Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

13.09.2016, 19.39 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Louisa Rohde: Vom Dorf ins ferne Reich von Dschingis Khan

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Gerade noch Cappuccino im Dorf, jetzt Stutenmilch in der Hauptstadt der Mongolei: Louisa Rohde kommt ganz schön rum...

Das Wetter am Wochenende war schön für Louisa Rohde: Über viel Sonne durfte sich die Abiturientin des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums (CFG) freuen – ganz ähnlich wie in Wuppertal. Nur: Louisa Rohde ist über 6.600 Kilometer von ihrer Heimat entfernt – für drei Monate hält sich die 18-Jährige derzeit in der Mongolei auf. Nachdem die CFG-Abiturientin im Sommer ein zweiwöchiges Praktikum bei der CW absolvierte, suchte sie sozusagen das Weite.

Bei der „UB Post“, der nach eigenen Angaben führenden englischsprachigen Wochenzeitung der Mongolei, steht bis Dezember der neue Schreibtisch von Louisa Rohde. Mit den 14 Tagen bei der CW hat es aber nichts zu tun, dass es die gebürtige Küllenhahnerin in das zwischen Russland und China gelegene Land zog. Seit der 9. Klasse schon ist es vielmehr der Berufswunsch der CFG-Absolventin, Auslandskorrespondentin zu werden – eines lässt sich feststellen: Nach zwei Wochen Dorf-Journalistin geht wohl kaum mehr Ausland…

„Ich möchte einfach mal raus aus der Komfortzone…“

Allerdings: Die Mongolei hatte Louisa Rohde überhaupt nicht auf dem Schirm. Aber die Organisation, die der 18-Jährigen das Praktikum vermittelte, hatte sonst nur Argentinien und Thailand im Angebot. Weil sie in Spanisch nicht fit ist und es in Thailand um Foto-Journalismus gegangen wäre, bekam die Mongolei den Zuschlag. „Ich habe mir noch nie Gedanken über die Mongolei gemacht“, berichtet Louisa. Nachdem sie das Land, welches zwar viermal so groß wie Deutschland ist, aber nur etwa drei Millionen Einwohner hat, mal gegoogelt hatte, kam sie durchaus auf den Geschmack: Junge Demokratie, Aufbruchstimmung, das Land von Djingis Khan und der Wüste Gobi – „ich bin sehr gespannt“, sagte Louisa Rohde vor ihrem Abflug nach Ulan Bator.

„Krasse Gegensätze“, das erwartet die CFG-Abiturientin in dem am dünnsten besiedelten Staat der Erde: Leben wird sie bei einer Familie in einem Wohnblock aus Sowjetzeiten, das Leitungswasser sei noch nicht einmal zum Zähneputzen geeignet, in der Millionenstadt Ulan-Bator stünden Jurten-Slums im Schatten von Wolkenkratzern, seien Alkoholismus und Obdachlosigkeit verbreitet, hat Louisa erfahren: „Ich denke schon, dass ich einen Kulturschock erlebe, aber das ist okay so“, findet die 18-Jährige: „Ich möchte raus aus der Komfortzone – sonst hätte ich ja auch nach Australien gehen können oder so.“

Einfach mal anklicken: Blog aus der Mongolei

Obst und Gemüse aber, so glaubt Louisa Rohde, wird sie schon vermissen – Fleisch und Nudeln seien die Hauptnahrungsmittel, vergorene Stutenmilch (Airag) das Nationalgetränk: „Es gilt als unhöflich, es abzulehnen“, weiß Louisa. Verlockend: Cashmere-Pullis sollen in der Mongolei günstig zu haben sein – da will Louisa mal auf den Schwarzmärkten nach Ausschau halten. Sehen will sie natürlich auch möglichst viel von Land und Leuten.

Berge mit bis zu 4.400 Metern Höhe, 1.200 Flüsse, Nationalparks, eine der größten Fundstätten von Dinosaurierknochen weltweit, ein Gletscher mitten in der Wüste, die größte Sanddüne der Welt und, und, und – da hat die Mongolei einiges zu bieten. Unter rohdearoundglobe.wordpress.com führt Louisa Rohde ein Blog. Wer ihre Zeit in der Mongolei verfolgen möchte, kann einfach hin und wieder mal reinklicken – die ersten Impressionen und Berichte hat die „Auslandskorrespondentin“ schon eingestellt…