Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

20.10.2015, 13.02 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Polonia zieht weg: Stadt will Sportplatz Friedrichsberg aufgeben

Artikelfoto

Auf dem CW-Archivbild ist eine Szene aus dem Südstadt-Derby zwischen Hausherr FC Polonia und dem SSV Germania zu sehen. Mit dem Wegzug des FC nach Vohwinkel wird es damit auf jeden Fall vorbei sein, aber wird ab dem kommenden Jahr überhaupt kein Fußball mehr auf dem Friedrichsberg gespielt? -Foto: Odette Karbach

Über vier Sportplätze verfügt das CW-Land derzeit, ab dem Frühjahr 2016 wird es möglicherweise heißen: „Da waren’s nur noch drei!“ Laut einer Vorlage des städtischen Sportamtes soll der Sportplatz Friedrichsberg spätestens zum 1. März 2016 aufgegeben werden.

Der derzeit hier beheimatete FC Polonia Wuppertal, der den im Voksmund „Gym“ genannten Ascheplatz seit dem Jahr 2010 für die Stadt betreibt, wird nach Vohwinkel umziehen. Ab 1.1.2016 wollen die Rot-Weißen den Sportplatz „Zur Waldkampfbahn“ übernehmen und in Eigenregie für die Stadt betreiben. Abseits des Polonia-Wegzuges begründet das Sportamt die Aufgabe des Platzes auf dem Friedrichsberg damit, dass die Anlage „stark sanierungsbedürftig“ sei.

Nicht nur, dass der Platz wegen seiner Zuwegung durch den Wald, die in der Dunkelheit nicht beleuchtet ist, und des Aschebelags wenig attraktiv insbesondere für Jugendmannschaften sei. Nach groben Schätzungen des Sportamtes seien auch mindestens 250.000 Euro notwendig, um den „Gym“ zu erhalten. „Damit würde es sich aber noch nicht um eine normgerechte Platzanlage handeln“, weshalb das Sportamt die Aufgabe des Platzes „für sinnvoll und vertretbar“ hält. Zudem würden jährlich rund 25.000 Euro Sachkosten eingespart.

BSG Stahlwille: „Kein Platz in Cronenberg – dann wird
die Fußball-Abteilung aufgelöst“

Während es in der Sportamt-Vorlage heißt, dass der Betriebssport über die beabsichtigte Aufgabe informiert sei, äußerte sich Achim Thiele, der Vorsitzende der BSG Stahlwille, auf CW-Nachfrage überrascht. Die Betriebssport-Fußballer von Wille trainieren und spielen bereits seit Jahrzehnten auf dem „Gym“. Nur durch Gerüchte hörten sie von den städtischen Aufgabe-Plänen, offiziell wurde Stahlwille nach Worten von Achim Thiele nicht in Kenntnis gesetzt.

Zumal die Wuppertaler Betriebsfußballer ohnehin Probleme haben, Platzzeiten für ihre Trainings und die Pflichtspiele zu ergattern, bedauert der Vorsitzende der Wille-Betriebssportler die mögliche Aufgabe des Friedrichsberg. Zugleich kündigte Thiele Konsequenzen an: „Sollten wir in Cronenberg keinen Heimplatz mehr für unsere Spiele zur Verfügung gestellt bekommen, wird sich die Fußball-Abteilung von Stahlwille auflösen.“

Privatliga kann sich Friedrichsberg-Übernahme vorstellen

Vor einem ähnlichen Dilemma steht die Privatliga Bergisch-Land e.V.: Zwei Mannschaften der Hobbyliga, in der rund 300 Kicker organisiert sind und die dem Fußballverband Niederrhein angeschlossen ist, nutzen den Friedrichsberg zu Trainingszwecken, zudem trägt die Privatliga auf dem „Gym“ Pflichtspiele aus – auch hier würden sich folglich die Probleme, Platzzeiten in Wuppertal zu erhalten, verschärfen.

Aufgrund dessen zeigte sich Nick Kiby, der Geschäftsführer der Privatliga, wenig erfreut über die Aufgabe-Absicht der Stadt. Zugleich kündigte Kiby gegenüber der CW an, Gespräche zu einer möglichen Übernahme des Platzes durch die Privatliga führen zu wollen – vielleicht heißt es ja am 1. März doch nicht: „Da waren’s nur noch drei…“