Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

01.04.2016, 06.00 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Gelb-Pink: Dörper Wappen in neuen Farben

Artikelfoto

Rolf Neubüser und Bezirksbürgermeisterin Ursula Abé mit einem der neuen Cronenberg-Schilder, das am Theishahn steht.

Wissen Sie’s? Wie sieht das Cronenberger Wappen aus? Für alle, die nicht ganz so patriotisch sind, kommt hier die Auflösung: Das Cronenberg-Wappen zeigt den Bergischen Löwen auf einem Dreiberg stehend. In seiner Pranke hält der Löwe ein Sensenblatt. Das rührt vom einstigen Sensenprivileg Cronenbergs her und weist darauf hin, dass das „Dorf“ durch die Werkzeugindustrie geprägt wurde. Das Oberwappen besteht aus einer Mauerkrone mit drei Türmen und einem schwarzen Tor. Darin ist ein kleiner Schild mit einer schwarzen Krähe auf einem Berg. Diese weist auf die mutmaßliche Herkunft des Namens „Cronenberg“ hin, der wohl von „Krähenberg“ stammt. Die dominanten Farben des Dörper Wappens sind rot (Löwe), grün (Dreiberg), blau (Krone und Krallen) sowie schwarz (Sensenblatt).

Das Cronenberg-Wappen ziert auch die Schilder, die im Jahr 2000 an den Ortseingängen aufgestellt wurden, als das 950-jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung Cronenbergs gefeiert wurde. Rund 16 Jahre danach wird die Dörper Farbenlehre neu geschrieben: Wie die Cronenberger Bezirksvertretung bereits in ihrer Februar-Sitzung mehrheitlich beschloss, sind pink und gelb auf weißem Hintergrund nun die neuen Farben des Dörper Wappens. Ein erstes neues Cronenberg-Schild wurde in dieser Woche von Bezirksbürgermeisterin Ursula Abé und Rolf Neubüser, dem 2. Vorsitzenden des Bürgervereins Hahnerberg-Cronenfeld (BHC), am Theishahn angebracht.

Der Hintergrund der Neu-Färbung ist ein ganz praktischer: Von den zehn 950-Jahre-Cronenberg-Schildern sind immerhin acht in den vergangenen 16 Jahren durch Sonneneinstrahlung so ausgeblichen, dass vom bisherigen Rot-Grün-Blau nichts mehr zu sehen ist, sondern das Dörper Wappen in gelb-pink strahlt. Das stieß der Initiative „CronenBürger“ auf, die mit einem Sitz in der BV vertreten ist: Sie brachten bereits im Dezember einen Antrag in das Stadtteilparlament ein, die acht verfärbten Cronenberg-Schilder zu ersetzen.

In der Februar-Sitzung kam nun die Antwort der Verwaltung: Der Ersatz der Schilder koste 8.000 Euro – zu teuer, erst für die nächste Doppelhaushalt-Periode könnten für neue Cronenberg-Schilder Mittel eingeplant werden. Da somit frühestens 2020 mit Ersatz zu rechnen wäre, brachte die „Bunte Liste Cronenberg“ (BLC) einen Kompromiss-Antrag ein – der pragmatische Tenor: Wenn acht von zehn Wappenschilder gelb-pink sind, warum dann nicht die kostengünstigere Variante wählen und einfach nur die übrigen zwei Schilder, also die Dörper „Nationalfarben“, ändern.

Neben der Einsparung von 7.000 Euro kam der BLC bei ihrem Vorschlag auch ein Blick in die Historie zupass: Gabi vom Kueksen berichtete, dass das Königliche Heroldamt höchstselbst dem Cronenberg-Wappen in der Fassung von 1894 einst die Genehmigung verweigerte, sodass die damalige Cronenberger Stadtverwaltung von der Führung des Wappens absah. Damit überzeugte die BLC-Vertreterin – bei lediglich drei Gegenstimmen der „CronenBürger“ sowie der „Liste 42349“ stimmte die Bezirksvertretung für das neue gelb-pinke Cronenberg-Wappen.

Allerdings beschloss die BV ebenso, auf den Austausch der beiden erhaltenen Schilder gegen neue zu verzichten. Auf Anregung des Vertreters der Spar-Liga „Bergisch Pepita“ entschied das Stadtteilparlament vielmehr, die beiden im Schatten von Bäumen farblich erhalten gebliebenen Cronenberg-Wappen mit verblichenen zu wechseln: Nachdem Bürgermeisterin Abé und BHC-Vize Neubüser am Mittwoch das Schild am Theishahn austauschten, soll zum heutigen 1. April in der Gerstau der zweite Schilder-Tausch erfolgen – in etwa elf Monaten sollen die letzten beiden Alt-Wappen ausgebleicht sein.

Mit den so eingesparten 1.000 Euro will die BV übrigens zwei neue gelb-pinke Wappen-Schilder anschaffen. Diese sollen an der A46 sowie später an der Bergstation der Seilbahn auf Küllenhahn aufgestellt werden.

Update (02.04.2016): Wie viele CW-Leser richtig feststellten, handelt es sich bei diesem Artikel um einen Aprilscherz. Aber wer weiß, vielleicht findet sich ja auf diesem Wege ein Sponsor, welcher die Schilder in ihren eigentlichen Zustand wieder zurückversetzt…