18.08.2016, 17.46 Uhr   |   Redaktion   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Seilbahn-Prüfung: Stadt startete die Bürgergutachter-Suche

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In Koblenz führt eine Seilbahn vom Deutschen Eck zur Festung Ehrenbreitstein. Werden in Wuppertal Gondeln vom Hauptbahnhof über die Uni bis nach Küllenhahn und vielleicht sogar dann weiter bis in die Cronenberger Ortsmitte schweben? – Foto: Marcus Müller

Eintausend Wuppertaler erhalten in den Ferien Post von Oberbürgermeister Andreas Mucke: Sie wurden repräsentativ und nach dem Zufallsprinzip aus dem Melderegister gezogen, jetzt werden sie eingeladen, beim Bürgergutachten zur Seilbahn mitzuarbeiten.

Mit Hilfe des Bürgerbeteiligungsmodells will die Stadt die Bürger in die Entscheidungsfindung um die kontrovers diskutierte Idee einer Seilbahn vom Hauptbahnhof zum „Süd“ und vielleicht sogar bis nach Cronenberg einbinden. Vom 21. bis 24. September 2016 werden sich die Bürgergutachter in zwei Gruppen von je 25 Personen umfassend über alle Aspekte des Projektes informieren. Nach den vier Tagen mit Experten, aber auch mit Befürwortern und Gegnern der Seilbahn werden die Laienplaner ein Gutachten erarbeiten, das dem Stadtrat als Empfehlung vorgelegt wird.

Laienplaner werden vergütet und können Bildungsurlaub nehmen

„Ich möchte die in der Stichprobe ausgewählten Bürger herzlich ermuntern, ihre Meinung in den Beteiligungsprozess einzubringen und damit den Rat der Stadt bei seiner Entscheidung zu unterstützen, ob das Seilbahn-Projekt weiter verfolgt werden soll“, erklärt Oberbürgermeister Andreas Mucke. Mit Spannung schaut auch Beteiligungsdezernent Panagiotis Paschalis auf die Premiere des in Wuppertal entwickelten Bürgerbeteiligungsmodells: „Die Bürger, die jetzt mitmachen, setzen einen Meilenstein in der Geschichte der Wuppertaler Bürgerbeteiligung.“

Paschalis zeigt sich auch aufgrund der Popularität des Seilbahn-Projektes zuversichtlich, dass sich die 50 Bürgergutachter für die beiden Planungszellen finden lassen. Für die viertägige Teilnahme erhalten die Bürgergutachter eine Aufwandsentschädigung. Der Einsatz wird als Bildungsurlaub anerkannt, sodass kein Urlaub genommen werden muss. Zudem werden die Betreuungskosten für kleine Kinder übernommen.

Dienel-Schwiegertochter ist im Beirat des „nexus“-Instituts

Den Zuschlag bei der Ausschreibung für die Durchführung der Bürgerbeteiligung erhielt übrigens nicht die Forschungsstelle Bürgerbeteiligung an der Bergischen Universität. Hier entwickelte der 2006 verstorbene Soziologe Peter C. Dienel die Planungszelle. Vielmehr erhielt das Berliner Institut „nexus“ den Zuschlag. Hier ist Prof. Dr. Christiane Dienel Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats: Sie ist mit Hans-Liudger Dienel verheiratet, einem Sohn von Planungszelle-Erfinder Peter Dienel.

Cronenberg-Verlängerung wird mit geprüft

Auf CW-Nachfrage zeigte sich Dr. Marc Solar vom Wuppertaler Bürgerbeteiligungsdezernat ziemlich sicher, dass die Bürgergutachter auch die Seilbahn-Variante nach Cronenberg beleuchten werden. Wie berichtet, hatte der Dörper FDP-Politiker Hartmut Stiller eine Verlängerung der Seilbahn bis in die Ortsmitte ins Gespräch gebracht. Die Laienplaner würden sich grundsätzlich mit allen Facetten der Seilbahn befassen, sagt Marc Soler zu unserer Zeitung.

Neben der Finanzierung und den Auswirkungen für die Anwohner oder auf den Verkehr sei das zum Beispiel natürlich auch die Trassenführung – „da wird man dann sicherlich auch über diese Variante sprechen“.

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