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19.09.2015, 16.40 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Kein Spaß: CW-Bericht zu Plakat-Aktion (fast) „worldwide“…

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„Allerbeste Reaktion“ – das befand die Huffington Post“ zu der Plakat-Aktion gegen den rechten OB-Kandidaten Stranzenbach.

Für die Fans des Comedian Marc-Uwe Kling war es ein Spaß, wir fanden’s indes wenig lustig, was der CW-Online-Bericht über eine Aktion gegen den Pro-NRW-Kandidaten Marcus Stranzenbach in der Kohlfurth für Wellen schlug.

Wie wir bereits berichteten, hatte der auch als „das Känguru“ bekannte Spaßmacher den CW-Bericht zu den „Antiterroranschlägen“ eines „asozialen Netzwerkes, Sektion Kohlfurth“ auf seiner Facebook-Seite geteilt – zehntausende Klicks in kürzester Zeit ließen die Online-Seite der CW daraufhin zusammenbrechen.

„Ist doch toll, dass so ein großes Interesse an seriöser Berichterstattung besteht! Danke CW“, postete Regina Orth zu unserer „Crash“-Meldung. Nicht ohne Grund, denn von dem CW-Bericht zu den Kohlfurther „Antiterroranschlägen“ bekam nicht nur Kabarettist Marc-Uwe Kling Wind. Auch andere Medien fanden die Plakat-Aktion, bei der die „Sektion Kohlfurth“ beispielsweise ein Hitler-Plakat mit dem Satz: „Markus… den Scheitel auf die andere Seite!“, über die Stranzenbach-Wahlplakate hängte, im wahrsten Sinne bemerkenswert.

Unter der Überschrift „Bizarrer Oberbürgermeister-Wahlkampf von Wuppertal“ schnappte die Bild-Zeitung die CW-Nachricht auf, die Huffington Post berichtete ebenso, wie focus.de die Aktion der „Kohlfurther Sektion“ der „Känguru-Fans“ unter der Überschrift „Das ist die allerbeste Reaktion auf einen rechten Bürgermeisterkandidaten“ aufs Korn nahm – „CW worldwide!!!“ munterte uns da „Britta Idiba“ nicht ganz ohne Grund auf unserer Facebook-Seite auf.

Polizei und Feuerwehr im Einsatz, Staatsschutz ermittelt

Übrigens: Am Tag nach dem CW-Bericht waren Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr in einer konzertierten Gemeinschaftsaktion damit beschäftigt, die „Antiterroranschläge“ in der Kohlfurth wieder abzuhängen. Während die Stadt auf CW-Nachfrage versicherte, mit der „Abhäng-Aktion“ nichts zu tun zu haben, war offenbar die Polizei der Initiator: Wegen des verwendeten Hitler-Konterfeis ermittelt der Staatsschutz gegen unbekannt…

Neuerliche „Anschläge“ stehen übrigens nicht zu „befürchten“: Pro-NRW-Kandidat Stranzenbach hat zwar nicht seine Scheitel-Seite gewechselt, aber schied bei der Oberbürgermeister-Wahl am vergangenen Sonntag, 13. September 2015, nicht ganz unerwartet mit rund drei Prozent Stimmenanteil aus.

Nun darf man gespannt sein, ob auch die Stranzenbach-Plakate schnellstens vor der Stichwahl abgehängt werden oder der Staatsschutz womöglich erneut als „Abhänger“ einschreiten muss – oder vielleicht auch noch einmal „das Känguru“…