Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

18.02.2016, 13.34 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Freudenberg: 40.000-Euro-Schaden an der neuen Laufbahn

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Gleich an mehreren Stellen sah die Laufbahn der Bezirkssportanlage Freudenberg so aus – nur anderthalb Jahre nach ihrer Sanierung… | Foto: Meinhard Koke

„Auf unkonventionelle Art wurde hier eine neue Bahn ertüchtigt“, lobte der damalige Oberbürgermeister Peter Jung, als Mitte September 2014 die neue Laufbahn auf der Bezirkssportanlage Freudenberg eingeweiht wurde (die CW berichtete). Unkonventionell war, dass bei der Finanzierung der Laufbahn neue Wege beschritten wurden: Zu der rund 410.000 Euro teuren Erneuerung steuerte die Bergische Universität 68.000 Euro bei – schließlich nutzt die Uni die Laufbahn für den Hochschulsport.

Dass Uni-Rektor Lambert T. Koch bei der Laufbahn-Einweihung betonte, die Uni brauche „eine exzellente Infrastuktur“, und die neue Bahn als einen „riesengroßen logistischen Vorteil“ bezeichnete, hat knapp anderthalb Jahre nach der Einweihung ebenso einen besonderen Klang wie Peter Jungs Lob auf die „unkonventionelle Art“. Denn: „Exzellent“ ist die neue Laufbahn offenbar überhaupt nicht und von „unkonventioneller Art“ eher im Hinblick auf ihre Qualität. Die Stadt lässt jedenfalls von ihrem Rechtsamt prüfen, ob und wie die Baufirma in Regress genommen werden kann.

Bereits in den ersten Monaten nach der Eröffnung häuften sich Mängel – schon im Sommer letzten Jahres glich die neue Laufbahn mehr einem Flickenteppich. Nachdem die Baufirma zunächst zur Mängelbehebung aufgefordert wurde, scheint das Maß für die Stadt nun voll zu sein: Wie Thomas Hornung vom städtischen Sportamt berichtet, befürchtet man mittlerweile, dass die oberste  Deckschicht der Tartanbahn in großen Teilen mangelhaft sei.

Konkret sei die Deckschicht offenbar zu dünn und damit unfachmännisch aufgetragen worden. Zwar bestehe keine Unfallgefahr und sei die Bahn auch derzeit nutzbar. Experten, so erläutert Thomas Hornung weiter, seien jedoch der Auffassung, dass es infolge der Mängel in einigen Jahren zu substanziellen Schäden kommen könne.

Die Kosten für die Erneuerung der Deckschicht der Tartanbahn schätzt Thomas Hornung auf bis zu 40.000 Euro. Um auf diesem Schaden nicht sitzen zu bleiben, hat die Stadt das Rechtsamt angewiesen, die entsprechenden rechtlichen Schritte gegen die Firma einzuleiten.