Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

28.06.2016, 17.30 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„So eine Schweinerei…“: Sudberger Garten „tierisch“ umgepflügt

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An ein Sonnenbad auf der Gartenliege ist am „Walschlösschen“ aktuell kaum zu denken – aber das Sommerwetter ist derzeit ja auch nicht danach…

Ingeborg Rentrop kann sich eine Meinung erlauben: Stolze 87 Jahre alt ist sie, seit rund 81 Jahren lebt sie im sogenannten „Waldschlösschen“ am Ende der Sudberger Straße. Die rüstige Sudbergerin hat viel erlebt, aber sowas? Nein, daran kann sich Ingeborg Rentrop nicht erinnern – Wildschweine haben die beiden Rasenflächen vor dem Anbau, in dem sie zu Hause ist, vollkommen umgepflügt.

Ingeborg Rentrop weiß noch, dass hier einst der Biergarten und die Tanzfläche einluden, als das „Waldschlösschen“ noch ein beliebtes Ausflugslokal war – nun sieht das etwa 100 Quadratmeter große Areal regelrecht so aus, als hätte ein Bauer es in einen Acker verwandelt. Seit 14 Tagen, so berichtet Johanna Lehnert, deren Ehemann gemeinsam mit seiner Tante Ingeborg Rentrop Eigentümer des stattlichen Wohnhauses mit Traumblick auf die Müngstener Brücke ist, regelmäßig nachts tierischen Besuch.

Dass die Bewegungsmelder die Gartenstrahler aktivierten oder man auch versuchte, die Tiere durch laute Geräusche zu verschrecken, störte die Wildschweine bislang wenig – immer wieder kehrten sie in den „Waldschlösschen“-Garten zurück, umsäumt von Eichen scheint es hier offenbar wie in einem „Garten Eden“ für sie zu sein. Johanna Lehnert gibt sich pragmatisch, so sei das halt, wenn man derart idyllisch am Rande der Natur wohnt: „Das ist nichts Schönes, aber so ist nun mal die Natur.“

Der Weidezaun, mit dem die Lehnerts die Wildschwein-Rotte von weiteren Besuchen abhalten wollen, ist übrigens schon bestellt. Und vielleicht hält der ja auch die Rehe ab, die regelmäßig die Blüten der Rosen von Ingeborg Rentrop abknabbern – mit Schnecken hat die 87-Jährige indes keine Probleme…