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30.06.2016, 16.33 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Verschollene Siege, Schul- und SAP-Preis: Erfolgswochen am CFG

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Nahmen den bedeutenden Namensgeber der Schule, Carl Fuhlrott, gerne fürs CW-Foto in ihre Mitte: Peter Giesen, Tobias Gerbracht, Karl W. Schröder und Michael Winkhaus (v.l.).

Da staunten die Vertreter des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums (CFG): Die Schule ist in den Annalen des Wettbewerbs „Jugend forscht“ mit drei Bundessiegen vertreten. Wie berichtet, gewann mit Tobias Gerbracht erst kürzlich ein CFG-Schüler beim Bundeswettbewerb „Jugend-forscht“.

Der 18-Jährige sei der erste Preisträger der Schule, hieß es dabei Ende Mai – stimmt aber nicht, richtig ist vielmehr: Mit Peter Giesen gewann bereits in den 1970er Jahren ein Schüler des Gymnasiums bei „Jugend forscht“. Neu-Preisträger Tobias Gerbracht und sein Mentor, der CFG-Lehrer Michael Winkhaus, fanden das heraus: Sie recherchierten in der 50-jährigen Geschichte des Wettbewerbs und stießen darauf, dass Peter Giesen1977 einen Bundessieg nach Küllenhahn holte. Warum das in Vergessenheit geriet? Als Peter Giesen bei „Jugend forscht“ gewann, hieß das Gymnasium noch „Neusprachliches Gymnasium im Schulzentrum Süd“.

„Das ist doch eine schöne Geschichte“, meinte Physik-Lehrer Michael Winkhaus, als er sich gemeinsam mit CFG-Leiter Karl W. Schröder und Preisträger Tobias Gerbracht am Jung-Stilling-Weg mit dem aus der Vergessenheit geretteten Erstpreisträger der Schule traf. Und dabei wurde „die Geschichte“ noch schöner: Wie Peter Giesen im Laufe des Gesprächs berichtete, holte er sogar zwei „Jugend forscht“-Bundessiege nach Küllenhahn. 1975, also zwei Jahre zuvor, wurde der gebürtige Cronenberger erstmals mit einem 1. Preis ausgezeichnet. Da staunten Michael Winkhaus und Tobias Gerbracht ein zweites Mal. Der Grund für die neuerliche Überraschung: In der Liste der Bundessieger der Wettbewerbsgeschichte sind die Preisträger namentlich aufgeführt, nicht aber wie oft sie den 1. Preis holten.

Peter Giesen: Vom Preisgeld das erste Auto gekauft

Peter Giesen holte seinen ersten „Jugend forscht“-Sieg mit seiner Arbeit zum Thema „Fossile Pflanzen in Wuppertal“: „Wuppertal ist eine der bedeutendsten Fundstätten der Welt für mitteldevonische Pflanzenfossilien“, erklärt der heute 57-Jährige. In den folgenden zwei Jahren entwickelte der „Nachwuchs-Paläontologe“ dann seine Arbeit fort – damit gelang ihm der zweite Bundessieg. Wer vermutet, vor 40 Jahren waren die Dotierungen im Vergleich zur Gegenwart bescheiden, der irrt: Während Tobias Gerbracht sich über ein Preisgeld von 2.500 Euro und eine London-Fahrt freuen durfte, waren die Erstpreise von Peter Giesen mit je 3.500 D-Mark dotiert. So konnte Peter Giesen mit seinen 7.000 Mark seinen Führerschein finanzieren und sich einen VW-Käfer zulegen – ein heutiges Preisgeld geht allein für den Führerschein drauf…

Jugend-forscht-Sieger trafen ABBA-Stars

Obendrauf gab’s für Peter Giesen 1975 eine Reise in den Iran, 1977 reisten die Gewinner nach Stockholm. Wenn das Ziel auch nicht ganz so exotisch war, so hatte es doch ein Sahnehäubchen in sich: In der schwedischen Hauptstadt trafen die „Jugend-forscht“-Sieger nämlich mit Björn, Benny und Anni-Frid zusammen. Das waren keine schwedischen Nachwuchsforscher-Kollegen, sondern drei der vier Mitglieder der skandinavischen „Fab Four“-Gruppe „ABBA“ – nur auf Agnetha musste Peter Giesen verzichten…

In den 40 Jahren danach hat sich nicht nur „ABBA“ aufgelöst, auch bei Peter Giesen hat sich einiges getan: Aus dem „Jugend forscht“-Preisträger wurde ein Diplom-Geologe, der heute für ein Ronsdorfer Büro für Umwelttechnik tätig ist. In seiner Funktion als Sektionsleiter im Naturwissenschaftlichen Verein Wuppertals schließt sich ein Kreis – dessen Begründer Carl Fuhlrott gilt nicht nur als Entdecker des Neandertalers, Fuhlrott war von 1831 bis 1877 auch Lehrer am heutigen CFG.

Und noch ein Erfolg: SAP-Preis für Tobias Gerbracht

Bei Tobias Gerbracht dürfte sich ein solcher Kreis wohl eher nicht schließen: Der 18-Jährige schickt sich an, ein Jung-Unternehmer zu werden. Erst kürzlich wurde Tobias Gerbracht mit dem „Gründerpreis Unternehmertum“ von SAP ausgezeichnet. Als „Preisgeld“ erhält der CFG-Schüler nun einen Mentor an die Seite gestellt, damit er seine Entwicklung, einen Projektor, mit dem man dreidimensionale Objekte virtuell im Raum schwebend darstellen kann, weiter vorantreiben und zur Marktreife bringen kann – nach seinem Abitur im nächsten Jahr, selbstverständlich!

Schulpreis fürs CFG

Ebenfalls gleichen Wochenende nahm CFG-Lehrer Michael Winkhaus, der Leiter der Astronomie-AG und Initiator der Sternwarte der Schule, in Bremen den Schulpreis 2016 für das Fuhlrott-Gymnasium entgegen. Wie bereits berichtet, wurden damit die überragend guten Ergebnisse der astronomischen Arbeiten der CFG-Teilnehmer am „Jugend forscht“-Wettbewerb gewürdigt. Der Schulpreis ist mit 1.000 Euro dotiert.