Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

19.10.2015, 17.57 Uhr   |   Simone Beckmann   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Für Nationalpark im Kongo: Mantrailing im Morsbachtal

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Bugs – hier mit Herrchen Frank Garschagen – hatte beim Mantrailing ziemlich schnell Teilnehmer Sebastiano gefunden. Und erhielt dafür eine deftige Belohnung…

Bugs sabbert. Das macht er oft und gerne. Die Aufregung steigt, gleich geht es los. Schnell noch an einem Taschentuch in einer Plastiktüte geschnüffelt, Geschirr angelegt, die lange Nase gen Boden und dann setzt sich der eher schwerfällig wirkende 50-Kilo-Körper in Bewegung.

Immer schön der Nase nach: Bugs ist ein Bluthund, und er verfolgt gerade eine Geruchsspur von Sebastiano. Bugs ist ausgebildet im Mantrailing, der Personensuche unter Einsatz von Hunden. Bluthunde haben den besten Riecher: „Ein Schäferhund hat circa 150.000 Riechzellen, ein Bluthund 200.000“, weiß Herrchen Frank Garschagen. Er hat zusammen mit seiner Frau Jana ein Mantrailing-Wochenende mit Hundebesitzern aus ganz NRW im Morsbachtal organisiert.

Sie wollen den ganzen Tag Geruchsspuren legen und Geld spenden für das Mantrailing-Projekt „Congohound“. Die Schweizerin Dr. Marlene Zähner bildet Bluthunde in der Schweiz aus, die im Virunga-Nationalpark im Kongo die Ranger unterstützen, um Wilddiebe aufzuspüren und zu stellen. Für die deshalb ins Leben gerufene Spendenaktion „Trailen für Virunga“ haben bereits mehr als 16 Mantrailer-Gruppen, -Trainer oder -Ausbilder in Österreich, der Schweiz und in Deutschland Workshops, Kurse und Treffen angeboten.

Und die Wuppertaler Frank und Jana Garschagen haben sich für ihr zweitägiges Training das Morsbachtal und das Gelände rund ums Ehrenmal in Cronenberg ausgesucht. Organisiert haben sich die 20 Teilnehmer über das Internet, sie treffen sich in immer neuer Gruppierung in ganz Deutschland. Mantrailinggeeignet ist eigentlich fast jeder Hund mit langer Nase, das Alter spielt auch keine Rolle. Eine Geruchsspur kann eine Zigarettenkippe sein, ein angefasstes Taschentuch oder getragene Kleidung.

Bugs findet übrigens die Spur bis zum Ziel ziemlich schnell: Sebastiano sitzt auf einer Bank. Und als Belohnung gibt es leckere Leberwurst – natürlich nur für den Hund…