Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

07.07.2015, 20.42 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Firmenlauf: Kai André Mehs ist „Hart-härter-Cronenberger“

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Mit dem Fahrradfahren hat er seine zweite Leidenschaft zum Beruf gemacht: Nach dem Treffen im „Dorf“ setzte sich Kai André Mehs auf sein Rennrad und drehte noch eine Runde über die Südhöhe nach Ronsdorf – der Ausflug zur CW-Geschäftsstelle sollte sich ja schließlich auch sportlich gelohnt haben…

Nein, die Hitze war kein Problem für ihn, im Gegenteil, „das mag ich sehr gerne“. Nein, er hat auch nicht sonderlich dafür trainiert, im Gegenteil: In den letzten Monaten lag seine Trainingsleistung bei jeweils nur rund 70 Kilometern Laufstrecke – sonst „reißt“ er monatlich etwa 100 Lauf-Kilometer „ab“. Und nein, er hat sich auch nicht „besonders“ auf den Schwebebahn-Lauf vorbereitet, im Gegenteil: Den tropischen Abend zuvor hat er noch mit Freunden an der Bever genossen, etwa zehn Bierchen getrunken – „und ein paar Jägermeister“, lacht er.

Die Rede ist von Kai André Mehs: Der 32-Jährige gewann am Sonntag, 5. Juli 2015, den diesjährigen Firmenlauf. Im Dress der Cronenberger „Pescher Beteiligungen GmbH & Co. KG“ lief Kai André Mehs in 15:56 Minuten als Erster der 3.646 Teilnehmer durchs Ziel. Und unterstrich damit zugleich eindrucksvoll den Slogan der Mannschaft von der Korzerter Straße: Unter dem Team-Namen „Hart-härter-Cronenberger“ absolvierten Geschäftsführer Max Pescher und seine 17 Mitläufer die 5-Kilometer-Distanz vom Opernhaus zur „Wicküler City“ und zurück.

„Hart-härter-Cronenberger“: Platz 2 in der Team-Wertung

Vor dem Hintergrund der Vorbereitung und Leistung von Kai André Mehs, aber auch dem 6. Platz von Pescher-Mitarbeiter Sascha Velten und nicht zuletzt Platz 2 in der Team-Wertung, den Kai André Mehs, Sascha Velten und Arsene Noundieu unter den rund 1.100 Mannschaften errangen, konnte sich das Abschneiden der Hahnerberger Firma sehen lassen – eben „Hart-härter-Cronenberger“.

Wobei: Kai André Mehs ist aus der Südstadt, ging aber aufs Carl-Fuhlrott-Gymnasium (CFG) und ist seit der gemeinsamen Schulzeit mit Max Pescher befreundet. Auch für dessen Hahnerberger Firma trifft der „Hart-härter-Cronenberger“-Slogan voll zu: Schließlich ist harter Stein das Geschäft von Pescher: Das 1913 gegründete Unternehmen betrieb bis Mitte der 1950er Jahre den Steinbruch in der Korzert, wo nun das Müllheizkraftwerk steht.

Harter Stein ist das Pescher-Geschäft – aber keiner aus Cronenberg mehr

Heute, so berichtet Max Pescher, betreibt die Hahnerberger Firma Steinbrüche in Sachsen-Anhalt oder zum Beispiel auch im Sauerland. Und hier, so erläutert Max Pescher weiter, wird Diabas-Gestein gewonnen, das als besonders hart, zäh und abriebfest gilt. Kein Wunder also, dass der Edelsplitt daraus für den Flüster-Asphalt auf der A46 oder auf der A40 im Ruhrgebiet verwendet wird. Und kein Wunder aber auch, dass sich die Pescher-Läufer beim Schwebebahn-Lauf als zäh und hart erwiesen.

Wobei Pescher-Mitarbeiter Sascha Velten in der Szene alles andere als ein Unbekannter ist: Bei der Deutschen Meisterschaft im 50-Kilometer-Lauf holte Velten im letzten Jahr immerhin Bronze. Und auch für Kai André Mehs läuft’s gut: Der 32-Jährige gewann den diesjährigen Treppenlauf und das Zuckerspiel durchs Burgholz, beim Düsseldorfer Frühjahrslauf wurde er Zweiter. „Laufen macht einfach Spaß“, sagt der sympathische Südstädter, der locker und entspannt wie ein Jugendlicher wirkt.

Döpps-Umbau ist „ein Glücksfall“: Laufstrecke in Barmen war „cool“

Und auch Wettkämpfe mag Kai André Mehs, an den Start geht er aber nie verbissen. Auch insofern kam der Fahrrad-Mechaniker beim Schwebebahn-Lauf voll auf seine Kosten: „Das war eine sehr schöne Veranstaltung mit Super-Atmosphäre – alle waren fair“, blickt Kai André Mehs auf den Sonntag zurück. Nur Lob gibt’s auch für die Organisatoren und ihre Ausweich-Strecke in Barmen.

Ob das Läufer-Dorf im Engelsgarten oder die Strecke auf der Friedrich-Engels-Allee – „das war eine coole neue Location“, befindet der Firmenlauf-Sieger den Döppersberg-Umbau insofern als „Glücksfall“. Ein Haar in der Suppe hat Kai André Mehs aber doch ausgemacht: Dass das Sieger-Weizen alkoholfrei war, das schmeckte ihm gar nicht.

Zum Glück aber, lacht der 32-Jährige, überraschte Max Pescher sein „Hart-Härter-Cronenberger“-Team zunächst mit einer Palette kühlem Pils und später einer Einladung zum Italiener im Luisenviertel – da war der Schwebebahn-Lauf dann endgültig rund…