Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

18.08.2016, 14.51 Uhr   |   Matthias Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Vor Abriss: DRK-Hundestaffel schnüffelte „bim Else Rauhaus“

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Hansjörg Schiefler mit den weiteren Mitgliedern der DRK-Hundestaffel vor der einstigen Dörper Traditionsgaststätte am Kleinenhammerweg.

Viele Cronenberger kennen die historische Gaststätte von Else Rauhaus am Kleinenhammerweg 37. Um das Jahr 1700 erfolgte der Grundbucheintrag, seit 1910 war das Schieferhaus im Besitz der Familien Rauhaus und Huppert. Die gemütliche Gaststätte war weit über die Grenzen Cronenbergs bekannt, das Pferdegulasch eines der kulinarischen Markenzeichen.

Vier Generationen haben hier gekocht und Gäste bedient: Auf Mutter Else Rauhaus folgte Tochter Lieselotte und nach deren Tod Ehemann Friedrich Huppert zunächst bis zum Jahr 2005; seit 2013 steht das Haus leer. Noch in diesem Monat soll der Abriss erfolgen, auch die alte Kastanie vor dem Haus muss dann weichen. „Auch ich habe gerne hinter dem Tresen gestanden, aber die Zeiten ändern sich“, äußert sich auch Enkelin Annette Huppert etwas wehmütig – auf dem rund 1.000 Quadratmeter großen Grundstück sollen Doppelhäuser entstehen.

Zuvor wurde es jedoch noch einmal richtig lebendig am Kleinenhammerweg: Die Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit zehn Hundetrainern rückte unter der Führung des Staffelleiters Hansjörg Schiefler an. „Weil das alte Haus sieben Ausgänge hat und so schön verwinkelt ist, ist es gut geeignet“, nutzte Schiefler die letzte Gelegenheit vor dem Abriss. In zwei Übungsdurchgängen ging es in typischen Situationen um das Suchen und Auffinden von Menschen.

In Krisengebieten oder bei Unglücken werden immer wieder Rettungshunde gebraucht, die in Trümmern nach Verschütteten suchen. „Der Hund ist leichter als ein Mensch und bricht nicht so schnell in einem Trümmergrundstück ein“, erklärte Hansjörg Schiefler auf seinen verschmusten „Reto“ blickend. Alle Hunde gehören den DRKlern persönlich. Die Rettungshunde bewältigen auch Aufgaben in freiem Gelände und im Mantrailing zum Aufspüren einer Zielperson.

Nach rund zwei Stunden rückten die Rettungshunde wieder ab und es herrschte wieder Ruhe am Kleinenhammerweg – bis die Abrissbirne anrücken wird…