterin mit leeren Händen

Applaus brandete auch an den Ständen auf: Während die Hobby-Kicker des SSV Germania 1900 nicht zum Klatschen kamen, weil sie bis zum Schluss alle Hände voll an den Zapfhähnen zu tun hatten, stand Kerstin Wülfing am Gemeinschaftsstand des Kinderhospizes Burgholz und des Bürgervereins Küllenhahn mit leeren Händen da: „Ich habe noch nicht einmal mehr einen Fuchs“ – alle Kinderhospiz-Maskottchen waren ausverkauft. Ebenso mit einem Abschluss-Gläs-chen Wein in der Hand fügte Gudrun Balewski (Blumen Balewski) hinzu: „Wir trinken uns das Fest nicht schön, wir trinken, weil das Parkfest so schön war.“

Versprochen? „Es wird eine Fortsetzung geben“

Entsprechend war es am Ende kaum eine Frage, ob es ein zweites Parkfest geben wird. Zwar sei die Vorbereitung und Durchführung harte Arbeit gewesen, „aber es hat Spaß gemacht – das war ein toller Start“, freute sich Mit-Organisator Tobias Rittinghaus. Zumal das Parkfest so gut wie nur durch Ehrenamtliche gestemmt worden sei, müsse man nun aber zunächst besprechen, wie und wann es eine Zweitauflage geben könne. Aber: Es wird eine Fortsetzung geben“, lehnte sich der SSV-Germania-Vertreter schon einmal aus dem Fens-ter: „Das war ein wunderschönes Familienfest.“

 Fotos: Marcus Müller/Meinhard Koke

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