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28.08.2015, 12.40 Uhr   |   Andreas Schmidt   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Auto-Fahren“: Südhöhen-Teststrecke schon zum Jahreswechsel?

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Im Beisein von OB Peter Jung (2.v.r.) und MdL Josef Neumann (4.v.r.) informierte sich NRW-Minister Garrelt Duin (re.) bei Delphi über die Pläne für eine Selbstfahrer-Teststrecke.

Die Idee von einer Teststrecke für selbstfahrende Autos auf den Südhöhen hat Tempo aufgenommen: Erst im März äußerte der Wuppertaler Automobilzulieferer Delphi den Wunsch nach einer Teststrecke im öffentlichen Verkehrsraum auf den Südhöhen. Einen Monat später schon schickte der Konzern in den USA einen selbstfahrenden Audi Q5 auf eine „Coast-to-Coast“-Tour. Ohne nennenswerte Zwischenfälle schaffte es das Fahrzeug von San Francisco nach New York.

Für die Teststrecke vor der eigenen Südhöhen-Haustür gab es großen Zuspruch aus Reihen der Politik. „Stadt, Land und IHK haben das Thema schnell vorangetrieben“, sagt Dr. Rolf Volmerig von der Wuppertaler Wirtschaftsförderung, der sich von der Teststrecke große Vorteile für den Technologie-Standort Wuppertal verspricht. Nach einem Besuch von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek haben sich zwischenzeitlich alle wesentlichen Voraussetzungen geklärt, „sodass nun die konkreten Planungen für die Aufnahme des Betriebes auf der Probestrecke unter realen Verkehrsbedingungen starten können“, erläutert Thomas Aurich von Delphi.

Am 19. August 2015 stattete nun NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin dem Automobilzulieferer einen Besuch ab. Er geht davon aus, dass die Teststrecke zwischen Freudenberg und Parkstraße bereits zum Jahreswechsel genutzt werden kann. Damit liege NRW mit einer Teststrecke für automatisiertes Fahren ganz vorn, nur in Bayern gebe es ähnliche Überlegungen für ein Teilstück der A9. „Hier geht es um Stadt- und Überlandfahrten“, relativiert Rolf Volmerig, Fahrten, die rund 80 Prozent der üblichen Fahrzeugnutzung ausmachen. Entlang der L418 und L419 habe man somit beste Voraussetzungen, um den Betrieb des autonomen Fahrens unter Realbedingungen zu erproben.

Noch klingt es wie Zukunftsmusik, dass in der täglichen Rush Hour zwischen Cronenberg und Ronsdorf „Roboterautos“ unterwegs sein werden. Doch die Freigabe des Stückes als Teststrecke im öffentlichen Verkehrsraum ist an Bedingungen geknüpft. So werden bei den Fahrten stets zwei Fahrer an Bord sein, um im Notfall ins Geschehen eingreifen zu können. „Dabei wird es sich um handelsübliche Fahrzeuge handeln, die mit zusätzlichen Sensoren und Radarsystemen ausgestattet sind“, versichert Rolf Volmerig und spricht von einem „echten Knaller für Wuppertal“.