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08.11.2015, 19.26 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Nach dreistem Diebstahl: Museumsbahner bitten um Hilfe

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Dieser historische Betriebswagen der BMB wurde infolge des ersten Metalldiebstahls beschädigt. -Foto: BMB

Sie stehlen an Eisenbahnstrecken, in Vorgärten, ja sogar auf Friedhöfen, nicht zuletzt schändeten sie auch das Ehrenmal Cronenberg (die CW berichtete) – auf der Suche nach Beute schrecken Metalldiebe vor nichts zurück. Nun wurde auch der Verein Bergischen Museumsbahnen (BMB) das Opfer von dreisten Dieben: Am gestrigen Samstag, 7. November 2015, stellten die Museumsbahner fest, dass Unbekannte auf einem Teilabschnitt ihrer Strecke durchs Kaltenbachtal die Fahrleitung gestohlen haben. Da dadurch zudem eine Straßenbahn schwer beschädigt wurde, ist der Schaden immens: über 50.000 Euro, so schätzt der Verein.

Der Arbeitstriebwagen fuhr wie gewohnt die Museumsbahnstrecke von der Kohlfurth aus in Richtung Greuel, als an der Haltestelle Friedrichshammer mitten im Kaltenbachtal der Stromabnehmer abriss. Nach der Ursache für den Schaden mussten die ehrenamtlichen Straßenbahner nicht lange forschen: Auf den ersten Blick wurde klar, dass die Fahrleitung abgeschnitten worden war. Bei einer anschließenden Begehung der Strecke stellte der Verein dann die ganze Dimension des Diebstahls fest: Unbekannte hatten auf einer Länge von etwa 450 Metern die Fahrleitung abgeschnitten und gestohlen.

Zum zweiten Mal in wenigen Wochen das Opfer von Metalldieben

Auch mehrere Fahrdrahtausleger wurden dabei zerstört. Nachdem Unbekannte bereits vor einigen Wochen an gleicher Stelle etwa 150 Meter Kupferkabel stahlen, wurden die BMB damit nun zum zweiten Mal das Opfer von Metalldieben. Schon jetzt ist klar: Die bevorstehenden Nikolaus-Fahrten der BMB können nicht wie gewohnt durchgeführt werden – die Stelle, wo der Nikolaus üblicherweise die per Tram anreisenden Kinder erwartet und beschenkt, sind nach den Beschädigungen aktuell nicht mehr erreichbar.

Allerdings trifft der Metall-Klau den Straßenbahn-Verein auch ins Mark: Der vereinseigene Kabel-Vorrat reicht bei Weitem nicht aus, um die Fahrleitung zu reparieren, der 50.000-Euro-Schaden ist schlicht zu viel für Deutschlands kleinste Straßenbahngesellschaft. Daher starteten die Museumsbahner bereits über das soziale Netzwerk Facebook einen Spendenaufruf.

„Schaden ist nicht allein zu stemmen“: BMB starten Spendenaufruf

„Diese hohe Summe ist durch unser ehrenamtliches Engagement nicht zu stemmen“, heißt es in dem Aufruf: „Leider sind wir hier auch auf die Unterstützung von Spendern angewiesen.“ Um die Strecke wieder befahrbar machen können, sind Spenden auf das BMB-Konto mit folgenden Daten dringend erbeten: IBAN: DE48 3305 0000 0000 9095 64, BIC: WUPSDE33XXX. Wer eine Spendenquittung benötigt, möchte auf der Überweisung seine Postadresse angeben.

Wer in den letzten beiden Wochen Auffälliges entlang der BMB-Strecke beobachtet hat, möchte sich zudem dringend bei der Polizei unter Telefon 0202-247 13 90 (Cronenberg) oder 0202-284-0 (Präsidium) melden. Um weiteren Diebstählen vorzubeugen, bittet der BMB-Vorstand zugleich Anwohner und Besucher der Strecke durchs Kaltenbachtal darum, sich bei der Polizei zu melden, wenn sich neuerlich Unbekannte an der Strecke zu schaffen machen sollten.