Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

04.08.2015, 15.17 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Manfred Stader: Ein Mann für viele Fälle wurde „80“

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Eine Torte, ein Schild, viele Gratulanten und manches mehr: Manfred Stader hatte auch an seinem „80sten“ viel zu tun…

Er bekleidet keine herausragenden Ämter, dennoch sagt Bezirksbürgermeisterin Ursula Abé: „Wenn es ihn nicht gäbe, dann müsste er erfunden werden – er ist eine der guten Seelen Cronenbergs.“ Und für Rolf Tesche ist er „mein wichtigster Mann“: „Wenn ich ihn um etwas bitte, dann ist es eine Stunde später da – auf ihn ist Verlass.“

Manfred Stader heißt der so hoch Gelobte: Ob für den Cronenberger Heimat- und Bürgerverein (CHBV), die AG Cronenberger Sportvereine, den Werkzeugkisten-Verein oder auch den Bürgerverein Hahnerberg-Cronenfeld sowie den Cronenberger SC, den SSV Sudberg und den Fußballkreis – überall engagierte sich Manfred Stader weitgehend im Stillen, zum Teil bis heute. Am 25. Juli 2015 wurde es indes laut um den Cronenberger: Manfred Stader feierte 80. Geburtstag.

Und dazu ließ man ihn hochleben: Von Bezirksbürgermeisterin Ursula Abé und Stellvertreter Michael-Georg von Wenczowsky über CHBV-Chef Rolf Tesche und  Vize Stefan Ries, Werkzeugkisten-Vereinschef Stefan Alker und Bärbel Vitt, Vorsitzende der AG Cronenberger Sportvereine, bis hin zu Vertretern der Plattkallergilde „De Obrams“ und der Patenschaft Kaltenbachtal reichte die Riesen-Schar der Gratulanten – „volles Haus“ in der Wohnung von Erika und Manfred Stader an der Berghauser Straße. Die große Zahl der Gäste war Ausdruck der Anerkennung für den Jubilar, der bereits mit dem Ehrenamts-Preis „Wuppertaler“ sowie zweimal mit der Kanzler-Medaille der Cronenberger CDU ausgezeichnet wurde.

Fußball: Für die Dorf-Rivalen SSV Sudberg und Cronenberger SC aktiv

Der Vorzeige-Cronenberger wurde in Solingen-Mitte geboren, ab 1939 verbrachte Manfred Stader seine Kindes- und Jugendzeit in Sudberg. Beruflich kam „Friedchen“ Stader weit mehr „herum“: Erst lernte er Schreiner, machte später als Betriebsschlosser seinen Meister, um zuletzt 25 Jahre lang in der Verwaltung des Arbeitgeberverbandes tätig zu sein. Auch hier wusste man Staders Talent in der Bürokommunikation zu schätzen: „Ich habe nie Kurse gemacht, sondern mich selbst reingekniet“, erzählt der rüstige Dörper, der mit seinen 80 Jahren noch erstaunlich fit ist – auch am heimischen PC.

Seit 1947 ist Stader Mitglied des SSV Sudberg – der langjährigste noch lebende Schwarz-Blaue kickte quer durch alle Jugendmannschaften, war seit den 1960er Jahren im Vorstand und seit Mitte der 1970er Jahre bis 2003 quer durch die Blütezeit des Vereins als zweiter SSV-Vorsitzender aktiv – kein Wunder, dass die Sudberger Stader zum Ehrenmitglied ernannten. Bezeichnend für den bekennenden FC-Bayern-Fan: Ebenso wie im großen Fußball kennt Stader auch im Dorf keine Rivalität.

Im Fußball geht alles, aber Fisch geht gar nicht

So engagierte sich Manfred Stader auch für den Cronenberger SC – dass Sudberger Kameraden in seiner Jugendzeit Trikots der Grün-Weißen zerrissen, konnte Stader nie verstehen. Nicht nur deswegen eignete er sich wohl auch bestens für die Spruchkammer des Fußballkreises. Wenn eine deutsche Mannschaft international aufläuft, egal welche, drückt Manfred Stader die Daumen, denn: „Ich liebe Fußball im Allgemeinen.“ Die zweite große Liebe gilt dabei dem „EfZee“ aus Köln, schließlich lernte Stader über ein Geißbock-Spiel seine Ehefrau Erika kennen…

So „weltmännisch“ Manfred Stader im Fußball und in seinem Engagement ist, in einer Hinsicht kennt er kein Pardon: Fisch, ob eingelegt, gebraten oder gekocht, das geht gar nicht. 50 D-Mark bot ihm einmal in den 1950er Jahren ein Freund auf der Kirmes dafür, dass er  ein Backfisch-Brötchen essen sollte – Stader biss nicht an. Und Ordnung muss herrschen – ob auf dem Teller, auf dem PC oder dem Schreibtisch, Manfred Stader behält gerne den Überblick. „Du schriefst dir noch de Fenger wongk“, reimte Plattkaller Karl-Heinz Dickinger auf den Jubilar: „Du bös ‘n ganz tröüen Hongk!“ Na ja, irgendwie muss „Friedchen“ Stader ja auch seine Zeit füllen – schließlich holt es ihn jeden Morgen um 5.20 Uhr aus den Federn.

Übrigens: Der Spitzname „Friedchen“ stammt aus der Schulzeit in Sudberg, als die Kinder nach dem Vornamen der Mutter gerufen wurden, und die hieß Elfriede. Heute hört Stader auch auf Thiago – Bayer-Spieler Thiago Alcantara ist einer seine Favoriten, „und Thiago heißt übersetzt Manfred“, lacht der fröhlich-fleißige Dörper…